
Wenn der Staat stillsteht, sollten auch Politiker-GehÀlter einfrieren
Die dritte Woche des amerikanischen Regierungsstillstands lĂ€uft, und ein Ende ist nicht in Sicht. WĂ€hrend Millionen Bundesangestellte ihre ersten Gehaltsschecks vermissen und sich fragen, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen, gibt es eine Gruppe, die weiterhin pĂŒnktlich ihr Geld erhĂ€lt: die Mitglieder des US-Kongresses. Diese groteske Ungerechtigkeit offenbart die ganze Verlogenheit des politischen Establishments.
Das wahre Gesicht der politischen Elite
Der demokratische Senator Ruben Gallego aus Arizona lieferte ein Paradebeispiel fĂŒr diese Heuchelei. In einem Interview mit NBC News verteidigte er seine Weigerung, wĂ€hrend des Shutdowns auf sein Gehalt zu verzichten: Er sei nicht wohlhabend, habe drei Kinder und wĂŒrde ohne sein Gehalt Hypotheken- und Mietzahlungen sowie Unterhaltszahlungen versĂ€umen. Genau das, Senator Gallego â genau das erleben gerade Millionen amerikanischer Familien!
Die Autorin Tiffany Smiley, ehemalige Senatskandidatin aus Washington State, bringt es auf den Punkt: WĂŒrde dieser Shutdown ĂŒberhaupt stattfinden, wenn die Kongressmitglieder selbst ihre Hypotheken nicht mehr bedienen könnten? Wenn sie sich Sorgen machen mĂŒssten, wie sie ihre Tanks fĂŒllen? Die Antwort liegt auf der Hand.
Die menschlichen Kosten politischer Spielchen
Die Folgen des verlĂ€ngerten Shutdowns tĂŒrmen sich rasant auf. Bundesdienstleistungen kommen zum Erliegen. Beratungsstellen fĂŒr Veteranen haben geschlossen. FlugverspĂ€tungen und Reiseunterbrechungen verursachen landesweit Chaos. Jede Woche kostet die US-Wirtschaft 15 Milliarden Dollar. Ein einmonatiger Shutdown wĂŒrde 43.000 weitere Amerikaner arbeitslos machen.
"Ich kenne aus erster Hand, wie es ist, sich mit der Regierung anzulegen â ohne Hilfe, ohne Wegweiser und ohne Belohnung", schreibt Smiley, deren Mann 2005 im Irak durch eine Bombe erblindet wurde.
Ein System, das seine BĂŒrger im Stich lĂ€sst
Smileys persönliche Geschichte verdeutlicht die systemischen VersĂ€umnisse. Als ihr Mann schwer verwundet im Walter Reed Hospital lag, musste sie ein System navigieren, das weder ihm noch ihr echte UnterstĂŒtzung bot. Sie hatte ihren Job aufgegeben, um an seiner Seite zu sein, wĂ€hrend sich Studienschulden und Pflegekosten hĂ€uften. Es gab keine Sicherheitsnetze, keine klaren Anleitungen â nur BĂŒrokratie und Schweigen.
Zwanzig Jahre spĂ€ter habe sich beschĂ€menderweise wenig geĂ€ndert, konstatiert sie. WĂ€hrend PrĂ€sident Trump dafĂŒr sorge, dass MilitĂ€rangehörige bezahlt werden, gingen Strafverfolgungsbeamte, Fluglotsen und Millionen von MĂŒttern und VĂ€tern leer aus.
Die politische Verantwortung der Demokraten
Besonders pikant: Die Demokraten hĂ€tten sechsmal dafĂŒr gestimmt, die Regierung geschlossen zu halten. WĂ€hrend sie fĂŒr einen fortgesetzten Shutdown stimmen, kĂ€mpften Trump und die republikanischen Kongressabgeordneten fĂŒr eine saubere FinanzierungsverlĂ€ngerung, die die Regierung sofort wieder öffnen wĂŒrde.
Der Shutdown sei nicht eine Frage der Politik, sondern der Macht, so Smiley. Die Demokraten wĂŒrden mit den Gehaltsschecks amerikanischer Familien spielen, um politische Punkte zu sammeln.
Eine radikale, aber gerechte Lösung
Die Forderung liegt auf der Hand: Wenn das amerikanische Volk den Schmerz eines Regierungsstillstands spĂŒren muss, sollten die Kongressmitglieder mit ihnen im SchĂŒtzengraben sitzen. Sie sollten diejenigen mit den leeren Bankkonten sein.
Man stelle sich die Dringlichkeit vor, wenn jedes Kongressmitglied mit Zwangsvollstreckungen konfrontiert wĂ€re. Einige Mitglieder, sowohl Republikaner als auch Demokraten, hĂ€tten bereits zugesagt, auf ihr Gehalt zu verzichten. Andere, wie Gallego, sollten sich ihnen anschlieĂen.
Die Lösung sei einfach: Die GehĂ€lter des Kongresses einbehalten, bis die Regierung finanziert ist. Und dann zusehen, wie schnell die Regierung wieder finanziert wird. Diese MaĂnahme wĂŒrde die politische Elite zwingen, die Konsequenzen ihrer eigenen Entscheidungen zu tragen â ein Konzept, das in Washington offenbar völlig fremd geworden ist.
Es ist Zeit, dass die gewĂ€hlten Volksvertreter verstehen: Wer das Volk im Stich lĂ€sst, verdient auch keinen Cent vom Steuerzahler. Nur so lĂ€sst sich die abgehobene politische Kaste wieder auf den Boden der Tatsachen zurĂŒckholen.










