Kettner Edelmetalle
28.07.2025
08:12 Uhr

Wieder ein deutsches Traditionsunternehmen am Abgrund: Vollert-Insolvenz zeigt das Versagen der Ampel-Politik

Die deutsche Wirtschaft blutet aus – und die Politik schaut tatenlos zu. Mit der Vollert Anlagenbau GmbH aus Weinsberg trifft es nun den nĂ€chsten MittelstĂ€ndler, der nach 100 Jahren Firmengeschichte die weiße Fahne hissen muss. Fast 300 ArbeitsplĂ€tze stehen auf der Kippe, wĂ€hrend in Berlin weiter von der "Transformation" getrĂ€umt wird. Die bittere RealitĂ€t sieht anders aus: Deutschland verliert seine industrielle Basis – StĂŒck fĂŒr StĂŒck.

Ein Jahrhundert Aufbauarbeit vor dem Aus

Was fĂŒr eine tragische Ironie: Ausgerechnet im JubilĂ€umsjahr seines 100-jĂ€hrigen Bestehens muss der Spezialist fĂŒr Anlagenbau am 18. Juli Insolvenz anmelden. Das Unternehmen, das zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und die Wiedervereinigung ĂŒberstand, scheitert nun an der desaströsen Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre. Von den weltweit 360 BeschĂ€ftigten bangen allein am Hauptsitz in Weinsberg 270 Menschen um ihre Zukunft.

Die Unternehmensleitung versucht zwar, Optimismus zu verbreiten – der GeschĂ€ftsbetrieb laufe weiter, die Produktion sei nicht beeintrĂ€chtigt. Doch wer die RealitĂ€t von Insolvenzen kennt, weiß: Das sind oft nur beruhigende Worte fĂŒr die ersten Wochen. Die Löhne seien durch Insolvenzgeld fĂŒr drei Monate gesichert, heißt es. Drei Monate – was dann?

Die wahren GrĂŒnde hinter dem Niedergang

Offiziell macht Vollert eine rĂŒcklĂ€ufige Nachfrage in der Betonfertigteilindustrie und ein verlustreiches Großprojekt im Stahlbereich fĂŒr die Misere verantwortlich. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die eigentlichen Ursachen liegen tiefer: explodierende Energiekosten durch die verfehlte Energiewende, ĂŒberbordende BĂŒrokratie, fehlende Planungssicherheit und eine Politik, die lieber WindrĂ€der subventioniert als den Industriestandort zu stĂ€rken.

"Viele Fragen sind noch unbeantwortet", erklÀrt Christian Thym von der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm.

NatĂŒrlich sind Fragen unbeantwortet – wenn die Politik keine Antworten auf die drĂ€ngenden Probleme des Mittelstands hat! WĂ€hrend in China und den USA massiv in die Industrie investiert wird, diskutiert man hierzulande ĂŒber Gendersternchen und KlimaneutralitĂ€t. Das Ergebnis: Deutsche Traditionsunternehmen wie Vollert können trotz neuer AuftrĂ€ge keine Finanzierung mehr bei Banken sichern. Die Kreditinstitute haben lĂ€ngst das Vertrauen in den Standort Deutschland verloren.

Ein schwarzer Tag fĂŒr Weinsberg – und ganz Deutschland

BĂŒrgermeisterin Birgit Hannemann sprach von einem "schwarzen Tag fĂŒr die Stadt". Sie hat recht, doch es ist mehr als das: Es ist ein schwarzer Tag fĂŒr den gesamten deutschen Mittelstand. Vollert ist kein Einzelfall, sondern Teil einer besorgniserregenden Entwicklung. Die Insolvenzwelle rollt, und sie trifft vor allem jene Unternehmen, die das RĂŒckgrat unserer Wirtschaft bilden.

Besonders bitter: Vollert hatte erst im Juni dieses Jahres neue GroßauftrĂ€ge gewonnen. Das Unternehmen ist international fĂŒhrend in seinem Bereich, unterhĂ€lt Standorte in den USA, China, Brasilien und Indien. Doch all das hilft nichts, wenn die Rahmenbedingungen im Heimatland nicht mehr stimmen. Die Frage, ob und wie die internationalen Standorte von der Insolvenz betroffen sein werden, bleibt vorerst unbeantwortet.

Die Mitarbeiter als Leidtragende

Am Tag nach der Insolvenzanmeldung informierte die Unternehmensleitung die Belegschaft. Die Stimmung sei gedrĂŒckt gewesen, berichtet die IG Metall. Kein Wunder – 270 Familien in Weinsberg und Umgebung mĂŒssen nun um ihre Existenz bangen. Drei Monate Insolvenzgeld mögen die erste Not lindern, doch was kommt danach? In einer Region, in der Vollert eine zentrale Rolle als Arbeitgeber spielt, wird es schwer werden, adĂ€quate Alternativen zu finden.

Was jetzt passieren muss

Das Insolvenzverfahren lĂ€uft, ein Insolvenzverwalter soll Wege finden, den GeschĂ€ftsbetrieb nachhaltig zu sichern. Doch seien wir ehrlich: Die Erfolgschancen sind gering, solange sich die politischen Rahmenbedingungen nicht grundlegend Ă€ndern. Deutschland braucht endlich wieder eine Politik, die fĂŒr die heimische Wirtschaft kĂ€mpft, statt sie mit immer neuen Auflagen und Kosten zu erdrosseln.

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Stattdessen plant sie nun ein 500 Milliarden Euro Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur und hat die KlimaneutralitĂ€t bis 2045 im Grundgesetz verankert. Das wird die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten. WĂ€hrenddessen gehen Unternehmen wie Vollert vor die Hunde.

Es ist höchste Zeit fĂŒr einen Kurswechsel. Deutschland braucht wieder eine Wirtschaftspolitik, die diesen Namen verdient. Eine Politik, die Unternehmer unterstĂŒtzt statt gĂ€ngelt, die ArbeitsplĂ€tze sichert statt ideologische Luftschlösser baut. Sonst werden wir noch viele "schwarze Tage" wie diesen in Weinsberg erleben – bis vom deutschen Mittelstand nichts mehr ĂŒbrig ist.

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17.04.2025
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Wer ist: Thorsten Polleit

Thorsten Polleit ist einer der profiliertesten Ökonomen Deutschlands und ein international anerkannter Experte fĂŒr Geld- und Kapitalmarkttheorie sowie Edelmetalle wie Gold und Silber sowie fĂŒhrender