
Trumps Wirtschaftsbilanz nach einem Jahr: Zwischen Wachstumsboom und gebrochenen Versprechen

Mehr als ein Jahr nach Beginn seiner zweiten Amtszeit präsentiert sich die wirtschaftliche Bilanz von US-Präsident Donald Trump als ein Flickenteppich aus Licht und Schatten. Während die amerikanische Wirtschaft in einigen Bereichen überraschend robust gewachsen ist, bleiben zentrale Versprechen des selbsternannten Dealmakers unerfüllt – und ein Urteil des Supreme Court hat die ohnehin fragile Planungssicherheit zusätzlich erschüttert.
Wirtschaftswachstum trotzt den Skeptikern
Zugegeben: Das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten hat sich besser entwickelt, als die meisten Analysten erwartet hatten. Nach einem anfänglichen Rückgang – ausgelöst durch panische Vorab-Importe der Unternehmen, die den drohenden Zöllen zuvorkommen wollten – legte die Wirtschaft im Jahresverlauf 2025 kräftig zu. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch massive Investitionen in künstliche Intelligenz und einen nach wie vor robusten Konsum der amerikanischen Haushalte. Die Steuersenkungen aus Trumps „One Big Beautiful Bill" dürften diesen Trend weiter befeuern. Doch wer genauer hinschaut, erkennt die Risse im Fundament.
Das Zoll-Debakel: Wenn der Supreme Court dazwischenfunkt
Trumps Herzstück seiner Wirtschaftspolitik – die aggressiven Importzölle – hat einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Der Supreme Court erklärte die weitreichenden „Notfall-Zölle" für verfassungswidrig und kippte damit ein zentrales Instrument der protektionistischen Agenda. Was folgte, war ein hektisches Nachsteuern: Die Trump-Administration verhängte eilig neue 15-Prozent-Zölle als Ersatz und kündigte an, sämtliche verfügbaren rechtlichen Hebel in Bewegung zu setzen, um die Einnahmen aus Importabgaben nicht einbrechen zu lassen.
Das eigentliche Versprechen jedoch – die Reduktion des chronischen Handelsdefizits – bleibt eine Fata Morgana. Statt zu schrumpfen, hat sich die Lücke zwischen Importen und Exporten zunächst sogar vertieft. Analysten räumen ein, dass die Zölle langfristig das Defizit verringern könnten, doch bislang sei davon nichts zu spüren. Man fragt sich unwillkürlich: Wie oft darf eine Politik scheitern, bevor man sie als gescheitert bezeichnet?
Industrieproduktion steigt – doch wo bleiben die Arbeitsplätze?
Ein besonders bitteres Kapitel in Trumps Wirtschaftsbilanz betrifft den Arbeitsmarkt. Zwar ist die Industrieproduktion tatsächlich gestiegen – der KI-Boom lässt grüßen –, doch die versprochene Renaissance amerikanischer Fabrikarbeitsplätze bleibt aus. Im Gegenteil: Die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe ist während Trumps zweiter Amtszeit sogar gesunken. Ein Befund, der das Narrativ vom „America First"-Jobwunder empfindlich untergräbt.
Der breitere Arbeitsmarkt stagniert ebenfalls. Die Arbeitslosenquote ist auf 4,3 Prozent gestiegen, und der Beschäftigungszuwachs des gesamten Jahres 2025 betrug magere 180.000 Stellen – kaum mehr als der durchschnittliche monatliche Zuwachs im Vorjahr. Experten führen diese Entwicklung maßgeblich auf Trumps harten Einwanderungskurs zurück, der sowohl das Angebot an als auch die Nachfrage nach Arbeitskräften gedrosselt habe.
Inflation und Wohnkosten: Der amerikanische Traum wird zum Albtraum
Besonders schmerzhaft für die amerikanischen Haushalte: Die Inflation, die Trump zu bekämpfen versprochen hatte, zeigt sich hartnäckig. Zum Jahresende 2025 war die Teuerungsrate nach dem von der Federal Reserve bevorzugten Maßstab sogar wieder im Aufwärtstrend. Die Zölle dürften die Preise noch einige Monate weiter nach oben treiben, bevor ihr Effekt abklingt.
Trump hat den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der Notenbank nominiert. Die Finanzmärkte spekulieren darauf, dass Warsh ab Juni Zinssenkungen einleiten könnte. Doch ob das reicht, um die drängendste Sorge der Amerikaner zu lindern – die explodierenden Wohnkosten –, darf bezweifelt werden. Die Hypothekenzinsen verharren auf hohem Niveau, das Wohnungsangebot bleibt in weiten Teilen des Landes weit hinter der Nachfrage zurück, und der Traum vom Eigenheim rückt für Familien mit durchschnittlichem Einkommen in immer weitere Ferne.
Lehren für Europa – und für Deutschland
Was bedeutet das alles für uns diesseits des Atlantiks? Die Erfahrung zeigt einmal mehr, dass protektionistische Reflexe selten die versprochenen Ergebnisse liefern. Trumps 20-Prozent-Zölle auf EU-Importe belasten auch die deutsche Exportwirtschaft erheblich – und das in einer Phase, in der die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ohnehin mit einem 500-Milliarden-Euro-Schuldenberg und einer schwächelnden Konjunktur zu kämpfen hat. Statt sich auf politische Versprechen zu verlassen, die sich als hohl erweisen könnten, sollten Bürger ihre Vermögenssicherung selbst in die Hand nehmen.
In Zeiten, in denen Währungen durch Schuldenorgien entwertet werden und geopolitische Unsicherheiten die Märkte erschüttern, erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlässlicher Anker im Portfolio. Gold und Silber kennen keine Verfassungsgerichtsurteile, die sie über Nacht entwerten – sie sind seit Jahrtausenden der ultimative Schutz gegen die Launen der Politik.
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