Donroe-Doktrin: Trumps Einfluss auf Lateinamerika
James Monroe: so lautete der Name des fünften Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Im Jahr 1823, also 47 Jahre nach der Staatsgründung, hielt er eine Lage zur Rede der Nation und erklärte den amerikanischen Doppelkontinent zur Einflusszone der USA. Zudem forderte er das Ende europäischer Kolonisierung. Er drohte, dass die Vereinigten Staaten andernfalls eingreifen würden. Im Gegenzug würden sie sich nicht in die Angelegenheiten Europas einmischen.

[ Quelle: Erschienen im Minneapolis Journal 1912. Quelle: Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Monroe_doctrine.jpg. Gemeinfrei (Public Domain) ]
Die Monroe-Doktrin galt seitdem als eine Blaupause für die US-amerikanische Außenpolitik. Die Donroe-Doktrin, die nur inoffiziell so heißt, ist ein zusammengesetzter Begriff aus „Donald Trump“ und „Monroe-Doktrin„. Die Wortschöpfung lehnt also an die historische Monroe-Doktrin an.
Von der Monroe- zur Donroe-Doktrin
Was damals als Schutzversprechen für die jungen lateinamerikanischen Republiken gedacht war, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem Instrument der amerikanischen Hegemonie. Theodore Roosevelt ergänzte die Doktrin 1904 um das sogenannte Roosevelt-Korollar, das den USA das Recht zusprach, in lateinamerikanische Staaten zu intervenieren, wenn diese ihre Schulden nicht bezahlten oder innere Unruhen drohten. Aus einer Abwehrhaltung war eine Interventionsdoktrin geworden.
Historisches Gold als Geldanlage


Über die Jahrzehnte wurde die Monroe-Doktrin mal mehr, mal weniger offen angewandt. Die CIA-gestützte Intervention in Guatemala 1954, die Invasion in der Schweinebucht 1961, die Kuba-Krise 1962, die Invasion in Grenada 1983 – all diese Ereignisse trugen den Geist Monroes in sich, auch wenn sein Name nicht immer fiel. Die westliche Hemisphäre blieb, was sie in den Augen Washingtons immer gewesen war: der amerikanische Hinterhof.

Die Donroe-Doktrin: Trumps radikale Neuauflage
Unter Donald Trump hat diese Tradition eine noch aggressivere Qualität angenommen. Die Nationale Sicherheitsstrategie der USA vom Dezember 2025 formuliert es unmissverständlich: „Nicht-hemisphärische Mächte“ dürfen keine strategischen Vermögenswerte in der westlichen Hemisphäre kontrollieren. Gemeint sind damit vor allem China, Russland und der Iran – drei Akteure, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten systematisch Fuß in Lateinamerika gefasst haben.
Was Analysten als „Donroe-Doktrin“ bezeichnen, ist im Kern eine Radikalisierung des Monroe-Gedankens: Nicht mehr nur Abwehr externer Einmischung, sondern aktive Rückeroberung der Einflusssphäre. Militärische Interventionen, Wirtschaftssanktionen, politische Einflussnahme und gezielte Destabilisierung unliebsamer Regierungen – all das gehört zum Werkzeugkasten der neuen US-Lateinamerikapolitik. Besonders deutlich wird dies in Venezuela, wo die USA nach der Intervention im Januar 2026 nun sogar den monatlichen Staatshaushalt zur Prüfung einfordern – US-Außenminister Marco Rubio bestätigte dies vor dem Senat.
Trump vs. China – Donroe-Doktrin vs. Neue Seidenstraße
Während die USA jahrzehntelang Lateinamerika als selbstverständliche Einflusszone betrachteten und entsprechend wenig in die Region investierten, hat China die Gunst der Stunde genutzt. Seit der Lancierung der Belt and Road Initiative – der Neuen Seidenstraße – im Jahr 2013 hat Peking systematisch Infrastrukturprojekte, Handelsabkommen und politische Allianzen in Lateinamerika aufgebaut.
Bis 2024 haben 25 lateinamerikanische Staaten Kooperationsabkommen mit China im Rahmen der Neuen Seidenstraße unterzeichnet. Das Handelsvolumen zwischen China und der CELAC-Staatengemeinschaft erreichte 2024 die Rekordsumme von 518,4 Milliarden US-Dollar – gegenüber rund 365 Milliarden US-Dollar im Handel der USA mit der Region. Allein im ersten Quartal 2025 schloss China neue bilaterale Investitionsabkommen mit Brasilien, Chile und Kolumbien ab, mit einem Gesamtvolumen von über 12 Milliarden US-Dollar. Im Mai 2025 lud China die CELAC-Staaten zu einem Gipfeltreffen nach Peking ein, bei dem weitere Kooperationen in den Bereichen Infrastruktur, Digitalisierung und Rohstoffabbau vereinbart wurden.
