Kettner Edelmetalle
22.09.2025
20:32 Uhr

Merz im Wolkenkuckucksheim: Wenn der Kanzler die Bodenhaftung verliert

Es ist schon bemerkenswert, wie schnell ein Bundeskanzler den Kontakt zur RealitĂ€t verlieren kann. Friedrich Merz, gerade einmal seit Mai im Amt, schwebt bereits in jenen geopolitischen SphĂ€ren, die sonst nur Langzeitregenten in ihrer SpĂ€tphase fĂŒr sich entdecken. WĂ€hrend die deutsche Wirtschaft Ă€chzt, die BĂŒrger unter explodierenden Energiekosten leiden und die KriminalitĂ€t neue Rekorde erreicht, gibt der CDU-Kanzler den Weltenlenker auf internationaler BĂŒhne.

Die große BĂŒhne statt kleiner Sorgen

Wer Merz bei seiner jĂŒngsten Bundestagsrede verfolgte, erlebte einen Regierungschef, der mit bemerkenswerter Schmerzfreiheit ĂŒber die Niederungen des Alltags hinwegschwebte. "Es geht um nicht mehr und um nicht weniger als um die Zukunft unseres Landes", tönte er von der Regierungsbank. Frieden, Freiheit, Wohlstand – die ganz großen Linien wurden beschworen, wĂ€hrend draußen vor dem Reichstag die RealitĂ€t eine andere Sprache spricht.

Die Rentner kĂ€mpfen mit der Inflation, mittelstĂ€ndische Unternehmen gehen reihenweise pleite, und was macht der Kanzler? Er will den "Generationenvertrag neu denken" und "Wegmarken fĂŒr die Freiheit" setzen. Als ob die von BĂŒrokratie erstickten Betriebe und die um ihre ArbeitsplĂ€tze bangenden Arbeitnehmer etwas mit solchen WorthĂŒlsen anfangen könnten.

RekordverdÀchtige Unbeliebtheit

Die Quittung fĂŒr diese Weltfremdheit lĂ€sst nicht lange auf sich warten. Mit einer Zustimmungsrate von gerade einmal 46 Prozent gehört Merz zu den unbeliebtesten Kanzlern der Nachkriegsgeschichte – und das bereits wenige Monate nach seinem Amtsantritt. Die große Koalition aus Union und SPD hat in den Umfragen bereits ihre Mehrheit verloren. Ein politisches Armutszeugnis sondergleichen.

"Freiheit ist die Grundlage von allem. Ohne Freiheit ist alles nichts", philosophiert der Kanzler, wĂ€hrend die BĂŒrger sich fragen, wie sie bei den aktuellen Energiepreisen ihre Wohnungen heizen sollen.

Besonders fatal wirkt sich Merz' mangelndes GespĂŒr fĂŒr die Stimmung im Land aus. Wenn ein Viertel der WĂ€hler die AfD unterstĂŒtzt – und diese Partei als einzige nach der Wahl noch zulegen konnte – dann kann man nicht permanent deren WĂ€hler vor den Kopf stoßen. Wer das Hohelied der Demokratie singt, darf nicht gleichzeitig Millionen von BĂŒrgern zu IrrlĂ€ufern erklĂ€ren.

Ukraine-Politik ohne FingerspitzengefĂŒhl

Nirgendwo zeigt sich die Abgehobenheit des Kanzlers deutlicher als in seiner Ukraine-Politik. WĂ€hrend er Milliarden fĂŒr Kiew lockermacht, erklĂ€rt er gleichzeitig das deutsche Sozialsystem fĂŒr nicht mehr finanzierbar. WĂ€hrend er von KriegstĂŒchtigkeit spricht, wĂ€chst in der Bevölkerung – besonders im Osten – die Angst vor einer militĂ€rischen Eskalation.

NatĂŒrlich ist Russland der Aggressor in diesem Konflikt. Die nĂ€chtlichen Bombardements ukrainischer StĂ€dte sind durch nichts zu rechtfertigen. Doch ein verantwortungsvoller Kanzler mĂŒsste die berechtigten Sorgen seiner BĂŒrger ernst nehmen, statt sie mit geopolitischen Floskeln abzuspeisen. Er mĂŒsste erklĂ€ren, warum deutsche Steuergelder in die Ukraine fließen, wĂ€hrend hierzulande Schulen verfallen und BrĂŒcken bröckeln.

Die verpasste Chance der Regierungsbildung

Schon bei der Regierungsbildung zeigte sich Merz' fatale FehleinschĂ€tzung. Statt auf den WĂ€hlerwillen zu hören und neue Wege zu gehen, entschied er sich fĂŒr die bequeme Variante einer großen Koalition mit der SPD. Eine Minderheitsregierung, die fĂŒr jede Entscheidung um Mehrheiten hĂ€tte werben mĂŒssen, wĂ€re der ehrlichere Weg gewesen. Doch dazu fehlte dem SauerlĂ€nder der Mut.

Die Körpersprache des Kanzlers spricht BĂ€nde: Die verkrampfte "Eichhörnchen-FĂ€ustchen"-Haltung, das nervöse Hin-und-her-Schwanken, der pikierte Gesichtsausdruck – all das verrĂ€t einen Mann, der sich in seinem Amt sichtlich unwohl fĂŒhlt. Ein Mann, der Angst vor dem eigenen Volk hat.

Ein Kanzler auf Abruf

Friedrich Merz verkörpert all das, was in der deutschen Politik schieflĂ€uft: Abgehobenheit statt BĂŒrgernĂ€he, Phrasen statt Taten, Weltpolitik statt Innenpolitik. WĂ€hrend er auf internationalen Konferenzen den Staatsmann mimt, brennt es an allen Ecken und Enden des Landes. Die explodierende KriminalitĂ€t, die Folgen der unkontrollierten Migration, der Niedergang der Wirtschaft – all diese drĂ€ngenden Probleme scheinen den Kanzler nicht zu interessieren.

Es ist höchste Zeit, dass die Politik wieder zu den Menschen zurĂŒckfindet. Deutschland braucht keine Weltkanzler, sondern Politiker, die sich um die konkreten Sorgen und Nöte der BĂŒrger kĂŒmmern. Die aktuelle Regierung hat bereits nach wenigen Monaten bewiesen, dass sie dazu nicht in der Lage ist. Die Frage ist nur, wie lange sich die Deutschen diese Weltfremdheit noch gefallen lassen.

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