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13.08.2026
09:07 Uhr
KI-generiert

Doppeltes Budget, halber Erfolg: SPD verliert das Duell in Schwerin

Doppeltes Budget, halber Erfolg: SPD verliert das Duell in Schwerin
Symbolbild: KI-generiert

In Mecklenburg-Vorpommern lĂ€uft ein Wahlkampf, der eine alte Gewissheit der Berliner Politikbetriebs-Logik zerlegt: Geld schlĂ€gt Stimmung. Am 20. September wird der Landtag neu gewĂ€hlt – und ausgerechnet die Partei mit dem dicksten Portemonnaie liegt in den Umfragen zurĂŒck. Die SPD von MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig geht Medienberichten zufolge mit rund 1,1 Millionen Euro ins Rennen, die AfD mit gut 650.000 Euro. Fast das Doppelte – und trotzdem lĂ€uft die Regierungspartei hinterher.

Rekordbudget der AfD – und trotzdem der Underdog

FĂŒr die AfD im Nordosten ist die Summe ein Novum: Nie zuvor hatte der Landesverband so viel Geld fĂŒr einen Wahlkampf zur VerfĂŒgung. 2021 waren es Berichten zufolge noch rund 400.000 Euro.

Landeschef Enrico Schult fĂŒhrt den Sprung auf eine gestiegene Spendenbereitschaft zurĂŒck. Viele Menschen erhofften sich durch seine Partei „einen wirklichen Wechsel", deshalb sei die Spendenbereitschaft höher als bei frĂŒheren Wahlen, wird er zitiert. Das Geld stamme ĂŒberwiegend von Privatpersonen und kleinen mittelstĂ€ndischen Betrieben, Großspender gebe es kaum.

Die Zahlen, die Schwesig wehtun

Und der Effekt? Eine neue Insa-Erhebung fĂŒr den „Nordkurier", veröffentlicht am 13. August, zeigt die AfD bei 36 Prozent, die SPD bei 29 Prozent. Beide legten je einen Punkt zu. Erhoben wurden die Daten zwischen dem 4. und 11. August unter 1.000 Befragten, die Fehlertoleranz gibt das Institut mit 3,1 Prozentpunkten an.

Zur Erinnerung: Bei der Landtagswahl 2021 kam die AfD auf 19,3 Prozent. Eine Verdoppelung binnen fĂŒnf Jahren – und das gegen einen Apparat, der ĂŒber deutlich mehr Mittel verfĂŒgt.

  • AfD: 36 Prozent
  • SPD: 29 Prozent
  • Linke: 11 Prozent
  • CDU: 10 Prozent
  • GrĂŒne: 5 Prozent, BSW: 4 Prozent, FDP: 3 Prozent

Die CDU als tragische Nebenfigur

Besonders bitter dĂŒrfte der Befund fĂŒr die Union sein. Die CDU im Land hĂ€lt ihr Budget laut GeneralsekretĂ€rin Katy Hoffmeister bei rund einer Million Euro und damit ungefĂ€hr auf dem Niveau der letzten Wahl. Ergebnis: zehn Prozent – ein Wert, der eher an eine Kleinpartei erinnert als an die Kanzlerpartei von Friedrich Merz.

Auch die GrĂŒnen rĂŒsten krĂ€ftig auf. Nach eigenen Angaben wurde der ursprĂŒnglich fĂŒr Ende 2025 beschlossene Wahlkampfhaushalt von 350.000 auf 800.000 Euro mehr als verdoppelt. FĂŒr eine Partei, die derzeit an der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde klebt, ist das ein bemerkenswerter Einsatz. Die Linke zieht mit 600.000 Euro ins Rennen – ebenfalls Landesrekord.

Wenn Plakate keine Politik ersetzen

Rechnerisch reicht es der Umfrage zufolge fĂŒr Rot-Rot-GrĂŒn: SPD, Linke und GrĂŒne kĂ€men zusammen auf 44 Prozent. Ein BĂŒndnis also, das die stĂ€rkste Kraft außen vor ließe – demokratisch zulĂ€ssig, aber politisch heikel.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Vergleich der Kassen vor allem eines: Wahlkampfetats sind kein Ersatz fĂŒr Zustimmung. Wo BĂŒrger das GefĂŒhl haben, dass Wirtschaftskraft, innere Sicherheit und Alltagssorgen im Norden zu lange verwaltet statt gelöst wurden, hilft auch das teuerste Plakat nicht weiter.

Umfragen bleiben Momentaufnahmen, keine Prognosen. FĂŒnf Wochen sind im Wahlkampf eine lange Zeit. Doch der Trend ist unĂŒbersehbar – und er lĂ€sst sich offenbar nicht kaufen.

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