Kettner Edelmetalle
24.02.2026
19:15 Uhr

Trumps Wirtschaftsbilanz nach einem Jahr: Zwischen Wachstumsboom und gebrochenen Versprechen

Trumps Wirtschaftsbilanz nach einem Jahr: Zwischen Wachstumsboom und gebrochenen Versprechen

Mehr als ein Jahr nach Beginn seiner zweiten Amtszeit prĂ€sentiert sich die wirtschaftliche Bilanz von US-PrĂ€sident Donald Trump als ein Flickenteppich aus Licht und Schatten. WĂ€hrend die amerikanische Wirtschaft in einigen Bereichen ĂŒberraschend robust gewachsen ist, bleiben zentrale Versprechen des selbsternannten Dealmakers unerfĂŒllt – und ein Urteil des Supreme Court hat die ohnehin fragile Planungssicherheit zusĂ€tzlich erschĂŒttert.

Wirtschaftswachstum trotzt den Skeptikern

Zugegeben: Das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten hat sich besser entwickelt, als die meisten Analysten erwartet hatten. Nach einem anfĂ€nglichen RĂŒckgang – ausgelöst durch panische Vorab-Importe der Unternehmen, die den drohenden Zöllen zuvorkommen wollten – legte die Wirtschaft im Jahresverlauf 2025 krĂ€ftig zu. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch massive Investitionen in kĂŒnstliche Intelligenz und einen nach wie vor robusten Konsum der amerikanischen Haushalte. Die Steuersenkungen aus Trumps „One Big Beautiful Bill" dĂŒrften diesen Trend weiter befeuern. Doch wer genauer hinschaut, erkennt die Risse im Fundament.

Das Zoll-Debakel: Wenn der Supreme Court dazwischenfunkt

Trumps HerzstĂŒck seiner Wirtschaftspolitik – die aggressiven Importzölle – hat einen empfindlichen DĂ€mpfer erhalten. Der Supreme Court erklĂ€rte die weitreichenden „Notfall-Zölle" fĂŒr verfassungswidrig und kippte damit ein zentrales Instrument der protektionistischen Agenda. Was folgte, war ein hektisches Nachsteuern: Die Trump-Administration verhĂ€ngte eilig neue 15-Prozent-Zölle als Ersatz und kĂŒndigte an, sĂ€mtliche verfĂŒgbaren rechtlichen Hebel in Bewegung zu setzen, um die Einnahmen aus Importabgaben nicht einbrechen zu lassen.

Das eigentliche Versprechen jedoch – die Reduktion des chronischen Handelsdefizits – bleibt eine Fata Morgana. Statt zu schrumpfen, hat sich die LĂŒcke zwischen Importen und Exporten zunĂ€chst sogar vertieft. Analysten rĂ€umen ein, dass die Zölle langfristig das Defizit verringern könnten, doch bislang sei davon nichts zu spĂŒren. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Wie oft darf eine Politik scheitern, bevor man sie als gescheitert bezeichnet?

Industrieproduktion steigt – doch wo bleiben die ArbeitsplĂ€tze?

Ein besonders bitteres Kapitel in Trumps Wirtschaftsbilanz betrifft den Arbeitsmarkt. Zwar ist die Industrieproduktion tatsĂ€chlich gestiegen – der KI-Boom lĂ€sst grĂŒĂŸen –, doch die versprochene Renaissance amerikanischer FabrikarbeitsplĂ€tze bleibt aus. Im Gegenteil: Die BeschĂ€ftigung im verarbeitenden Gewerbe ist wĂ€hrend Trumps zweiter Amtszeit sogar gesunken. Ein Befund, der das Narrativ vom „America First"-Jobwunder empfindlich untergrĂ€bt.

Der breitere Arbeitsmarkt stagniert ebenfalls. Die Arbeitslosenquote ist auf 4,3 Prozent gestiegen, und der BeschĂ€ftigungszuwachs des gesamten Jahres 2025 betrug magere 180.000 Stellen – kaum mehr als der durchschnittliche monatliche Zuwachs im Vorjahr. Experten fĂŒhren diese Entwicklung maßgeblich auf Trumps harten Einwanderungskurs zurĂŒck, der sowohl das Angebot an als auch die Nachfrage nach ArbeitskrĂ€ften gedrosselt habe.

Inflation und Wohnkosten: Der amerikanische Traum wird zum Albtraum

Besonders schmerzhaft fĂŒr die amerikanischen Haushalte: Die Inflation, die Trump zu bekĂ€mpfen versprochen hatte, zeigt sich hartnĂ€ckig. Zum Jahresende 2025 war die Teuerungsrate nach dem von der Federal Reserve bevorzugten Maßstab sogar wieder im AufwĂ€rtstrend. Die Zölle dĂŒrften die Preise noch einige Monate weiter nach oben treiben, bevor ihr Effekt abklingt.

Trump hat den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der Notenbank nominiert. Die FinanzmĂ€rkte spekulieren darauf, dass Warsh ab Juni Zinssenkungen einleiten könnte. Doch ob das reicht, um die drĂ€ngendste Sorge der Amerikaner zu lindern – die explodierenden Wohnkosten –, darf bezweifelt werden. Die Hypothekenzinsen verharren auf hohem Niveau, das Wohnungsangebot bleibt in weiten Teilen des Landes weit hinter der Nachfrage zurĂŒck, und der Traum vom Eigenheim rĂŒckt fĂŒr Familien mit durchschnittlichem Einkommen in immer weitere Ferne.

Lehren fĂŒr Europa – und fĂŒr Deutschland

Was bedeutet das alles fĂŒr uns diesseits des Atlantiks? Die Erfahrung zeigt einmal mehr, dass protektionistische Reflexe selten die versprochenen Ergebnisse liefern. Trumps 20-Prozent-Zölle auf EU-Importe belasten auch die deutsche Exportwirtschaft erheblich – und das in einer Phase, in der die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ohnehin mit einem 500-Milliarden-Euro-Schuldenberg und einer schwĂ€chelnden Konjunktur zu kĂ€mpfen hat. Statt sich auf politische Versprechen zu verlassen, die sich als hohl erweisen könnten, sollten BĂŒrger ihre Vermögenssicherung selbst in die Hand nehmen.

In Zeiten, in denen WĂ€hrungen durch Schuldenorgien entwertet werden und geopolitische Unsicherheiten die MĂ€rkte erschĂŒttern, erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlĂ€sslicher Anker im Portfolio. Gold und Silber kennen keine Verfassungsgerichtsurteile, die sie ĂŒber Nacht entwerten – sie sind seit Jahrtausenden der ultimative Schutz gegen die Launen der Politik.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener grĂŒndlicher Recherche und gegebenenfalls nach RĂŒcksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. FĂŒr etwaige Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung.

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