China baut Häfen – wie den strategisch bedeutsamen Hafen von Chancay in Peru, der seit seiner Eröffnung Ende 2024 direkte Schiffsverbindungen nach Asien ermöglicht und die Transportzeit um bis zu 23 Tage verkürzt. China baut Eisenbahnen, Kraftwerke und Telekommunikationsnetze. Und China kauft Rohstoffe: Lithium aus Bolivien und Chile, Kupfer aus Peru, Soja aus Brasilien – und Silber aus Mexiko und anderen lateinamerikanischen Ländern.
Grönland – Die nördliche Flanke der Donroe-Doktrin
Grönland gehört völkerrechtlich zu Dänemark, doch die USA betrachten die größte Insel der Erde als Teil der westlichen Hemisphäre – und damit als ihr Einflussgebiet im Sinne der Monroe- bzw. Donroe-Doktrin. Am 4. Januar 2026 erklärte Trump, die USA bräuchten Grönland aus nationalen Sicherheitsgründen. Dahinter steckt mehr als Rhetorik: Die Insel kontrolliert strategisch wichtige arktische Seewege, verfügt über bedeutende Vorkommen an Seltenen Erden, Gold und Silber und beherbergt mit der Pituffik Space Base bereits eine US-amerikanische Militäranlage. China baut parallel seine Eisbrecherflotte aus und verfolgt eine „polare Seidenstraße“, Russland hat seine arktischen Stützpunkte seit dem Kalten Krieg systematisch ausgebaut. Für Washington ist Grönland die nördliche Flanke der Donroe-Doktrin.
Silber: Chinas strategische Rohstoffachse in Lateinamerika
Silber ist für China kein gewöhnlicher Rohstoff – es ist ein strategisches Industriemetall, das für Solarpanele, Elektrofahrzeuge, Rüstungstechnologie und KI-Infrastruktur unverzichtbar ist. Chinesische Unternehmen sind in mehreren lateinamerikanischen Ländern aktiv, um sich Zugang zu den weltgrößten Silbervorkommen zu sichern:
Mexiko ist der weltgrößte Silberproduzent und steht im Zentrum chinesischer Bergbauinteressen. Im Dezember 2025 förderte das Land 339,84 Tonnen Silber – trotz eines leichten Rückgangs von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Chinesische Unternehmen halten Beteiligungen an mehreren mexikanischen Bergbaugesellschaften und sichern sich damit Zugang zu einem der bedeutendsten Silberreviere der Welt.
Peru ist der zweitgrößte Silberproduzent weltweit und beherbergt Minen wie Antamina und Cerro de Pasco, an denen chinesische Konzerne direkt oder indirekt beteiligt sind. Mit dem Hafen von Chancay verfügt China nun über eine direkte Exportroute für peruanisches Silber nach Asien. Die anstehende Präsidentschaftswahl, bei der Keiko Fujimori führt, könnte die Bergbaupolitik des Landes jedoch neu ausrichten – die Risiken für den Sektor steigen.
Bolivien verfügt über das weltgrößte Silbervorkommen am Cerro Rico de Potosí, das seit dem 16. Jahrhundert abgebaut wird. Chinesische Staatsunternehmen haben in den vergangenen Jahren Verträge mit der bolivianischen Staatsgesellschaft COMIBOL abgeschlossen und investieren in die Modernisierung der Förderanlagen.
Chile ist zwar primär als Kupferproduzent bekannt, verfügt aber auch über bedeutende Silbervorkommen als Nebenprodukt des Kupferabbaus. Chinesische Unternehmen sind über Beteiligungen an Kupferminen indirekt auch an der chilenischen Silberproduktion beteiligt.
Argentinien rückt zunehmend in den Fokus chinesischer Bergbauinvestitionen. Das Pirquitas-Projekt in der Provinz Jujuy sowie neue Explorationsprojekte in Patagonien werden von chinesischen Investoren beobachtet. Unter Präsident Milei, der eine wirtschaftsliberale Politik verfolgt, öffnet sich Argentinien zwar stärker für westliche Investoren – doch chinesische Unternehmen haben sich bereits früh positioniert.
