Kettner Edelmetalle
04.09.2025
07:57 Uhr

US-Wirtschaft vor dem Abgrund: Rezession noch in diesem Jahr möglich

Die amerikanische Wirtschaft steht nach EinschĂ€tzung fĂŒhrender Ökonomen unmittelbar vor einer schweren Rezession. Mark Zandi, Chefökonom bei Moody's Analytics, warnt eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen der aktuellen US-Politik. Seine Prognose: Noch vor Jahresende könnte die grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft der Welt in eine tiefe Krise stĂŒrzen.

Alarmstufe Rot bei allen Wirtschaftsindikatoren

„Die Wirtschaft befindet sich nicht in einer Rezession, zumindest noch nicht", erklĂ€rt Zandi im Interview. „Aber sie steht am Abgrund, am Rande dieser Rezession." Der renommierte Wirtschaftsexperte, der bereits die Finanzkrise 2008 vorhergesagt hatte, sieht ĂŒberall rote Warnlampen aufleuchten – von der BeschĂ€ftigung ĂŒber den Immobilienmarkt bis hin zu den Verbraucherpreisen.

Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Das Jobwachstum sei praktisch zum Stillstand gekommen. „Das ist die Brandmauer zwischen Rezession und Nicht-Rezession", betont Zandi. Sobald die BeschĂ€ftigtenzahlen negativ wĂŒrden, mĂŒssten alle Alarmglocken schrillen. Er rechne damit, dass dies sehr bald geschehen werde.

Trumps Zollpolitik als Brandbeschleuniger

Die von PrĂ€sident Trump eingefĂŒhrten massiven Zölle – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren und 25 Prozent auf Produkte aus Mexiko und Kanada – zeigen ihre verheerende Wirkung. WĂ€hrend die Trump-Administration noch von einer „brummenden Wirtschaft" spricht, sieht die RealitĂ€t anders aus.

Unternehmen hĂ€tten bisher mit Preiserhöhungen gezögert, aus Angst vor dem „politischen SĂ€geblatt", so Zandi. Doch diese ZurĂŒckhaltung werde nicht mehr lange anhalten. Die jĂ€hrliche Inflationsrate, derzeit bei 2,7 Prozent, werde bis zum nĂ€chsten Jahr auf fast vier Prozent steigen. „Die Preise steigen bereits, man kann es in den Daten sehen", warnt der Ökonom. „Aber sie werden in einem Ausmaß steigen, das fĂŒr die Menschen unmöglich zu ignorieren sein wird."

Kalifornien und New York als Schicksalsfaktoren

Besonders kritisch sei die Lage in den beiden wirtschaftlichen Schwergewichten Kalifornien und New York. Diese Bundesstaaten, die zusammen mehr als ein FĂŒnftel des nationalen BIP ausmachen, befĂ€nden sich bereits in gefĂ€hrlichen GewĂ€ssern. „Was mit Kalifornien und New York passiert, könnte darĂŒber entscheiden, was mit der Nation passiert", erklĂ€rt Zandi. Sollten diese beiden Wirtschaftsmotoren ins Stottern geraten, sei eine landesweite Rezession unausweichlich.

Bereits jetzt befĂ€nden sich Staaten, die etwa ein Drittel der US-Wirtschaft reprĂ€sentieren, am Rande oder bereits in einer Rezession. Die Warnsignale seien unĂŒbersehbar: Das BIP-Wachstum im ersten Halbjahr lag bei mageren einem Prozent, die Industrie schrumpft, das Baugewerbe ist trotz des Datenzentrums-Booms rĂŒcklĂ€ufig.

Der perfekte Sturm: Zölle, Immigration und Arbeitsmarkt

Was die aktuelle Situation besonders gefĂ€hrlich macht, ist das Zusammentreffen mehrerer negativer Faktoren. Die restriktive Einwanderungspolitik der Trump-Administration verschĂ€rft den ArbeitskrĂ€ftemangel zusĂ€tzlich. Das Wachstum der Erwerbsbevölkerung sei zum Stillstand gekommen, was weniger Jobs bedeute – möglicherweise sogar Jobverluste.

Zandi beschreibt einen möglichen Teufelskreis: Steigende Preise belasten die Kaufkraft der Verbraucher, diese schrĂ€nken ihre Ausgaben ein, Unternehmen reagieren mit Entlassungen, was wiederum zu noch weniger Konsum fĂŒhrt. „Das ist ein sich selbst verstĂ€rkender Teufelskreis – Entlassungen, weniger Ausgaben, weniger Ausgaben, mehr Entlassungen."

Historisch beispiellose Situation

Besonders bemerkenswert an der aktuellen Krise sei ihre Entstehung. „Politische Fehler sind oft ein Element aller Rezessionen", erklĂ€rt Zandi. Doch diesmal sei die Situation anders: „Die hier eingefĂŒhrten Politiken stechen heraus, weil sie absichtlich gewĂ€hlt wurden." WĂ€hrend frĂŒhere Krisen meist Reaktionen auf externe Ereignisse waren, seien es diesmal die Politiken selbst, die das Problem verursachen. „In dieser Hinsicht ist es, soweit ich das beurteilen kann, beispiellos."

Die Ironie dabei: Trump hatte seine Zoll- und Einwanderungspolitik bereits im Wahlkampf angekĂŒndigt. „Es ist nicht so, als kĂ€me das aus heiterem Himmel", merkt Zandi an. Die amerikanischen WĂ€hler hĂ€tten gewusst, was sie bekommen wĂŒrden – und bekommen es nun in voller HĂ€rte zu spĂŒren.

Strukturelle StÀrken können nicht mehr kompensieren

Trotz der dĂŒsteren Aussichten sieht Zandi auch strukturelle StĂ€rken in der US-Wirtschaft, insbesondere den KI- und Technologie-Boom. Doch diese positiven KrĂ€fte könnten die negativen Auswirkungen der aktuellen Politik nicht mehr ausgleichen. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession beziffert Moody's maschinelles Lernmodell auf 49 Prozent – praktisch ein MĂŒnzwurf.

„Wenn wir tatsĂ€chlich in eine Rezession geraten, wird es gegen Ende dieses Jahres, Anfang nĂ€chsten Jahres sein", prognostiziert Zandi. Der entscheidende Moment könnte bereits mit den nĂ€chsten Arbeitsmarktdaten kommen. Sollten diese negativ ausfallen, wĂ€re das der Startschuss fĂŒr eine AbwĂ€rtsspirale, aus der es kein schnelles Entkommen gibt.

Die Warnung des Moody's-Ökonomen ist eindeutig: Die US-Wirtschaft steht am Abgrund. Ob sie noch die Kurve kriegt oder in den Abgrund stĂŒrzt, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. FĂŒr Anleger bedeutet dies: Höchste Zeit, ĂŒber krisensichere Investments nachzudenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich historisch als verlĂ€sslicher Schutz in turbulenten Zeiten bewĂ€hrt und sollten in keinem ausgewogenen Portfolio fehlen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss seine Investitionsentscheidungen selbst treffen und trĂ€gt die volle Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen. Wir empfehlen, sich umfassend zu informieren und gegebenenfalls professionellen Rat einzuholen.

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