Kettner Edelmetalle
06.07.2026
05:56 Uhr

Öffentlich-rechtliche Realitätsverweigerung: Wenn die Opfer zu Tätern erklärt werden

Öffentlich-rechtliche Realitätsverweigerung: Wenn die Opfer zu Tätern erklärt werden

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Da werden Journalisten von einem wütenden Mob durch die Straßen Erfurts gejagt, getreten, geschlagen – und ausgerechnet die Partei, deren Parteitag von genau diesem linken Mob attackiert werden sollte, soll sich nun dafür entschuldigen. Willkommen in der wunderbaren Welt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, wo Ursache und Wirkung offenbar nach einem ganz eigenen physikalischen Gesetz funktionieren.

Der bemerkenswerte Auftritt im „Sonntags-Stammtisch“

Im „Sonntags-Stammtisch“ des Bayerischen Rundfunks erklärte ARD-Journalistin Anja Kohl die Übergriffe auf Journalisten zu ihrem „Ärger der Woche“. Bis hierhin könnte man ihr sogar noch folgen. Mehrere Reporter seien am Rande der Demonstrationen attackiert worden, mit Kopftritten von Gegendemonstranten, so Kohl. Sie hätten dort „sehr sauber versucht zu berichten“. Ein Lob, das man aus diesem Munde durchaus registrieren darf.

Doch dann kam die Volte, die den ganzen Vorgang so entlarvend macht. Kohl richtete ihren Zeigefinger nicht etwa gegen die prügelnden Chaoten, nicht gegen das Protestbündnis, das die Blockaden organisierte, und schon gar nicht gegen jene Politiker, die diese Proteste zuvor lautstark bejubelt hatten. Nein – sie forderte eine Distanzierung von der AfD.

„Und die AfD hat es nicht geschafft, öffentlich sich davon zu distanzieren, überhaupt öffentlich Stellung zu nehmen.“

Die Wahrheit sieht anders aus

Das Pikante an dieser Aussage: Sie ist schlicht falsch. AfD-Chefin Alice Weidel hatte die Angriffe bereits am Samstag – also am Vortag von Kohls Auftritt – öffentlich verurteilt. Und mehr noch: Weidel merkte an, dass gerade die anderen Parteien und die Medien „sehr leise“ gewesen seien, wenn es um die Verurteilung dieser Gewalt gegen die freie Presse gehe. Auch weitere AfD-Politiker äußerten sich kritisch zu den Übergriffen.

Man fragt sich unwillkürlich: Hat Frau Kohl schlicht schlecht recherchiert? Oder wollte sie den Zuschauer bewusst in die Irre führen? Beide Antworten wären für eine mit Zwangsgebühren finanzierte Rundfunkanstalt gleichermaßen blamabel.

Was tatsächlich in Erfurt geschah

Werfen wir einen nüchternen Blick auf die Fakten. Am Rande der Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag wurden mehrere Journalisten angegriffen. Drei Reporter von Apollo News wurden von einem wütenden Mob gejagt und attackiert, zwei von ihnen dabei verletzt. Einem Reporter der Jungen Freiheit schlug man ins Gesicht, einem weiteren Reporterteam entriss man das Mobiltelefon. Bis Sonntagmittag zählte die Polizei im Zusammenhang mit dem Parteitag und den Gegenprotesten stolze 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten – darunter Körperverletzungsdelikte und Sachbeschädigungen.

Und wer waren die Täter? Sicher nicht die AfD-Delegierten, die im Saal saßen. Es waren die selbsternannten „Antifaschisten“, jene linken Gewalttäter, die im Schatten wohlwollender Politiker ganz offen Menschen jagen dürfen.

Die Doppelmoral der etablierten Parteien

Besonders erhellend ist der Blick auf die Reaktionen der übrigen politischen Akteure. Während man von der AfD eine Distanzierung einforderte, die längst erfolgt war, kamen aus den anderen Lagern bestenfalls halbherzige Worte. Grünen-Chefin Franziska Brantner bezeichnete die Proteste allen Ernstes als „Zeichen demokratischer Stärke“ und sprach mit Blick auf die Prügelattacken von einem bedauerlichen „Einzelfall“. Von SPD und Linkspartei kam zu den Angriffen auf die Pressefreiheit – nichts. Rein gar nichts. Immerhin fanden Union und FDP klare Worte.

Man stelle sich einmal das mediale Erdbeben vor, hätte es sich um Journalisten des ARD-Hauptstadtstudios gehandelt, die von einem rechten Mob gejagt worden wären. Die Betroffenheitsindustrie hätte auf Hochtouren gearbeitet, Sondersendungen inklusive.

Ein Symptom eines tieferliegenden Problems

Dieser Vorfall ist kein Ausrutscher, sondern ein Symptom. Er offenbart, wie tief das Framing bereits in den Redaktionsstuben verankert ist. Der Reflex, jede Absurdität der AfD in die Schuhe zu schieben, funktioniert offenbar so automatisch, dass selbst nachprüfbare Fakten dem vorgefertigten Narrativ weichen müssen. Es ist ein trauriges Zeugnis für einen Rundfunk, der sich Objektivität auf die Fahnen schreibt, sie in der Praxis aber mit Füßen tritt.

Und das alles finanziert durch den deutschen Beitragszahler, der Monat für Monat brav seinen Obolus entrichtet – ob er will oder nicht. Für eine Berichterstattung, die zunehmend an eine Parallelwelt erinnert, in der die Angegriffenen sich zu entschuldigen haben und die Angreifer zu „Zeichen demokratischer Stärke“ verklärt werden.

Warnung für einen mündigen Bürger

Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung diesem öffentlich-rechtlichen Meinungsjournalismus längst nicht mehr traut – und das aus gutem Grund. Wer Opfer zu Tätern erklärt und dabei nicht einmal die grundlegendsten Fakten prüft, der hat seinen Anspruch auf das Prädikat „seriös“ verwirkt. Ein Rechtsstaat, der diesen Namen verdient, müsste hier eine Richtigstellung einfordern. Doch in Zeiten, in denen politische Haltung offenbar wichtiger ist als journalistische Sorgfalt, dürfte auch das ein frommer Wunsch bleiben.

Wer in diesen unruhigen Zeiten nach Beständigkeit sucht, findet sie jedenfalls nicht in den flackernden Bildschirmen der Meinungsmacher – sondern eher in jenen Werten, die Bestand haben. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber lügen nicht, sie framen nicht und sie fordern von niemandem eine Distanzierung. Sie sind, was sie sind: ein solider Anker in einer Welt, in der man selbst der Berichterstattung kaum mehr trauen kann.

Hinweis der Redaktion: Der vorliegende Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für rechtliche Fragestellungen wenden Sie sich bitte an einen fachkundigen Rechtsanwalt.

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