
Merz' Kriegsrhetorik vor dem Aus: Wenn Frieden zur politischen BankrotterklÀrung wird
Nach fast vier Jahren blutigem Ringen an Don und Dnjepr zeichnet sich erstmals ein möglicher Frieden in der Ukraine ab. Was fĂŒr die geschundene Bevölkerung eine Erlösung bedeuten könnte, entwickelt sich fĂŒr die deutsche Politik zur existenziellen Bedrohung. Besonders fĂŒr Bundeskanzler Friedrich Merz könnte das Ende des Krieges zum politischen Waterloo werden â denn ohne die Ukraine-Karte hĂ€tte er schlichtweg nichts mehr in der Hand.
Die Kriegsgewinnler der deutschen Politik
Roderich Kiesewetter und Marie-Agnes Strack-Zimmermann â zwei Namen, die vor dem russischen Angriff auf die Ukraine kaum jemand kannte. Heute sind sie DauergĂ€ste in den Talkshows des Staatsfernsehens, wo sie als selbsternannte MilitĂ€rexperten ihre Weisheiten zum Besten geben. Strack-Zimmermann konnte immerhin ihre mediale PrĂ€senz in einen Sitz im Europaparlament ummĂŒnzen. Kiesewetters Ruhm hingegen speist sich einzig aus einer Reise nach Kiew an der Seite von Friedrich Merz. Endet der Krieg, verlieren diese politischen Trittbrettfahrer ihre Daseinsberechtigung.
Doch sie wĂ€ren nicht die einzigen Verlierer eines Friedensschlusses. Die gesamte Berliner Politik hat sich seit Scholz' "Zeitenwende" auf das Ukraine-Thema eingeschossen. Besonders Merz, der seit Mai 2025 im Kanzleramt residiert, nutzt den Krieg als universelle Ausrede fĂŒr sein politisches Versagen.
Die 850-Milliarden-Euro-LĂŒge
Als OppositionsfĂŒhrer versprach Merz noch, keine neuen Schulden zu machen. Kaum im Amt, startete er eine beispiellose Schuldenorgie von mindestens 850 Milliarden Euro. Der Grund? Er musste sich die SPD als Koalitionspartner erkaufen und den sensiblen Lars Klingbeil bei Laune halten. Ăffentlich zugeben kann der Kanzler diesen Verrat an seinen Wahlversprechen freilich nicht. Stattdessen rechtfertigt er die Schuldenberge mit der Situation in der Ukraine â ein Narrativ, das mit einem Friedensschluss wie ein Kartenhaus zusammenbrĂ€che.
FĂŒr Merz wĂ€re das Ende des Krieges gleichbedeutend mit dem Ende seiner wichtigsten politischen Ausrede. Die HĂ€lfte seiner bedeutenden Reden fĂŒllte er mit Ukraine-Themen. Als "AuĂenkanzler" flĂŒchtete er regelmĂ€Ăig ins Ausland, wenn innenpolitische Probleme ĂŒberhandnahmen â also praktisch immer.
Deutschland als Verlierer des Friedens
WĂ€hrend ein Friedensschluss fĂŒr die Weltwirtschaft durchaus positive Impulse setzen könnte â wegfallende Lasten, schwindende Gefahren, notwendige Investitionen in den Wiederaufbau â, stellt sich die Frage: WĂŒrde Deutschland davon profitieren? Die Antwort fĂ€llt ernĂŒchternd aus.
Donald Trump, der sich geschickt an die Spitze der Friedensbewegung gesetzt hat, wird dafĂŒr sorgen, dass amerikanische Unternehmen die lukrativen AuftrĂ€ge erhalten. Seine "Deals" werden ihren Preis haben, besonders wenn es um Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine geht.
Doch auch strukturelle GrĂŒnde sprechen gegen eine deutsche Beteiligung am erwarteten Aufschwung. Merkel, Scholz und nun Merz haben die deutsche Wirtschaft systematisch heruntergewirtschaftet: verfallende Infrastruktur, mieser Netzempfang, Rekordsteuern, erdrĂŒckende Abgaben und eine Innovation erstickende BĂŒrokratie. WĂ€hrend andere Industrienationen durchstarten könnten, wĂŒrde Deutschland bestenfalls mit mickrigen 0,5 bis 1,0 Prozent Wachstum hinterherhinken.
