
Krieg als Goldesel: Ölkonzerne scheffeln 30 Millionen Dollar – pro Stunde

Während Familien an der Zapfsäule verzweifeln und die Heizkostenabrechnung zum Albtraum wird, fließt das Geld bei den großen Ölkonzernen dieser Welt in Strömen, die selbst den Persischen Golf vor Neid erblassen lassen würden. Die Eskalation im Nahen Osten – der Iran-Krieg, der seit Wochen die geopolitische Landkarte neu zeichnet – erweist sich als beispiellose Gelddruckmaschine für eine Branche, die ohnehin nicht gerade für Bescheidenheit bekannt ist.
23 Milliarden Dollar Zusatzgewinn – in nur einem Monat
Die Zahlen sind so grotesk, dass man sie zweimal lesen muss: Allein im März 2026 hätten die 100 größten Öl- und Gaskonzerne der Welt rund 23 Milliarden US-Dollar an sogenannten Windfall-Profiten eingestrichen – also Zusatzgewinne, die ausschließlich auf die kriegsbedingt explodierten Energiepreise zurückzuführen seien. Umgerechnet entspricht das mehr als 30 Millionen Dollar pro Stunde. Pro Stunde. Während der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer für seinen Mindestlohn von 12,82 Euro schuftet, verdienen die Ölmultis in einer einzigen Minute mehr, als die meisten Menschen in ihrem gesamten Leben erwirtschaften werden.
Grundlage dieser erschütternden Berechnung sind Daten des renommierten Analysehauses Rystad Energy, die von der Organisation Global Witness im Auftrag des britischen Guardian ausgewertet wurden. Der Ölpreis lag im März bei durchschnittlich rund 100 US-Dollar pro Barrel – ein Niveau, das vor Beginn der Kampfhandlungen in weiter Ferne schien. Sollte dieser Preis bis Jahresende Bestand haben, könnten sich die kumulierten Zusatzgewinne der Branche auf unfassbare 234 Milliarden US-Dollar summieren.
Die üblichen Verdächtigen kassieren ab
Wer profitiert am meisten? Die Antwort überrascht wenig. An der Spitze der Gewinnerliste steht der saudische Staatskonzern Saudi Aramco, dem allein rund 25,5 Milliarden Dollar an Zusatzeinnahmen prognostiziert werden. Dicht dahinter folgen ausgerechnet russische Energieriesen wie Gazprom, Rosneft und Lukoil mit geschätzten 24 Milliarden Dollar – eine bittere Ironie, bedenkt man die geopolitischen Verflechtungen, die diesen Konflikt überhaupt erst befeuert haben.
Doch auch die westlichen Ölgiganten lassen sich nicht lumpen. ExxonMobil dürfte laut der Analyse rund elf Milliarden Dollar zusätzlich einstreichen, Chevron mehr als neun Milliarden, und Shell kommt auf geschätzte 6,8 Milliarden Dollar. Man könnte fast meinen, der Krieg sei das beste Konjunkturprogramm, das sich die Branche je hätte wünschen können.
Der Bürger zahlt die Zeche
Was bei den Konzernen als Rekordgewinn verbucht wird, ist auf der anderen Seite der Gleichung nichts anderes als eine massive Umverteilung von unten nach oben. Jeder zusätzliche Cent, den Saudi Aramco oder ExxonMobil verdienen, wird direkt aus den Taschen der Verbraucher gezogen. Steigende Benzinpreise, explodierende Heizkosten, teurerer Strom – die Energiekrise trifft vor allem jene, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Und das sind in Deutschland mittlerweile erschreckend viele.
Besonders perfide: Um die schlimmsten Auswirkungen abzufedern, senken Regierungen rund um den Globus die Steuern auf Kraftstoffe. Was auf den ersten Blick wie eine Entlastung wirkt, ist in Wahrheit ein doppelter Verlust für den Staat – und damit für den Steuerzahler. Denn die fehlenden Steuereinnahmen müssen anderswo kompensiert werden, sei es durch Kürzungen bei öffentlichen Ausgaben oder durch neue Schulden. In Deutschland, wo die neue Große Koalition unter Friedrich Merz bereits ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg gebracht hat, dürfte der fiskalische Spielraum ohnehin an seine Grenzen stoßen.
EU ringt um Antworten – und findet keine
Auf europäischer Ebene wächst der Druck, die Krisengewinner stärker zur Kasse zu bitten. Finanzminister mehrerer EU-Staaten hätten in einem Schreiben an die EU-Kommission gefordert, „ein klares Signal" zu setzen: Unternehmen, die von den Folgen eines Krieges profitierten, sollten stärker zur Finanzierung staatlicher Entlastungsmaßnahmen beitragen. Die Energierechnung der Europäischen Union sei seit Beginn des Konflikts bereits um 22 Milliarden Euro gestiegen, die Preise für Öl und Gas in Europa um rund 60 Prozent.
Doch die Warnungen vor einer neuen Schuldenkrise werden lauter. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis habe laut der Financial Times gemahnt, übermäßige Hilfsprogramme könnten „ernsthafte fiskalische Folgen" haben. Viele Staaten hätten nach den Krisen der vergangenen Jahre – Corona, Ukraine-Krieg, Inflation – nur noch begrenzte finanzielle Reserven. Auch Energiekommissar Dan Jørgensen habe zur Vorsicht aufgerufen: Entwicklungen im Energiesektor könnten schnell auf die gesamte Wirtschaft übergreifen.
Ein strukturelles Versagen mit Ansage
Was wir hier erleben, ist kein Zufall und keine Überraschung. Es ist das vorhersehbare Ergebnis einer jahrzehntelangen Energiepolitik, die auf Abhängigkeit statt auf Souveränität gesetzt hat. Patrick Galey, Leiter des Energieprogramms bei Global Witness, brachte es auf den Punkt: Globale Krisen führten immer wieder zu Rekordgewinnen bei Ölkonzernen, während die Bevölkerung die Kosten trage. Man könnte hinzufügen: Und die Politik schaut zu – oder schlimmer noch, sie subventioniert das Ganze auch noch mit Steuergeld.
Deutschland hat in den vergangenen Jahren unter der Ampelregierung eine Energiepolitik betrieben, die ideologisch motiviert war und die Versorgungssicherheit sträflich vernachlässigt hat. Der überhastete Atomausstieg, die einseitige Fixierung auf erneuerbare Energien ohne belastbare Speicherlösungen, die naive Abhängigkeit von russischem Gas – all das rächt sich nun bitter. Statt auf einen diversifizierten Energiemix zu setzen, der auch in Krisenzeiten Stabilität gewährleistet, hat man sich verwundbar gemacht. Die Rechnung dafür bezahlt nicht die politische Klasse in ihren Dienstwagen, sondern der Bürger an der Tankstelle und am Gaszähler.
Gold glänzt, wenn Öl brennt
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie fragil unser auf fossilen Energieträgern aufgebautes Wirtschaftssystem ist. Geopolitische Konflikte, Preisschocks und die daraus resultierende Inflation fressen die Ersparnisse der Bürger auf. Wer sein Vermögen schützen will, sollte über bewährte Werte nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Inflationsschutz und Krisenwährung bewährt – unabhängig davon, ob der Ölpreis bei 50 oder 100 Dollar steht. In einem breit gestreuten Portfolio können sie als stabilisierender Anker dienen, wenn die Papierwerte ins Wanken geraten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen, übernehmen wir keine Haftung.