Wer die Silberminen Lateinamerikas kontrolliert, kontrolliert einen Teil der Lieferketten der Zukunft – und das weiß Peking genau. Die Trump-Administration hat auf Chinas Expansion mit einem Mix aus Druck und Anreizen reagiert. Panama wurde gedrängt, chinesische Hafenbetreiber zu verdrängen und die Belt and Road Initiative zu verlassen. Andere Länder erhielten Finanzhilfen und Technologiepakete als Alternative zu chinesischen Investitionen. Doch der Wettbewerb ist längst nicht entschieden.
Russland: Der geschwächte, aber hartnäckige Rivale
Russlands Rolle in Lateinamerika ist weniger wirtschaftlich als politisch-militärisch. Moskau unterstützte Venezuela, Kuba und Nicaragua mit Waffen, Sicherheitsberatung und diplomatischem Rückhalt – drei Länder, die Washington als Achse des Widerstands gegen die US-Hegemonie betrachtete. Der Ukrainekrieg hat Russlands Kapazitäten in der Region jedoch erheblich geschwächt. Sanktionen, logistische Engpässe und die Konzentration militärischer Ressourcen auf den europäischen Kriegsschauplatz haben Moskaus Spielraum in Lateinamerika stark eingeengt.
Dennoch bleibt Russland diplomatisch aktiv: Öllieferungen nach Kuba, politische Unterstützung für verbliebene linke Regierungen und neue Botschaftspräsenzen – Russland hält seine Präsenz aufrecht, auch wenn die Mittel begrenzt sind. Für Washington ist Russlands Engagement in Lateinamerika weniger eine wirtschaftliche als eine symbolische Bedrohung: Jede russische Flagge in der westlichen Hemisphäre ist eine Herausforderung an den Anspruch der USA, die Region zu dominieren.
Venezuela: Das Epizentrum der neuen Hemisphärenpolitik
Kein Land steht so sehr im Zentrum der Donroe-Doktrin wie Venezuela. Das südamerikanische Land vereint alles, was Washington als Bedrohung wahrnimmt: ein sozialistisches Regime, enge Verbindungen zu China, Russland und dem Iran, die größten bekannten Ölreserven der Welt mit über 300 Milliarden Barrel – und ein Goldvorkommen, das zum Spielball geopolitischer Interessen geworden ist.
Unter Nicolás Maduro hatte Venezuela ein System der Überlebensstrategie entwickelt, das auf Rohstoffe als Währung setzte. Gold wurde zur Parallelwährung der Sanktionsumgehung. Halbraffinierte Goldbarren – sogenannte Doré-Barren mit etwa 98 Prozent Reinheit – flossen in den Iran, um venezolanische Schulden zu begleichen und iranische Unterstützung zu erkaufen. Dieser Goldhandel war kein Geheimnis, aber er entzog sich lange dem Zugriff westlicher Sanktionsbehörden.
Im Januar 2026 griffen US-Spezialeinheiten Venezuela an und nahmen Präsident Maduro gefangen. Das Ziel war klar: Kontrolle über die venezolanischen Ölfelder, Ausschluss Chinas und Russlands aus dem Energiesektor und Sicherung der Goldreserven. Bereits wenige Wochen später meldete Trump öffentlich, dass 50 Millionen Barrel venezolanisches Öl „sehr schön“ auf dem Weg nach Houston seien. Der erste Ölverkauf brachte 500 Millionen US-Dollar ein, die Erlöse flossen auf ein Konto bei einer qatarischen Bank. Nach der Intervention sicherten sich die USA bis zu eine Tonne venezolanisches Gold – über Verträge mit dem staatlichen Bergbauunternehmen Minerven und dem Rohstoffhändler Trafigura. Bei einem Goldpreis von aktuell über 4.780 US-Dollar je Unze entspricht das einem Wert von weit über 150 Millionen Dollar.

Venezuela reicht seinen monatlichen Staatshaushalt nun zur Prüfung bei Washington ein – ein Maß an Kontrolle, das selbst in der Geschichte der Monroe-Doktrin ohne Präzedenz ist.
Die Schwächung der Iran-Venezuela-Achse und weiterer Verbündeter
Die Intervention in Venezuela hat nicht nur das Maduro-Regime gestürzt – sie hat das gesamte Netzwerk iranisch-venezolanischer Zusammenarbeit in Lateinamerika erschüttert. Jahrzehntelang hatte diese Achse als Rückgrat iranischer Einflussnahme in der westlichen Hemisphäre gedient.
