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19.10.2026
08:10 Uhr
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Alarm aus der Bundesbank: Kehrt jetzt die Euro-Schuldenkrise zurück?

Alarm aus der Bundesbank: Kehrt jetzt die Euro-Schuldenkrise zurück?
Symbolbild: KI-generiert

Bundesbank-Vorstand Michael Theurer schlägt Alarm. Die jüngste Verkaufswelle an Europas Anleihemärkten sei ein „deutliches Warnsignal“, sagte er am 10. Oktober in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Anleger würden nervös, weil die Staaten beim Schuldenabbau kaum vorankämen. Im Mittelpunkt steht Frankreich, aber das Problem endet nicht an der französischen Grenze.

„Die Risiken haben erheblich zugenommen“

Theurer wählte seine Worte mit der Vorsicht eines Notenbankers. Gerade deshalb haben sie Gewicht. Nach übereinstimmenden Medienberichten sagte er:

„Derzeit gibt es keine systemische Staatsschuldenkrise, aber die Risiken haben erheblich zugenommen.“

Dass fiskalische und politische Unsicherheit die Märkte für Staatsanleihen erschüttern könne, zeige nicht nur Frankreich. Auch die USA habe man im Blick, so der frühere FDP-Politiker. Wer die Sprache der Zentralbanker kennt, weiß: Ein solcher Satz ist keine Beruhigungspille, sondern eine Warnung.

Frankreich: Renditen auf dem höchsten Stand seit 2002

Wie ernst die Lage ist, zeigen die Zahlen. Am 1. Oktober kletterte die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen Medienberichten zufolge auf 4,94 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2002. Kurz darauf näherte sie sich sogar der Marke von fünf Prozent.

Paris muss also immer mehr Geld aufbringen, um überhaupt neue Kredite zu bekommen. Die Unruhe hat Berichten zufolge längst auf andere hochverschuldete Euro-Staaten übergegriffen. An den Märkten wird schon darüber spekuliert, ob die Europäische Zentralbank irgendwann eingreifen muss.

Sparpakete als Rettungsversuch

Die Regierungen reagieren. Der Haushaltsentwurf des französischen Finanzministers Roland Lescure sieht laut Berichten Maßnahmen im Umfang von 43 Milliarden Euro vor, die das Defizit drücken und die Investoren besänftigen sollen. Italien hat seine Verteidigungsausgaben kurzfristig zurückgefahren. Theurer zufolge wüssten die Verantwortlichen in Paris und in der gesamten Eurozone offenbar „sehr wohl, was auf dem Spiel steht“. Reicht das? Daran zweifeln viele Marktteilnehmer, und die politischen Grabenkämpfe in Frankreich machen das Sparen nicht leichter.

Déjà-vu: Die Geister von 2012

Für viele Sparer weckt das böse Erinnerungen. Während der Euro-Schuldenkrise von 2010 bis 2012 schossen die Renditen in Griechenland, Italien und Spanien in die Höhe. Erst das berühmte Versprechen von EZB-Chef Mario Draghi, alles Nötige zu tun, beruhigte die Märkte. Bezahlt wurde diese Ruhe mit jahrelangen Nullzinsen, mit Anleihekäufen in Billionenhöhe und mit der schleichenden Enteignung deutscher Sparguthaben.

Seit 2022 hat die EZB mit dem sogenannten Transmissionsschutzinstrument zudem ein Werkzeug, um Krisenländern notfalls mit Anleihekäufen zu helfen. Kritiker sehen darin eine verdeckte Staatsfinanzierung, und die Rechnung landet am Ende auch bei den deutschen Steuerzahlern.

Auch Berlin muss sich angesprochen fühlen

Bemerkenswert ist, dass Theurer ausdrücklich auch Deutschland in die Pflicht nimmt. Zwar stehe die Bundesrepublik fiskalisch besser da als andere Länder. Sie müsse sich aber ebenfalls dringend in Richtung Haushaltskonsolidierung bewegen, mahnte er. Finanzprobleme lasse man nicht durch hohe Staatsschulden verschwinden. Nötig seien Reformen, die das Wachstum stärken.

Das ist eine kaum verhüllte Botschaft an die Regierung von Friedrich Merz. Im Wahlkampf versprach der Kanzler Solidität, danach brachte er ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro auf den Weg. Gleichzeitig steigt die Inflation in Deutschland Medienberichten zufolge erstmals seit Ende 2023 wieder über drei Prozent. Und IWF-Chefin Kristalina Georgiewa fordert weltweit mehr Haushaltsdisziplin. Viele Staaten müssten sich nach ihren Worten an dauerhaft höhere Zinsen gewöhnen.

Fazit: Wer auf Staaten baut, trägt ihr Risiko

Wenn ein Bundesbank-Vorstand öffentlich vor einer Schuldenkrise warnt, sollten Sparer genau hinhören. Staatsanleihen gelten als „sicherer Hafen“, doch dieser Ruf bekommt Risse, sobald die Politik ihre Haushalte nicht mehr in den Griff bekommt. Physisches Gold und Silber hängen dagegen nicht vom Zahlungsversprechen eines Staates ab. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie helfen, das Vermögen gegen die Folgen ausufernder Staatsverschuldung abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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