
Söders Offenbarungseid: Die Union begreift langsam, dass die AfD nicht wegzaubern ist

Es war ein bemerkenswerter Moment der Selbsterkenntnis, der sich da im Deutschlandfunk abspielte. CSU-Chef Markus Söder, sonst nicht eben fĂŒr leise Töne bekannt, musste eingestehen, was Millionen WĂ€hler lĂ€ngst wissen: Die Umfragewerte der AfD lassen sich nicht einfach durch kosmetische Korrekturen senken. âScheinbar ist es verfestigter, als man denkt", gab der bayerische MinisterprĂ€sident kleinlaut zu Protokoll. Ein Satz, der mehr ĂŒber den Zustand der Union verrĂ€t als jedes Parteiprogramm.
Die Migrationswende als Etikettenschwindel
Man habe gehofft, so Söder, dass âdie klare VerĂ€nderung der Migrationspolitik" schon etwas bewirken wĂŒrde. Doch siehe da: Sie bewirkt nichts. Und das hat GrĂŒnde, die der CSU-Chef geflissentlich ĂŒbersieht. Denn die vielbeschworene Migrationswende der schwarz-roten Koalition unter Friedrich Merz ist bei nĂ€herem Hinsehen kaum mehr als ein Etikettenschwindel. WĂ€hrend an einzelnen GrenzĂŒbergĂ€ngen ein paar wenige Personen abgewiesen werden, lĂ€uft die EinbĂŒrgerungsmaschinerie auf Hochtouren weiter. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: EinbĂŒrgerungen auf Rekordhoch, Sozialleistungen fĂŒr EmpfĂ€nger im Ausland in Millionenhöhe, kein nennenswerter RĂŒckgang bei der irregulĂ€ren Zuwanderung.
Wen wundert es da, dass der WÀhler den Braten riecht? Wer Wandel verspricht und Stillstand liefert, darf sich nicht beklagen, wenn das Original den Vorzug vor der lauwarmen Kopie erhÀlt.
Das MĂ€rchen von der Spaltung
Besonders aufschlussreich ist Söders Drohkulisse gegenĂŒber den eigenen Reihen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD, so warnt er, wĂŒrde die Union spalten und zur âRumpftruppe" schrumpfen lassen. Doch hier muss man die Frage stellen: Welche Union meint Söder eigentlich? Jene, die unter Angela Merkel systematisch nach links abgedriftet ist? Jene, die ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen durchpeitscht und KlimaneutralitĂ€t ins Grundgesetz schreibt, obwohl Merz im Wahlkampf das Gegenteil versprach? Jene, die in der Energiepolitik weiterhin auf den grĂŒnen Irrweg setzt?
Die Wahrheit, die Söder nicht aussprechen mag, lautet: Die Spaltung der Union ist lĂ€ngst RealitĂ€t. Sie vollzieht sich nur leise, dafĂŒr kontinuierlich â an der Wahlurne. WĂ€hler fĂŒr WĂ€hler, Prozentpunkt fĂŒr Prozentpunkt wandert die einstige Volkspartei in Richtung Bedeutungslosigkeit, wĂ€hrend die AfD in Umfragen Richtung 30 Prozent marschiert.
Der eigentliche Verfestigungseffekt
Was Söder mit âverfestigt" beschreibt, ist in Wahrheit die nĂŒchterne Erkenntnis breiter WĂ€hlerschichten: Die etablierten Parteien sind nicht mehr willens oder in der Lage, eine Politik im Interesse der eigenen Bevölkerung zu machen. Die Probleme â Wohnungsnot, ausufernde KriminalitĂ€t, Bildungsmisere, explodierende Sozialkosten, eine deindustrialisierte Wirtschaft â sind ĂŒber Jahrzehnte hinweg systematisch ignoriert worden. Und zwar maĂgeblich von jener Union, die sich nun als Bollwerk prĂ€sentieren möchte.
Söders Klage ĂŒber die AfD, sie greife Themen auf, âdie sie zwar nicht lösen kann, aber die sie gern anderen in der Verantwortung zuschiebt", entbehrt nicht einer gewissen Komik. Denn wer trĂ€gt seit Jahrzehnten Verantwortung in Bund und LĂ€ndern? Wer hat das Land in seinen jetzigen Zustand regiert? Es waren nicht die Oppositionellen, es waren die selbsternannten Demokraten der Mitte.
Demokratische SelbstgefÀlligkeit als Wahlkampfmittel
Bezeichnend ist auch Söders rhetorischer Trick, von âdemokratisch verfassten KrĂ€ften" zu sprechen â als sĂ€Ăe der inzwischen zweitstĂ€rkste politische Block im Bundestag auĂerhalb des demokratischen Spektrums. Diese sprachliche Ausgrenzung von Millionen WĂ€hlern dĂŒrfte ein wesentlicher Treiber jener âVerfestigung" sein, die der CSU-Chef nun beklagt. Wer WĂ€hler beschimpft, statt ihre Sorgen ernst zu nehmen, treibt sie erst recht in die Arme der Konkurrenz.
Minderheitsregierung? Bitte nicht!
Bemerkenswert ist auch, mit welcher Vehemenz Söder Ăberlegungen zu einer Minderheitsregierung auf Bundesebene zurĂŒckweist. Man sei âauf den Erfolg der bestehenden Koalition angewiesen", erklĂ€rt er. Eine Aussage, die viel ĂŒber das politische SelbstverstĂ€ndnis verrĂ€t: Es geht nicht primĂ€r um das Wohl des Landes, sondern um den Machterhalt der eigenen Truppe. Neuwahlen werden gefĂŒrchtet wie der Teufel das Weihwasser â kein Wunder, wĂŒrden sie doch das schwarz-rote Konstrukt vermutlich endgĂŒltig hinwegfegen.
Was bleibt: Vermögenssicherung in unsicheren Zeiten
WĂ€hrend die politische Klasse sich in Selbstbeschwörungen ergeht und die Probleme des Landes weiter wachsen, sollten BĂŒrger ihre eigene Vorsorge nicht aus den Augen verlieren. Eine Regierung, die binnen weniger Monate ihre zentralen Wahlversprechen kassiert, 500 Milliarden Euro neue Schulden in den Raum stellt und die KlimaneutralitĂ€t ins Grundgesetz meiĂelt, wird die Inflation weiter befeuern. In solchen Zeiten haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber ĂŒber Jahrhunderte hinweg als verlĂ€sslicher Anker in einem ausgewogenen Vermögensportefeuille bewĂ€hrt â als realer Sachwert, der weder durch PolitikergeschwĂ€tz noch durch Notenpressen entwertet werden kann.
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