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19.10.2026
14:59 Uhr
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Schulden-Falle USA: Verbraucher-Stress auf dem Höchststand seit Corona!

Schulden-Falle USA: Verbraucher-Stress auf dem Höchststand seit Corona!
Symbolbild: KI-generiert

So viel finanzieller Druck lastete seit dem Corona-Schock im März 2020 nicht mehr auf amerikanischen Haushalten. Der Consumer Stress Legal Index (CSLI) des US-Rechtsdienstleisters LegalShield stieg im September auf 75,7 Punkte. Ein Experte warnt, dass die nach wie vor robusten Konsumzahlen das wahre Ausmaß der Lage verdecken könnten.

27 Monate Abwärtsspirale, und kein Ende in Sicht

Gegenüber dem Vorjahr legte der Index um 6,3 Prozent zu, seit Ende des zweiten Quartals um 1,5 Prozent. Schwerer wiegt etwas anderes: Seit 27 Monaten in Folge steigt der Wert im Jahresvergleich. In der 24-jährigen Geschichte des Index gab es nur eine längere Serie. Sie dauerte 34 Monate, von November 2006 bis August 2009, und fiel in die Zeit der Großen Rezession.

Matt Layton, Senior Vice President für Verbraucheranalysen bei LegalShield, findet gerade das schleichende Tempo beunruhigend. Es gebe keinen großen Knall, der Politik und Märkte aufschrecke. Seine Bilanz fällt nüchtern aus:

„Das ist ein langfristiger Schmerz für den ganz normalen Verbraucher."

Viele Amerikaner gehe das Geld jeden Monat ein Stück früher aus. In seinen Daten deute nichts auf eine baldige Besserung hin, sagt Layton. Immerhin verläuft die Verschlechterung langsamer als vor 2008. In den aktuellen 27 Monaten stieg der Index um 22 Prozent, in den ersten 27 Monaten der Krise ab 2006 waren es 40 Prozent. Zudem liegt er erst bei rund 60 Prozent des Rekordwerts von 125,2 Punkten aus dem Dezember 2008. Eine Rezession sage LegalShield ausdrücklich nicht voraus.

Gefühle gegen harte Fakten

Das Verbrauchervertrauen des Conference Board fiel im September auf 81,9 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit 2014. LegalShield misst jedoch keine Stimmung, sondern konkretes Handeln. Ausgewertet werden rund 150.000 Anrufe pro Monat von Menschen, die Hilfe bei Privatinsolvenz, Zwangsversteigerung oder Streit mit Gläubigern suchen.

„Umfragen zum Verbrauchervertrauen zeigen, wie sich die Menschen fühlen. Unsere Daten zeigen, was sie dagegen tun."

Konsum auf Pump: Die gefährliche Illusion

Der private Konsum macht mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Laut Layton taugen die Ausgabenzahlen aber nicht mehr als Maßstab für die finanzielle Gesundheit der Haushalte. Kredite und Angebote wie „Jetzt kaufen, später zahlen" würden die Ausgaben künstlich stützen. Er fragt, ob man das Problem nur vor sich herschiebe, bis das Budget der Verbraucher irgendwann „explodiert".

Die Zahlen der New Yorker Notenbank, auf die sich der Bericht beruft, sind deutlich:

  • Die Schulden der US-Haushalte erreichten im zweiten Quartal 2026 18,77 Billionen Dollar, 383 Milliarden mehr als ein Jahr zuvor.
  • Bei Kreditkarten rutschten auf das Jahr gerechnet 6,97 Prozent der Salden in einen ernsten Zahlungsrückstand.
  • Der Consumer Finance Index von LegalShield stieg im dritten Quartal um 4,5 Prozent auf 112,5 Punkte. Das sind rund 6 Prozent mehr als im Juli 2007, kurz vor der Großen Rezession.

Eigenheim weg, Privatinsolvenz droht

Am stärksten zog der Foreclosure Index an, der Zwangsversteigerungen abbildet: plus 14,8 Prozent auf 52,6 Punkte. Rechtsanwalt Ben Farrow von der Kanzlei Anderson, Williams, & Farrow sagt, seine Mandanten hätten sorgfältig gehaushaltet. Die Inflation zehre aber an ihrem Einkommen, und die Versicherungsprämien hätten sich verdoppelt. Sie kauften keine Porsches und keine Ribeye-Steaks, betont er. Alles sei schlicht zu teuer geworden.

Der Bankruptcy Index lag im dritten Quartal im Schnitt bei 41,0 Punkten. Das sind 14,3 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit Ende 2019. Er steigt seit 17 Quartalen in Folge, so lange wie nie zuvor. Seit die Fed im März 2022 mit den Zinserhöhungen begann, hat er sich mehr als verdoppelt. Der Index laufe den Insolvenzanträgen bei den Bundesgerichten etwa zwei Quartale voraus, sagt Layton. Die Daten sprächen deshalb für steigende Fallzahlen bis Anfang 2027.

Was Sparer daraus lernen können

Die Lage in den USA folgt einem bekannten Muster. Die Inflation frisst die Kaufkraft auf, und Kredite überdecken die Löcher im Haushaltsbudget. Dass sich ein solcher Druck über Jahre still aufbauen kann, zeigen die Daten deutlich. Wer sein Vermögen gegen Kaufkraftverlust und Schuldenkrisen absichern will, sollte breit streuen. Physisches Gold und Silber können dabei eine sinnvolle Beimischung sein, weil Edelmetalle von keinem Zahlungsversprechen eines Schuldners abhängen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

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