Der Iran hatte Venezuela als strategischen Brückenkopf genutzt: für Goldlieferungen zur Sanktionsumgehung, für die Präsenz der Hisbollah in der Region und als politischen Verbündeten in internationalen Foren. Mit dem Fall Maduros ist dieser Brückenkopf weggebrochen. Die neue venezolanische Übergangsregierung hat die Beziehungen zum Iran offiziell eingefroren und die Hisbollah-Netzwerke im Land unter Druck gesetzt. Über 1.500 politische Gefangene beantragten unter dem neuen Amnestiegesetz ihre Freilassung – ein Zeichen des Systemwechsels.
Doch die Schwächung der Achse geht über Venezuela hinaus. Nicaragua unter Daniel Ortega verliert zunehmend an Handlungsspielraum: US-Sanktionen, der Wegfall venezolanischer Ölsubventionen und wachsender Druck auf internationale Geldgeber haben das Regime wirtschaftlich isoliert. Bolivien, das unter Luis Arce eine linke Linie verfolgte, steht vor einer tiefen Wirtschaftskrise mit Devisenmangel und Treibstoffknappheit – die Abhängigkeit von externen Akteuren wie China wächst, während die Handlungsfähigkeit des Staates sinkt.
Kuba trifft es am härtesten: Ohne venezolanisches Öl und unter verschärften US-Sanktionen droht der Insel ein vollständiger Energiekollaps. Russische Öllieferungen können den Ausfall nur teilweise kompensieren. Die iranisch-kubanischen Beziehungen, die sich über Jahrzehnte in Form von Medizin-, Technologie- und Geheimdienstkooperation entwickelt hatten, verlieren durch den US-Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormuz ihren operativen Rahmen.
Auch Ecuador und Honduras, die zeitweise als Transitländer für iranische Netzwerke galten, haben unter US-Druck ihre Sicherheitskooperation mit Washington ausgebaut und iranische Aktivitäten auf ihrem Territorium eingeschränkt. Die gesamte Infrastruktur iranischer Einflussnahme in Lateinamerika – aufgebaut über drei Jahrzehnte – steht unter einem Druck, der in dieser Form historisch einmalig ist.
Kuba: Die ewige Krise, neu aufgelegt
Kuba ist das älteste Kapitel im Buch der amerikanischen Lateinamerikapolitik. Am 30. Januar 2026 stufte Trump Kuba per Exekutivanordnung als „außergewöhnliche Bedrohung“ für die US-Sicherheit ein. Die Maßnahme zielt auf eine vollständige wirtschaftliche Isolation der Insel: Sanktionen gegen Öllieferanten, Druck auf internationale Handelspartner und die Unterbrechung venezolanischer und mexikanischer Öllieferungen.
Die Folgen sind dramatisch. Kubas Ölreserven reichen nach Schätzungen des Analyseunternehmens Kpler nur noch für 15 bis 20 Tage – eine Energiekrise, die das ohnehin marode Wirtschaftssystem der Insel an den Rand des Zusammenbruchs bringt. Russland versucht gegenzusteuern, doch die Mengen reichen nicht aus. Die Kuba-Krise 2026 ist keine Raketenkrise wie 1962 – aber sie ist eine Existenzkrise für das kubanische Regime, und Washington setzt darauf, dass der wirtschaftliche Druck diesmal ausreicht, um den Wandel zu erzwingen.
Kuba – Wenn Sanktionen das Licht ausmachen
Seit Anfang 2026 erlebt Kuba die schwersten Stromausfälle seiner jüngeren Geschichte. Am 10. Februar 2026 waren mehr als 64 Prozent der Insel gleichzeitig ohne Strom – ein historischer Rekord. Im März folgten mehrere landesweite Totalausfälle, die teils über 24 Stunden andauerten. Der Grund liegt in einem Zusammenspiel aus maroder Infrastruktur und akutem Treibstoffmangel: Von 16 betriebsbereiten thermischen Kraftwerken stehen sechs still, die verfügbare Erzeugungskapazität deckt in Spitzenlastzeiten weniger als die Hälfte des Bedarfs.
Die US-Sanktionen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Trumps Exekutivanordnung vom 29. Januar 2026 hält auch Drittstaaten von Öllieferungen nach Kuba ab – kombiniert mit dem Wegfall venezolanischer Öllieferungen nach der Maduro-Intervention trifft dies die Insel existenziell. Tausende Operationen wurden verschoben, Lebensmittel verderben, Medikamente fehlen. Die kubanische Regierung spricht von einer „energetischen Erstickung“. Trump selbst deutete an, er könne mit Kuba „alles machen, was er wolle“ – ein Satz, der den Geist der Donroe-Doktrin auf den Punkt bringt.
