
Hedgefonds-Bombe am Anleihemarkt: Bank of England schlägt Alarm!

Die Gefahr eines Flächenbrands an den Finanzmärkten ist größer geworden. Davor warnt Sarah Breeden, Vizegouverneurin der Bank of England, am Rande der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok. Als Grund nennt sie die Hedgefonds, die sich immer tiefer in die Märkte für Staatsanleihen hineingearbeitet haben, und das oft mit sehr viel geliehenem Geld.
Spekulanten statt Versicherer: Wer heute Staatsanleihen hält
Lange Zeit galten Staatsanleihen als sicherer Hafen, gehalten von Pensionskassen und Versicherern, die Papiere jahrelang im Depot liegen lassen. Dieses Bild stimmt laut Breeden nicht mehr. In einem Interview mit dem US-Sender CNBC sagte sie, die Investorenlandschaft habe sich grundlegend verändert.
„Es sind nicht mehr die Real-Money-Investoren, die Versicherungen und Pensionsfonds, so wie früher. Es sind zunehmend Hedgefonds, und diese Hedgefonds sind preissensibel, gehebelt, international."
Die Folge sei, dass ein Schock in einem Markt mit höherer Wahrscheinlichkeit auf andere Märkte überspringe. Breeden ist bei der britischen Notenbank für Finanzstabilität zuständig und sitzt zugleich im geldpolitischen Ausschuss. Ihr Wort hat also Gewicht. Den Ursprung möglicher Erschütterungen sieht sie ausdrücklich in den Anleihemärkten.
13 Billionen Dollar auf Pump: Der IWF zieht nach
Breeden steht mit ihrer Sorge nicht allein da. In seinem aktuellen Weltfinanzstabilitätsbericht beziffert der Internationale Währungsfonds das Bruttovermögen der Hedgefonds auf rund 13 Billionen Dollar. Das ist mehr als dreimal so viel wie 2013. Die gesamten Engagements einschließlich außerbilanzieller Positionen sollen nach Angaben des IWF bei etwa 40 Billionen Dollar liegen.
Der Fonds räumt zwar ein, dass Hedgefonds in ruhigen Zeiten für Liquidität sorgen. Er warnt aber auch: Hebel, überfüllte Positionen und Anleger, die bei Verlusten schnell ihr Geld abziehen, könnten Marktstress massiv verstärken. Über die Prime-Brokerage-Sparten großer Banken könne sich die Ansteckung dann ins gesamte Finanzsystem fressen.
Der „Basis Trade": ein riskantes Spiel mit kleinen Margen
Besonders kritisch sehen Aufseher den sogenannten Basis Trade. Dabei kaufen Fonds US-Staatsanleihen und verkaufen gleichzeitig die passenden Terminkontrakte leer, um an der winzigen Preisdifferenz zu verdienen. Weil diese Differenz so klein ist, setzen sie enorme Kredithebel ein. Daten des US-Office of Financial Research zufolge hielten Hedgefonds Ende 2025 einen Rekordanteil von 7 Prozent am rund 30 Billionen Dollar schweren Treasury-Markt.
Wird die Finanzierung teurer, müssen solche Positionen oft schlagartig aufgelöst werden. Wohin das führen kann, zeigte sich im März 2020, als der Markt für US-Staatsanleihen ins Stocken geriet. Auch der Beinahe-Kollaps des Hedgefonds LTCM im Jahr 1998 ist bis heute ein warnendes Beispiel.
Rendite-Beben von Washington bis Paris
Die Warnungen kommen nicht zufällig jetzt. Medienberichten zufolge kletterten die Renditen zehn- und dreißigjähriger US-Staatsanleihen Anfang des Monats auf den höchsten Stand seit 2002. Auch britische Gilts erreichten Rekordwerte, wie es sie seit Jahrzehnten nicht gegeben hat. Großbritannien kennt das Szenario bereits: 2022 brachte ein Gilt-Ausverkauf Pensionsfonds mit gehebelten Strategien an den Rand des Abgrunds, und die Notenbank musste eingreifen.
In Frankreich steigen die Renditen der Staatsanleihen (OATs) ebenfalls kräftig, weil die Sorge um die Staatsfinanzen wächst. Vielen Beobachtern weckt das Erinnerungen an die Euro-Schuldenkrise. Und Deutschland? Berlin hat mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen gerade selbst eine gewaltige neue Schuldenlast beschlossen. In einem nervösen Anleihemarkt ist das aus unserer Sicht ein riskantes Signal.
Fazit: Sicherheit ohne Gegenparteirisiko
Die Botschaft der Notenbanker ist deutlich: Das Fundament des Finanzsystems ruht zunehmend auf geliehenem Geld. Wenn ausgerechnet Staatsanleihen zur Quelle von Schocks werden, stellt sich die Frage, was eigentlich noch als sicher gelten kann. Physisches Gold und Silber sind niemandes Schuldversprechen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie aus Sicht unserer Redaktion einen sinnvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss eigene Recherchen anstellen und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.
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