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01.09.2026
05:01 Uhr
KI-generiert

Regieren ohne Mehrheit: Der Verfassungstrick der CDU in Magdeburg

Regieren ohne Mehrheit: Der Verfassungstrick der CDU in Magdeburg
Symbolbild: KI-generiert

Am kommenden Sonntag wĂ€hlt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die Umfragen sagen der AfD ein historisches Ergebnis voraus, der CDU eine schwere Schlappe. Doch MinisterprĂ€sident Sven Schulze (CDU) könnte trotzdem im Amt bleiben – dank einer LĂŒcke in der Landesverfassung.

42 zu 22 – und trotzdem weiterregieren?

Die Zahlen sind eindeutig. Im letzten „Sachsen-Anhalt-Trend“ vor der Wahl kam die AfD Medienberichten zufolge auf 42 Prozent, die CDU stĂŒrzte auf 22 Prozent ab. Die Linke lag demnach bei rund elf, die SPD bei acht, die GrĂŒnen bei knapp sechs Prozent.

Damit wĂ€re eine Regierungsbildung ohne die AfD rechnerisch kaum noch machbar – und wenn, dann nur in einem BĂŒndnis, das sich quer durch das politische Spektrum ziehen mĂŒsste. Der Kanzler selbst hat eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei zuletzt nicht ausgeschlossen. Schulze wiederum erklĂ€rte im Wahlkampf, mit ihm werde es weder Minister der AfD noch der Linken geben.

Die Frist, die 2020 einfach gestrichen wurde

Der entscheidende Punkt liegt im Kleingedruckten. Die Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt kennt keine Frist, bis wann ein neuer MinisterprĂ€sident gewĂ€hlt sein muss. Bis 2020 stand dort noch, der erste Wahlgang habe binnen 14 Tagen nach Zusammentritt des Landtags zu erfolgen. Im Zuge einer Verfassungsreform wurde diese Frist ersatzlos gestrichen – mit der BegrĂŒndung, sie könne bei langwierigen Koalitionsverhandlungen zu knapp sein.

Schulze selbst hatte im Juli in einer Fernsehsendung durchblicken lassen, es werde womöglich zunĂ€chst gar keine MinisterprĂ€sidentenwahl geben. Eine solche sei schließlich nicht vorgeschrieben. Staatsrechtlich, so die Analyse auf einem juristischen Fachportal, sei diese Lesart nicht falsch: Eine regierungslose Zeit gebe es nicht, die alte Regierung fĂŒhre die GeschĂ€fte weiter – notfalls sehr lange.

Minister ohne Landtag

Pikant: Eine geschĂ€ftsfĂŒhrende Regierung hat nach dieser Darstellung praktisch dieselben Befugnisse wie eine regulĂ€re. Nur umbilden darf der Regierungschef sein Kabinett nicht. Im Klartext hieße das: Selbst Minister von Parteien, die am 6. September aus dem Parlament fliegen, blieben auf ihren Sesseln sitzen. Wahlergebnis hin oder her.

FĂŒr viele BĂŒrger dĂŒrfte das wie eine Verhöhnung des WĂ€hlerwillens wirken. Kritiker erinnern an den Vorgang im FrĂŒhjahr 2025, als der bereits abgewĂ€hlte Bundestag noch das 500-Milliarden-Sondervermögen beschloss. Die Wahrnehmung, dass Mehrheiten organisiert statt erarbeitet werden, hat der politischen Mitte schwer geschadet – und den RĂ€ndern genutzt.

Warum die Rechnung trotzdem aufgehen kann – oder eben nicht

Ganz sicher ist der Machterhalt allerdings nicht. Denn die Verfassungsanalyse zeigt auch die Gegenstrategie: Verlangt eine ausreichend große Gruppe von Abgeordneten die Wahl, muss sie auf die Tagesordnung. Dann lĂ€uft ein striktes Zeitregime an – bis hin zu einem dritten Wahlgang, in dem die relative Mehrheit genĂŒgt.

Eine Selbstauflösung des Landtags scheidet im ersten halben Jahr aus und brÀuchte ohnehin zwei Drittel der Stimmen. Sachsen-Anhalt steuert damit auf ein Experiment zu, dessen Ausgang niemand seriös vorhersagen kann.

Politische Blockaden dieser Art sind kein Randthema: Sie lÀhmen Verwaltung, Investitionen und Planungssicherheit. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen will, setzt in solchen Phasen traditionell auch auf physische Edelmetalle als ErgÀnzung eines breit gestreuten Portfolios.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Anlage- noch eine Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.

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