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Iran und Hisbollah: Das unterschätzte Netzwerk
Der Iran hat seit den 1980er Jahren systematisch Netzwerke in Lateinamerika aufgebaut – zunächst in Ländern mit großen libanesischen Diasporagemeinden wie Brasilien, Argentinien und Venezuela. Die Hisbollah ist in diesen Netzwerken aktiv: als Finanzierungskanal, als Rekrutierungsbasis und als Instrument iranischer Außenpolitik.
Venezuela war dabei das Herzstück der iranisch-lateinamerikanischen Achse. Gold spielte dabei eine zentrale Rolle: Venezuela lieferte Goldbarren an den Iran, der Iran lieferte im Gegenzug Treibstoff, Technologie und politische Unterstützung – ein Tauschhandel, der beiden Seiten half, westliche Sanktionen zu umgehen.
Die Trump-Administration hat dieses Netzwerk als existenzielle Bedrohung eingestuft. Im Februar 2026 begann die USA gemeinsam mit Israel einen Krieg gegen den Iran. Die Blockade der Straße von Hormuz durch die US-Marine treibt den Ölpreis auf über 100 US-Dollar je Barrel und löst eine globale Energiekrise aus, die auch Lateinamerika trifft. China bezeichnet die US-Blockade als „gefährlich und unverantwortlich“ – ein Satz, der zeigt, wie eng die Konflikte in der westlichen Hemisphäre und im Nahen Osten miteinander verknüpft sind.
Lesen Sie unseren Artikel Neue Seidenstraße – Chinas Weg in die globale Zukunft, um zu sehen, wie weit der globale Einfluss Chinas im Kampf um die Vormachtstellung auf der Welt reicht
Die Rohstoff-Dimension: Gold, Silber und die Zukunft
Hinter den geopolitischen Manövern verbirgt sich eine handfeste wirtschaftliche Logik. Lateinamerika ist eine der rohstoffreichsten Regionen der Welt – und in einer Zeit, in der Silber für Solarpanele, Elektrofahrzeuge und Rüstungssysteme unverzichtbar ist, in der Gold als Reservewährung an Bedeutung gewinnt und in der Lithium die Batterien der Zukunft antreibt, ist die Kontrolle über diese Ressourcen eine Frage nationaler Sicherheit.
China hat das früher verstanden als die USA. Während Washington jahrzehntelang auf politische Einflussnahme setzte, investierte Peking in Minen, Häfen und Infrastruktur. Bank of America sieht Rohstoffe aktuell vor einem Superzyklus – getrieben von Geopolitik, Inflation und einem schwächelnden US-Dollar. Trump hat diese Dimension erkannt und reagiert mit einer Kombination aus Sanktionen, Zöllen und direkter Intervention. Venezuela ist das deutlichste Beispiel: Die Intervention galt nicht nur dem Regime Maduro, sondern auch dem Zugriff auf Öl und Gold – und der Verdrängung chinesischer und russischer Interessen aus dem venezolanischen Energiesektor.
Fazit: Ein Kontinent im Umbruch
Die Donroe-Doktrin ist mehr als eine außenpolitische Strategie – sie ist ein Symptom einer veränderten Weltordnung. Die USA haben erkannt, dass ihre Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre nicht mehr selbstverständlich ist. China hat in zwei Jahrzehnten Netzwerke aufgebaut, die sich nicht über Nacht auflösen lassen. Russland hält trotz eigener Krisen an seinen Verbündeten fest. Und der Iran hat bewiesen, dass selbst ein sanktioniertes Land mit Gold und Öl geopolitischen Einfluss kaufen kann.
Trumps Antwort ist radikal, direkt und risikoreich. Militärische Interventionen, Wirtschaftssanktionen, politische Einflussnahme und die gezielte Verdrängung externer Mächte – das ist die Sprache der Donroe-Doktrin. Sie stößt in Lateinamerika auf Widerstand und Skepsis, denn viele Länder der Region haben gelernt, dass amerikanische Dominanz nicht immer Wohlstand bedeutet.
Doch eines ist sicher: Der Kampf um Lateinamerika – um seine Rohstoffe, seine Häfen, seine politischen Allianzen – ist in vollem Gange. Und in diesem Kampf spielen Gold und Silber eine Rolle, die weit über ihren monetären Wert hinausgeht. Wer die Edelmetalle Lateinamerikas kontrolliert, kontrolliert einen Teil der Zukunft – und das wissen Washington, Peking, Moskau und Teheran gleichermaßen.
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