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28.08.2026
11:52 Uhr
KI-generiert

Petzen im Klassenzimmer? Stiftung nimmt SchĂŒler-Eltern ins Visier

Petzen im Klassenzimmer? Stiftung nimmt SchĂŒler-Eltern ins Visier
Symbolbild: KI-generiert

Sechs Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt ein Instagram-Beitrag der Amadeu Antonio Stiftung fĂŒr Empörung. Die Stiftung warnt darin vor einer möglichen AfD-Regierung und liefert LehrkrĂ€ften und Eltern gleich einen Handlungsleitfaden mit. Ein Punkt darin: Eltern sollen kontaktiert werden, wenn deren Kinder angeblich rechtsextreme Aussagen treffen.

Der Leitfaden und seine brisanteste Passage

Ausgangspunkt ist die Sorge der Stiftung, die AfD könne im Falle einer RegierungsĂŒbernahme die Bildungspolitik im Land umkrempeln. Wörtlich heißt es in dem Beitrag, sollte die AfD eine Landesregierung stellen, könne sie weitreichende Änderungen vornehmen – und genau das sei ihr Plan.

Dagegen empfiehlt die Stiftung unter anderem, demokratische Werte fest in Schulprogramm und Hausordnung zu verankern. LehrkrĂ€fte sollten standhaft bleiben, es gelte gegenĂŒber Rechtsextremismus keine NeutralitĂ€tspflicht. Bei Druck solle man sich vernetzen, notfalls FachverbĂ€nde, Gewerkschaften oder Beratungsstellen einschalten.

Und dann folgt der Satz, an dem sich die Kritik entzĂŒndet. Man solle anderen UnterstĂŒtzung anbieten, wie sie mit „rechtsextremen Aussagen ihrer Kinder“ umgehen könnten.

Wo endet AufklĂ€rung – und wo beginnt Denunziation?

Aus Sicht unserer Redaktion ist das ein bemerkenswerter Vorgang. Eine steuerlich geförderte Stiftung ermuntert Lehrer und Eltern, das Gesagte von Kindern zu bewerten und daraufhin die Familien zu kontaktieren. Wer definiert dabei eigentlich, was „rechtsextrem“ ist – der PĂ€dagoge, die Stiftung, der Klassenchat?

Kritiker sehen darin eine gefĂ€hrliche Grenzverschiebung: Schule solle Wissen vermitteln und zum eigenstĂ€ndigen Denken erziehen, nicht zum Melden. Auch in den Kommentarspalten fĂ€llt immer wieder der Vergleich mit den Überwachungsmethoden der DDR – ein Vergleich, der die emotionale Wucht des Themas zeigt.

Eine Stiftung im Dauerstreit – auf Kosten der Steuerzahler

Die Amadeu Antonio Stiftung ist seit Jahren umstritten. Sie erhÀlt Fördermittel des Bundes; Medienberichten vom Herbst 2025 zufolge sind diese Zuwendungen trotz scharfer Kritik aus den Reihen der Union sogar gestiegen. Die AfD-Bundestagsfraktion brachte im November 2025 einen Antrag ein, die staatliche Finanzierung zu beenden.

Belastet ist die Stiftung zudem durch die Vergangenheit ihrer langjĂ€hrigen Vorsitzenden, die ihre frĂŒhere TĂ€tigkeit als inoffizielle Mitarbeiterin des DDR-Staatssicherheitsdienstes eingerĂ€umt hat. FĂŒr viele BĂŒrger ist genau das der wunde Punkt: Ausgerechnet eine solche Organisation soll erklĂ€ren, wie Demokratie im Klassenzimmer funktioniert?

Warum die NervositĂ€t so groß ist

Der Hintergrund ist politischer Sprengstoff. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September 2026 ein neuer Landtag gewÀhlt. Umfragen sehen die AfD Ende August bei rund 41 bis 42 Prozent, die CDU nur bei etwa 22 bis 26 Prozent.

Solche Zahlen entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie sind Ausdruck einer tiefen Vertrauenskrise gegenĂŒber Berlin – bei Migration, innerer Sicherheit, Energiepreisen und Schuldenpolitik. Wer diese Unzufriedenheit mit LeitfĂ€den und Meldelogik beantwortet statt mit besserer Politik, dĂŒrfte sie eher verstĂ€rken.

Denn eine Demokratie lebt vom Streit der Argumente – nicht davon, dass Erwachsene KindersĂ€tze protokollieren. Die Stiftung sieht sich selbst als Bollwerk gegen Menschenfeindlichkeit. Ob dieser Leitfaden diesem Anspruch gerecht wird, dĂŒrfte in Sachsen-Anhalt gerade sehr unterschiedlich beantwortet werden.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschÀtzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechtsberatung dar.

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