
Wortbruch mit Ansage: Merz' Reformpaket treibt den Mittelstand auf die Barrikaden
Es war einmal ein Wahlversprechen. Friedrich Merz zog aus mit dem Anspruch, endlich wieder Politik fĂŒr die arbeitende Mitte zu machen â fĂŒr Handwerker, SelbststĂ€ndige, Familienunternehmer. Doch kaum ein Jahr im Kanzleramt, zeigt sich, was von den vollmundigen AnkĂŒndigungen ĂŒbrig geblieben ist: heiĂe Luft. Nun regt sich Widerstand aus den eigenen Reihen, und er ist deutlich.
Die Basis begehrt auf â doch reicht das?
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Baden-WĂŒrttemberg lĂ€sst kein gutes Haar am jĂŒngsten Reformpaket der GroĂen Koalition. Landeschef Bastian Atzger spricht von einem âerneuten Wortbruch und Linksruckâ. Deutlicher lĂ€sst sich das eigene FĂŒhrungspersonal kaum kritisieren. Und doch bleibt die Frage, ob solchem Grummeln jemals Taten folgen werden â oder ob die Union, wie so oft, am Ende brav einknickt.
CDU, CSU und SPD hatten sich auf ein 34 Punkte umfassendes âProgramm fĂŒr Aufschwung und BeschĂ€ftigungâ verstĂ€ndigt. Klingt vollmundig, entpuppt sich bei nĂ€herem Hinsehen jedoch als das ĂŒbliche Gemenge aus marginalen Steuerkorrekturen, kosmetischen ArbeitsmarktĂ€nderungen und wohlklingenden AbsichtserklĂ€rungen zum BĂŒrokratieabbau.
Die âReichensteuerâ trifft die Falschen
Besonders bitter stöĂt der Wirtschaftsvereinigung die geplante VerschĂ€rfung der sogenannten Reichensteuer auf. Ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.000 Euro sollen kĂŒnftig 45 Prozent fĂ€llig werden, ab 280.000 Euro gar 47 Prozent. Das Perfide daran: Es trifft eben nicht nur gutverdienende Angestellte, sondern auch personengesellschaftlich organisierte Familienunternehmen und Einzelunternehmer, deren Gewinne ĂŒber die Einkommensteuer laufen.
âWir haben in Deutschland ein chronisches Ausgabenproblem, kein Einnahmenproblem. Es macht uns sprachlos, dass sich die Union schon wieder in wichtigen ökonomischen Kernpunkten von einem Koalitionspartner dominieren lĂ€sstâ, so Atzger.
Der Landeschef bringt es auf den Punkt: Geld, das eigentlich fĂŒr RĂŒcklagen, Investitionen und ArbeitsplĂ€tze gebraucht werde, verschwinde stattdessen in den Rachen des Staates. Und dieser Rachen ist bekanntlich unersĂ€ttlich.
Wenn der Staat die halbe Ernte einfÀhrt
Atzger warnt vor den absehbaren Folgen fĂŒr Leistungsbereitschaft und StandortattraktivitĂ€t. Seine Worte sollten jeder Regierung zu denken geben: âWenn der Staat den BĂŒrgern fast die HĂ€lfte ihres hart erarbeiteten Geldes nimmt, darf man sich ĂŒber die Flucht in die Freizeit oder ins Ausland nicht wundern.â
Doch damit nicht genug. Der Pauschalsteuersatz bei Minijobs soll von zwei auf fĂŒnf Prozent klettern. Die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen wird von 20 auf 15 Prozent gestutzt, der Höchstbetrag sinkt von 1.200 auf 900 Euro pro Jahr. Ein Schlag ins Gesicht all jener, die ohnehin schon unter erdrĂŒckender Abgabenlast Ă€chzen.
Auf dem Weg in die Planwirtschaft?
Was der MIT jedoch am schwersten aufstöĂt, ist die ordnungspolitische Richtung, die diese Koalition eingeschlagen hat. Der Deutschlandfonds soll zum Instrument fĂŒr strategische Staatsbeteiligungen ausgebaut werden, eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft fĂŒr âbezahlbares Wohnenâ soll entstehen. Man reibt sich die Augen: Ist das noch die Partei Ludwig Erhards?
âWir wandern politisch in eine gefĂ€hrliche Richtung, weg von Leistung und Freiheit, hin zu Staatsfonds und Planwirtschaftâ, warnt Atzger.
Wohlstand entstehe nun einmal nicht durch staatlich gelenkte Fonds und immer neue Staatsaufgaben, sondern durch unternehmerische Freiheit. Eine Binsenweisheit, die man einer angeblich bĂŒrgerlichen Regierung eigentlich nicht mehr erklĂ€ren mĂŒsste. Und doch scheint sie in Berlin in Vergessenheit geraten zu sein.
Ein Muster, das sich wiederholt
Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, wie diese Geschichte enden könnte. Erst empört sich die Basis, dann rudert man zurĂŒck, und am Ende wird wieder brav durchgewunken, was der Koalitionsfrieden verlangt. Die MIT fordert Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren â doch ob dieser Appell mehr bewirkt als ein mĂŒdes Achselzucken in der Parteizentrale, bleibt abzuwarten.
Fest steht: Ein echter wirtschaftlicher Aufschwung gelingt nur mit den Familienunternehmen, Handwerkern und SelbststĂ€ndigen dieses Landes â nicht gegen sie. Es ist die Meinung unserer Redaktion, und wohl auch die eines groĂen Teils der Bevölkerung, dass eine Regierung, die ausgerechnet die LeistungstrĂ€ger schröpft, wĂ€hrend sie gleichzeitig immer neue Schuldenberge auftĂŒrmt, den Wohlstand dieses Landes fahrlĂ€ssig verspielt.
Was bleibt dem BĂŒrger?
In Zeiten, in denen der Staat immer tiefer in die Taschen seiner BĂŒrger greift, in denen das ersparte Vermögen durch Inflation und Steuerlast zusehends schmilzt, stellt sich die Frage nach echtem Werterhalt drĂ€ngender denn je. Wer sein hart erarbeitetes Vermögen dem Zugriff planwirtschaftlicher Experimente und einer entfesselten Ausgabenpolitik entziehen möchte, denkt zunehmend ĂŒber krisenfeste Alternativen nach. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€ssliche SĂ€ule zur Vermögenssicherung bewĂ€hrt â als greifbarer Sachwert, der sich keiner staatlichen Umverteilungsfantasie beugt und in keinem Fonds versickert.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschlieĂlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung dar. Wir empfehlen jedem Leser, sich eigenstĂ€ndig umfassend zu informieren und im Zweifel fachkundigen Rat einzuholen. FĂŒr Anlageentscheidungen ist jeder selbst verantwortlich.










