
Lagarde kassiert doppelt: EZB-Chefin erhält regelwidrige Zusatzvergütung von der BIZ

Es ist eine jener Geschichten, die das Vertrauen der Bürger in die europäischen Institutionen weiter erodieren lassen – und das zu Recht. Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, hat im vergangenen Jahr rund 140.000 Euro von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) erhalten. Zusätzlich. Neben ihrem ohnehin üppigen EZB-Gehalt. Obwohl die hauseigenen Vorschriften genau das eigentlich verbieten.
Regeln gelten offenbar nur für das Fußvolk
Die Personalvorschriften der EZB sind in diesem Punkt unmissverständlich: Mitarbeiter dürfen kein Gehalt von Dritten annehmen, das im Zusammenhang mit der Ausübung ihrer beruflichen Pflichten steht. Wird ein solches Gehalt dennoch angeboten, muss es an die EZB abgeführt werden. Klarer kann man eine Regel kaum formulieren. Doch wo ein Wille ist, findet sich bekanntlich auch eine Ausrede – und die EZB hat eine geradezu dreiste parat.
Die Europäische Zentralbank rechtfertigt die Zahlung nämlich damit, dass Lagarde keine gewöhnliche „Mitarbeiterin" sei, sondern als Präsidentin „einem speziellen Verhaltenskodex für hochrangige EZB-Beamte" unterliege. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Je höher das Amt, desto weniger gelten die Regeln. George Orwell hätte es nicht treffender formulieren können – alle sind gleich, aber manche sind eben gleicher.
Dreiviertelmillion Euro in einem einzigen Jahr
Die Zahlen, die durch eine Anfrage der EU-Abgeordneten Fabio de Masi und Dick Erixon ans Licht kamen, sind bemerkenswert. Im Jahr 2025 erhielt Lagarde von der BIZ insgesamt 130.457 Schweizer Franken, umgerechnet etwa 140.000 Euro. Doch das verblasst geradezu im Vergleich zum Vorjahr: 2024 kassierte die EZB-Chefin ein Gesamtgehalt von sage und schreibe 741.000 Euro – zusammengesetzt aus ihren Bezügen bei der EZB und der BIZ. Allein von der BIZ flossen umgerechnet 466.000 Euro an Gehalt plus weitere 135.000 Euro für nicht näher spezifizierte „Leistungen". Damit war Lagarde die bestbezahlte EU-Beamtin überhaupt.
Wohlgemerkt: Wir sprechen hier von einer Frau, die über die Geldpolitik der Eurozone entscheidet, die maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass Millionen europäischer Bürger unter einer galoppierenden Inflation ächzen, während ihre Ersparnisse dahinschmelzen wie Schnee in der Frühlingssonne. Dass ausgerechnet sie sich die Taschen mit Zusatzvergütungen füllt, hat einen bitteren Beigeschmack.
Andere Zentralbankchefs zeigen, dass es auch anders geht
Besonders entlarvend wird der Vorgang im internationalen Vergleich. Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve, Jay Powell, verzichtet vollständig auf ein BIZ-Gehalt – schlicht weil es ihm nicht gestattet ist, Geld von ausländischen Institutionen anzunehmen. Auch Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England, nimmt keine Vergütung von der BIZ entgegen. Es geht also durchaus ohne diese Zusatzeinkünfte. Nur in der Eurozone scheint man es mit der Selbstbedienungsmentalität nicht so genau zu nehmen.
Fairerweise sei erwähnt, dass auch Lagardes Vorgänger Jean-Claude Trichet und Mario Draghi sich von der BIZ entlohnen ließen. Es handelt sich also offenbar um eine fest etablierte Tradition der europäischen Geldpolitik-Elite, die sich gegenseitig lukrative Posten und Vergütungen zuschiebt. Dass EZB-Mitarbeiter, die Lagarde zu BIZ-Veranstaltungen begleiten, ihrerseits keine Vergütung annehmen dürfen, macht den Doppelstandard nur noch offensichtlicher. Intern soll es bereits erheblichen Unmut über diese Ungleichbehandlung geben – verständlicherweise.
Ein System, das sich selbst bedient
Dieser Fall ist symptomatisch für ein tieferliegendes Problem der europäischen Institutionen. Während der normale Bürger unter steigenden Lebenshaltungskosten, einer erdrückenden Steuerlast und einer schleichenden Enteignung durch Inflation leidet, bedienen sich die Architekten dieser Politik an den Fleischtöpfen gleich mehrerer Institutionen. Die Begründung, Lagarde trage als Vorstandsmitglied der BIZ „besondere rechtliche Risiken", weshalb ihr ein Jahresgehalt zustehe, wirkt dabei wie blanker Hohn. Welche Risiken sollen das sein, wenn die EZB-Führung nach den eigenen Statuten von sämtlichen Haftungsrisiken weitgehend freigestellt ist?
Es ist diese Art von institutioneller Selbstbedienung, die das Vertrauen der Bürger in die europäischen Institutionen systematisch untergräbt. Und es sind genau solche Vorgänge, die erklären, warum immer mehr Menschen in Europa den etablierten Eliten den Rücken kehren. Wer Regeln aufstellt, die für alle gelten sollen – nur nicht für sich selbst –, der darf sich über wachsenden Unmut nicht wundern.
In Zeiten, in denen die Kaufkraft des Euro kontinuierlich schwindet und die Bürger real ärmer werden, erscheint es umso wichtiger, das eigene Vermögen vor den Folgen einer verfehlten Geldpolitik zu schützen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, welche Zentralbankchefin gerade wie viele Gehälter gleichzeitig bezieht. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.










