Kettner Edelmetalle
17.04.2026
06:01 Uhr

Historischer Umfragerekord: AfD ĂŒberholt Union nun auch im ZDF-Politbarometer

Historischer Umfragerekord: AfD ĂŒberholt Union nun auch im ZDF-Politbarometer
Symbolbild: KI-generiert

Was noch vor wenigen Jahren als undenkbar galt, ist nun RealitĂ€t – und zwar nicht nur in einem einzelnen Meinungsforschungsinstitut, sondern gleich in mehreren. Die Alternative fĂŒr Deutschland hat die CDU/CSU erstmals auch im renommierten ZDF-„Politbarometer" der Forschungsgruppe Wahlen als stĂ€rkste politische Kraft abgelöst. Ein Erdbeben, das durch die politische Landschaft Deutschlands rollt und die Große Koalition unter Friedrich Merz in ihren Grundfesten erschĂŒttert.

Die Zahlen sprechen eine unmissverstÀndliche Sprache

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wĂ€re, kĂ€me die AfD laut der aktuellen Erhebung auf 26 Prozent – unverĂ€ndert stabil. Die CDU/CSU hingegen sackt auf nur noch 25 Prozent ab, ein weiterer Verlust von einem Prozentpunkt gegenĂŒber Ende MĂ€rz. Noch dramatischer trifft es den Koalitionspartner SPD: Mit gerade einmal zwölf Prozent erreichen die Sozialdemokraten ihren historischen Tiefstwert in dieser Umfrage. Zwölf Prozent – eine Partei, die einst unter Willy Brandt die Republik prĂ€gte, dĂŒmpelt nun im Bereich der politischen Bedeutungslosigkeit.

FĂŒr die reprĂ€sentative Erhebung wurden zwischen dem 14. und 16. April insgesamt 1.355 Wahlberechtigte befragt. Und die Forschungsgruppe Wahlen steht mit ihren Ergebnissen keineswegs allein da. Auch bei YouGov, Insa und Forsa fĂŒhrt die AfD mittlerweile die Sonntagsfrage an. Besonders deutlich fĂ€llt der Vorsprung bei YouGov aus: Dort kommt die AfD auf 27 Prozent, wĂ€hrend die Union auf magere 23 Prozent abstĂŒrzt – ein Verlust von drei Prozentpunkten binnen eines Monats.

Schwarz-Rot ohne Mehrheit – das Kartenhaus wackelt

Die politische Arithmetik ist gnadenlos. Mit diesen Werten hĂ€tte die amtierende Große Koalition aus CDU/CSU und SPD keine parlamentarische Mehrheit mehr. Ein Befund, der die Frage aufwirft, wie lange diese Regierung ĂŒberhaupt noch handlungsfĂ€hig bleibt. Die GrĂŒnen landen bei 14 Prozent (minus eins), die Linke legt auf elf Prozent zu, und die FDP fristet mit drei Prozent weiterhin ein Schattendasein – zu wenig, um ĂŒberhaupt einzeln ausgewiesen zu werden.

Man muss sich diese Konstellation auf der Zunge zergehen lassen: Eine Regierung, die erst seit Mai 2025 im Amt ist, verliert bereits nach wenigen Monaten das Vertrauen der Bevölkerung in einem Tempo, das selbst die gescheiterte Ampel-Koalition in den Schatten stellt. Friedrich Merz hatte den Deutschen Aufbruch versprochen. Was sie bekommen haben, ist offenkundig mehr vom Gleichen – nur in anderer Verpackung.

Rekordtief: Nur noch 27 Prozent zufrieden mit der Regierung

Die Unzufriedenheit der BĂŒrger beschrĂ€nkt sich nicht auf die Sonntagsfrage. Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung ist im Politbarometer auf ein historisches Rekordtief gefallen. Waren Ende MĂ€rz noch 34 Prozent der Befragten mit der Regierungsarbeit zufrieden, sind es jetzt nur noch 27 Prozent. Satte 63 Prozent stellen der Regierung ein schlechtes Zeugnis aus. Die Kooperation innerhalb der Koalition bewerten 73 Prozent als schlecht – nur 18 Prozent sehen sie positiv.

Bundeskanzler Friedrich Merz persönlich steht besonders im Kreuzfeuer der Kritik. 65 Prozent bescheinigen ihm schlechte Arbeit – ein dramatischer Anstieg gegenĂŒber den 57 Prozent von Ende MĂ€rz. Lediglich 30 Prozent attestieren ihm gute Leistungen, und selbst diese Zustimmung speist sich mehrheitlich nur noch aus der eigenen AnhĂ€ngerschaft. Der Mann, der als HoffnungstrĂ€ger der bĂŒrgerlichen Mitte angetreten war, entpuppt sich in den Augen der Mehrheit als EnttĂ€uschung.

Auch die Minister fallen durch

Nicht besser ergeht es den Kabinettsmitgliedern. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) erhĂ€lt von 58 Prozent der Befragten schlechte Noten, nur 29 Prozent bewerten seine Arbeit positiv. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche schneidet noch desaströser ab: Nur 19 Prozent halten sie fĂŒr eine gute Besetzung, wĂ€hrend 64 Prozent ihre Leistung als schlecht einstufen. Ein vernichtendes Urteil fĂŒr eine Regierung, die mit dem vollmundigen Koalitionsvertrag „Verantwortung fĂŒr Deutschland" angetreten ist.

Ein Volk, das die Geduld verliert

Was diese Zahlen im Kern offenbaren, ist weit mehr als eine bloße Momentaufnahme. Sie sind Ausdruck einer tiefen Vertrauenskrise zwischen den BĂŒrgern und dem politischen Establishment. Die Menschen in Deutschland spĂŒren tĂ€glich, wie die Kaufkraft schwindet, wie die innere Sicherheit erodiert, wie ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen kĂŒnftige Generationen mit Schulden belastet – und das, obwohl Friedrich Merz im Wahlkampf versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen. Versprechen gebrochen, Vertrauen verspielt.

NatĂŒrlich sind Wahlumfragen stets mit Vorsicht zu genießen. Nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Instituten die prĂ€zise Gewichtung ihrer Daten. Umfragen spiegeln lediglich das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen fĂŒr tatsĂ€chliche Wahlergebnisse. Doch wenn gleich vier renommierte Institute unabhĂ€ngig voneinander zum selben Ergebnis kommen, dann lĂ€sst sich dieser Trend nicht mehr als statistisches Rauschen abtun.

Die Botschaft der BĂŒrger ist unmissverstĂ€ndlich: Sie wollen eine Politik, die sich wieder an den realen Problemen der Menschen orientiert – an bezahlbarem Wohnraum, an sicheren Straßen, an einer wettbewerbsfĂ€higen Wirtschaft und an der Bewahrung dessen, was dieses Land einst stark gemacht hat. Ob die etablierten Parteien diese Botschaft endlich hören wollen, bleibt abzuwarten. Die Uhr tickt.

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