Die grĂŒne Schrumpfkur als politisches Programm
Dieser desaströse Zustand ist kein Zufall, sondern das logische Ergebnis einer Politik des "Degrowth" â des gewollten Schrumpfens. Christ- und Sozialdemokraten haben sich die grĂŒne Agenda zu eigen gemacht und mit Klimasteuern, etwa auf Luft, das Produzieren in Deutschland unbezahlbar gemacht. Die Energiepolitik hat die Erneuerbaren-Lobby reich und den Strom fĂŒr alle anderen unerschwinglich gemacht.
Es ĂŒberrascht daher nicht, dass die ersten Stimmen, die eine "Kriegswirtschaft" forderten, aus dem grĂŒnen Lager kamen. Ulrike Herrmann, die fĂŒr den chronisch klammen Taz-Blog schreibt, aber hauptsĂ€chlich als Dauergast im Staatsfernsehen ihr Geld verdient, propagiert diese Ideen regelmĂ€Ăig. Und wo grĂŒne Journalisten und Politiker vorangehen, fehlt auch kein Christdemokrat, der brav hinterherlĂ€uft â siehe Manfred Weber.
Die unbequeme Wahrheit ĂŒber ukrainische FlĂŒchtlinge
Ein besonders heikles Thema, das mit einem Friedensschluss unweigerlich auf den Tisch kĂ€me: 1,3 Millionen Ukrainer leben derzeit in Deutschland. In ihrer Heimat lĂ€ge ihr Durchschnittseinkommen bei etwa 4.950 US-Dollar jĂ€hrlich. Hierzulande erhalten sie 563 Euro BĂŒrgergeld monatlich â umgerechnet rund 7.800 Dollar im Jahr. FĂŒrs Nichtstun. Plus kostenlose Wohnung. Plus ZuschlĂ€ge fĂŒr Familie.
WĂ€hrend in DĂ€nemark oder Polen zwischen 60 und 80 Prozent der ukrainischen FlĂŒchtlinge arbeiten, sind es in Deutschland gerade einmal 20 Prozent. Wer diese Diskrepanz ansprach, galt schnell als Putin-Troll. Mit dem Ende des Krieges enden jedoch auch die FluchtgrĂŒnde â und die Politik mĂŒsste erklĂ€ren, warum diese Menschen nicht zurĂŒckkehren können.
Das nackte Versagen wird sichtbar
Die direkten MilitĂ€rausgaben sollen in den kommenden Jahren von unter 2,0 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. ZusĂ€tzlich sind 1,5 Prozent fĂŒr "strategische Infrastruktur" eingeplant â etwa Krankenbetten fĂŒr den Kriegsfall. Rheinmetall ist gefĂŒhlt das letzte Unternehmen, das in der niedergehenden deutschen Wirtschaft noch AuftrĂ€ge verzeichnet. Ohne Krieg wird es schwer, diese Ausgabenorgie zu rechtfertigen.
Endet der Krieg in der Ukraine, stehen alle deutschen Probleme nackt im Schaufenster: die verfehlte Einwanderungspolitik, das gewollte Schrumpfen der Wirtschaft, die Klimaschutz-Obsession, die kein anderes Land teilt. Merz, der seine wichtigen Reden stets mit dem hungrigen Dackelblick und Verweisen auf die Ukraine begann, stĂŒnde mit leeren HĂ€nden da. Ihm blieben nur die Erinnerungen an eine Reise mit Roderich Kiesewetter â und die Gewissheit, dass seine politischen Ausreden aufgebraucht sind.
Die deutsche Politik hat sich in eine fatale AbhĂ€ngigkeit vom Ukraine-Krieg manövriert. Ein Frieden wĂŒrde nicht nur die Kriegsgewinnler in Politik und Medien ihrer Existenzgrundlage berauben, sondern auch das komplette Versagen der deutschen Regierungspolitik schonungslos offenlegen. FĂŒr Merz und seine Mitstreiter wĂ€re das der politische Super-GAU.










