Kettner Edelmetalle
30.03.2026
15:32 Uhr

Ölpreis vor dramatischem Anstieg: Droht eine Verdopplung auf 200 Dollar pro Barrel?

Was sich derzeit an den globalen ÖlmĂ€rkten abspielt, hat das Potenzial, die Weltwirtschaft in ihren Grundfesten zu erschĂŒttern. Der Brent-Rohölpreis hat sich im MĂ€rz um nahezu 50 Prozent verteuert und notierte zuletzt bei rund 115 US-Dollar pro Barrel. Und das könnte erst der Anfang sein. Analysten warnen eindringlich vor einem weiteren Preisanstieg – im schlimmsten Fall auf bis zu 200 Dollar pro Fass.

Die Straße von Hormus: Nadelöhr der Weltwirtschaft praktisch geschlossen

Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran geht mittlerweile in seine fĂŒnfte Woche, und ein Ende der Eskalation ist nicht absehbar. Die Straße von Hormus – jene schmale Meerenge am Persischen Golf, durch die normalerweise ein FĂŒnftel der weltweiten Öl- und Ölproduktlieferungen fließt – ist de facto nicht mehr passierbar. Statt der ĂŒblichen 20 Millionen Barrel pro Tag quĂ€len sich derzeit gerade einmal 1,6 Millionen Barrel durch die Passage. An manchen Tagen wagen nur eine Handvoll Tanker die Durchfahrt.

Die Zusagen der US-Regierung unter PrĂ€sident Trump, die Route mit MilitĂ€reskorten und Versicherungsgarantien wieder sicher zu machen, haben sich bislang als heiße Luft erwiesen. Kaum etwas hat sich geĂ€ndert. Die Analysten der SociĂ©tĂ© GĂ©nĂ©rale sprechen Klartext: Die sich vertiefende Konfrontation zwischen den Kriegsparteien beseitige jede realistische Chance einer kurzfristigen Deeskalation. Die erhoffte Wiedereröffnung der Meerenge verschiebe sich von MĂ€rz weit in den April hinein.

Saudi-Arabiens Ausweichroute gerÀt unter Beschuss

Besonders beunruhigend ist die Entwicklung an der zweiten Flanke. Saudi-Arabien leitet derzeit rund sieben Millionen Barrel pro Tag ĂŒber seine Ost-West-Pipeline zum Hafen Yanbu am Roten Meer – eine Notlösung, die bislang den völligen Zusammenbruch der Versorgung verhindert hat. Doch auch diese Lebensader steht nun unter akuter Bedrohung.

Am Wochenende feuerten die Huthi-Rebellen aus dem Jemen erneut Raketen auf Israel ab. Die Erinnerung an 2023 wird wach, als dieselbe Gruppierung nach Beginn des Gazakriegs die Wasserstraße Bab al-Mandab am sĂŒdlichen Ende des Roten Meeres fĂŒr westliche Reeder praktisch unpassierbar machte. Sollte sich dieses Szenario wiederholen, wĂ€re Saudi-Arabiens wichtigste Ausweichroute abgeschnitten. Der Hafen von Yanbu sei gleich doppelt gefĂ€hrdet, warnen Experten: Er liege nicht nur in Reichweite der Huthis, sondern rĂŒcke auch ins Visier des Irans. Bereits in der vergangenen Woche musste der Betrieb nach iranischen Angriffen kurzzeitig unterbrochen werden.

Transportkosten explodieren – Umleitung ĂŒber Afrika als letzte Option

Sollte der Zugang zum Roten Meer tatsĂ€chlich blockiert werden, bliebe nur noch der Umweg ĂŒber das Kap der Guten Hoffnung. Eine solche Umleitung ĂŒber Afrika wĂŒrde die Transportzeit um etwa 25 Tage verlĂ€ngern und die Kosten um 15 bis 20 US-Dollar pro Barrel in die Höhe treiben. FĂŒr die ohnehin unter Inflationsdruck stehenden Volkswirtschaften weltweit wĂ€re das ein verheerender Schlag.

Analysten ĂŒberbieten sich mit Horrorszenarien

Die Prognosen der großen Investmentbanken lesen sich wie ein Drehbuch fĂŒr den wirtschaftlichen Albtraum. Die SociĂ©tĂ© GĂ©nĂ©rale rechnet damit, dass Brent im April durchschnittlich bei 125 US-Dollar notieren könnte, mit Spitzen bis zu 150 Dollar pro Fass. Das wĂ€re ein neues Allzeithoch – der bisherige Rekord von 147,50 Dollar stammt aus dem Krisenjahr 2008.

Doch selbst das erscheint manchen Analysten noch optimistisch. Die Macquarie Group hĂ€lt in einem Extremszenario Preise von bis zu 200 US-Dollar pro Barrel fĂŒr möglich – vorausgesetzt, die Straße von Hormus bleibt bis Juni geschlossen. Die Wahrscheinlichkeit dafĂŒr beziffern die Investmentbanker auf immerhin 40 Prozent. Einzelne Ölsorten haben die 150-Dollar-Marke bereits durchbrochen: Oman-Rohöl kostete zeitweise fast 170 US-Dollar pro Barrel.

Das UBS-Team rechnet kurzfristig mit Preisen um 120 Dollar. Sollte der Konflikt jedoch deutlich lÀnger als bis April andauern, seien 150 Dollar oder mehr durchaus realistisch.

Was bedeutet das fĂŒr Deutschland und Europa?

FĂŒr die deutsche Wirtschaft, die ohnehin unter den Folgen jahrelanger energiepolitischer Fehlentscheidungen Ă€chzt, könnte diese Ölpreisexplosion zum nĂ€chsten schweren Schlag werden. Man erinnere sich: Es war die ideologiegetriebene Energiewende der vergangenen Regierungen, die Deutschland in eine beispiellose AbhĂ€ngigkeit von fossilen Energieimporten manövriert hat – bei gleichzeitiger Abschaltung der eigenen Kernkraftwerke. Nun rĂ€cht sich diese Politik mit voller Wucht.

Die Inflation, die in Deutschland ohnehin bereits im MĂ€rz spĂŒrbar angezogen hat, dĂŒrfte durch steigende Energiepreise weiter befeuert werden. Und das in einer Zeit, in der die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen auf den Weg gebracht hat, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten wird. Die Kombination aus explodierenden Energiekosten, schuldenfinanzierter Ausgabenpolitik und einer schwĂ€chelnden Industriebasis ist ein toxischer Cocktail, der den Wohlstand der deutschen BĂŒrger massiv bedroht.

Edelmetalle als Schutzschild in der Krise

In Zeiten geopolitischer Verwerfungen und galoppierender Inflation zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit Jahrtausenden als ultimativer Wertspeicher gelten. WĂ€hrend PapierwĂ€hrungen durch Inflation entwertet werden und AktienmĂ€rkte unter geopolitischen Schocks erzittern, bewĂ€hrt sich das gelbe Metall als verlĂ€sslicher Anker der Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio nicht ausschließlich den Launen der Weltpolitik und den Fehlentscheidungen der Notenbanken ausliefern möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als festen Bestandteil seiner Vermögensstrategie zu betrachten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und EinschĂ€tzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen durchzufĂŒhren und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. FĂŒr etwaige Verluste, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen resultieren, ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung.

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