
Hessischer Bebenherd: CDU schickt eigene Leute aufs Schafott â weil sie mit der AfD stimmten

In einer beschaulichen 6.000-Seelen-Gemeinde am Rhein, in der man eigentlich erwarten wĂŒrde, dass ĂŒber Spielplatzsanierungen, VereinszuschĂŒsse und die Pflege der Friedhofsmauer debattiert wird, ist das geschehen, was in der Berliner Parteizentrale offenbar als Hochverrat gilt: CDU-Kommunalpolitiker haben sich erlaubt, mit gewĂ€hlten Vertretern der AfD gemeinsam abzustimmen. Die Konsequenz folgte prompt â und sie zeigt mit aller BrutalitĂ€t, wie es um das DemokratieverstĂ€ndnis der selbsternannten Volkspartei bestellt ist.
Wenn Pragmatismus zum Parteivergehen wird
Schauplatz Biebesheim am Rhein: Bei der Wahl der ehrenamtlichen Beigeordneten in der Gemeindevertretung reichten Christdemokraten und AfD nach einer Sitzungsunterbrechung eine gemeinsame Personalliste ein. Auf der anderen Seite des politischen Grabens stand ein BĂŒndnis aus SPD, GrĂŒnen und Freien WĂ€hlern, das mit 17 von 31 Sitzen die Mehrheit fĂŒr sich beansprucht. Die CDU mit acht Mandaten und die AfD mit sechs Sitzen wĂ€ren bei striktem Festhalten an der berĂŒhmten âBrandmauerâ rechnerisch zur Bedeutungslosigkeit verdammt gewesen. Der CDU-Fraktionschef Ulrich Harth wollte das offenbar nicht hinnehmen und sicherte seiner Partei einen Beigeordnetenposten â der AfD-Kandidat Bernd Kahnert zog parallel in den Gemeindevorstand ein.
Der Reflex aus der Parteizentrale
Was folgte, war ein LehrstĂŒck ĂŒber die PrioritĂ€ten der Union. Der CDU-Kreisverband GroĂ-Gerau leitete umgehend ein Parteiausschlussverfahren gegen die beteiligten Mitglieder ein. Kreisvorsitzender Stefan Sauer berief sich auf einen Unvereinbarkeitsbeschluss aus dem Jahr 2018, der nach dem Mord an Walter LĂŒbcke 2020 noch einmal bekrĂ€ftigt worden sei. Dieser sei ânicht diskutabelâ. Der hessische CDU-GeneralsekretĂ€r Leopold Born stieĂ ins gleiche Horn: Es sei richtig, dass vor Ort âunmittelbar und konsequentâ gehandelt werde. Konsequenz â ein Wort, das man bei der CDU sonst eher selten hört, wenn es etwa um die Sicherung der Grenzen, die BekĂ€mpfung der Migrationskrise oder die Reform der Sozialsysteme geht.
Die LĂŒbcke-Keule als Allzweckwaffe
Bemerkenswert ist die Argumentationskette: Ein einzelner, schrecklicher Mordfall wird Jahr fĂŒr Jahr instrumentalisiert, um eine ganze gewĂ€hlte Oppositionspartei pauschal in Sippenhaft zu nehmen. Mit derselben Logik mĂŒsste man jede Zusammenarbeit mit der Linken ausschlieĂen, weil deren VorgĂ€ngerpartei den SchieĂbefehl an der Mauer politisch verantwortete. Doch dort drĂŒckt man bekanntlich beide Augen zu â Kretschmer und Voigt verhandeln lĂ€ngst gerĂ€uschlos mit der ehemaligen SED-Nachfolgerin, ohne dass es einen Aufschrei aus der Parteizentrale gĂ€be.
Die statistische RealitÀt entlarvt die Heuchelei
Eine Studie des Berliner Wissenschaftszentrums fĂŒr Sozialforschung legt nahe, dass es zwischen Mitte 2019 und Mitte 2024 bei rund 19 Prozent von etwa 5.000 inhaltlichen Abstimmungen auf kommunaler Ebene zu einer âdirekten Kooperationâ mit der AfD gekommen sei. Knapp jede fĂŒnfte Sachentscheidung wird also bereits gemeinsam getroffen â weil es vor Ort schlicht um die Belange der BĂŒrger geht und nicht um die ideologischen Befindlichkeiten von Parteistrategen in klimatisierten HauptstadtbĂŒros. Die Brandmauer existiert in der gelebten Kommunalpolitik lĂ€ngst nicht mehr. Sie ist ein Phantom, ein Beruhigungsmittel fĂŒr FunktionĂ€re, die den RealitĂ€tskontakt verloren haben.
Friedrich Merz und das Versprechen vom ârechten Randâ
Erinnert sich noch jemand an Friedrich Merz, der einst antrat, der CDU ihr konservatives Profil zurĂŒckzugeben und die AfD zu halbieren? Das Ergebnis kann man bestaunen: Die AfD steht in aktuellen Umfragen bei rekordverdĂ€chtigen 28 Prozent. Statt die WĂ€hler durch eine glaubhafte konservative Politik zurĂŒckzugewinnen, regiert Merz in einer GroĂen Koalition mit der SPD, hat das 500-Milliarden-Schulden-Sondervermögen mitgetragen und die KlimaneutralitĂ€t bis 2045 ins Grundgesetz gemeiĂelt â Letzteres ein Versprechen an die GrĂŒnen, das kĂŒnftige Generationen mit Zinslasten und Steuererhöhungen ersticken wird. Wer in der CDU heute noch konservativ denkt, gilt als Ketzer. Wer kommunal pragmatisch handelt, wird mit dem Parteiausschluss bedroht.
Das eigentliche Demokratiedefizit
Die rhetorische Frage drĂ€ngt sich auf: Was ist eigentlich undemokratischer â wenn gewĂ€hlte Vertreter zweier Parteien gemeinsam einen Personalvorschlag einbringen, oder wenn eine Parteizentrale aus der Ferne diktiert, mit wem die eigenen kommunal GewĂ€hlten zu sprechen, zu kooperieren und abzustimmen haben? Millionen AfD-WĂ€hler werden seit Jahren systematisch entrechtet, indem ihre gewĂ€hlten ReprĂ€sentanten von jeder konstruktiven Mitarbeit ausgeschlossen werden. Das ist keine streitbare Demokratie â das ist die Bevormundung des SouverĂ€ns durch eine FunktionĂ€rskaste, die lĂ€ngst vergessen hat, wem sie eigentlich dient.
Die Tektonik verschiebt sich
Im Herbst stehen Landtagswahlen an. Sollte die AfD in mehreren BundeslĂ€ndern Ergebnisse jenseits der 30-Prozent-Marke einfahren, wird die Brandmauer zum politischen Selbstmordkommando. Die Frage ist nicht mehr, ob sie fĂ€llt, sondern wann. Und wenn sie fĂ€llt, wird sich die Frage stellen, wer in der CDU eigentlich noch glaubwĂŒrdig die TrĂŒmmer aufrĂ€umen kann, nachdem man jahrelang die eigenen, kommunal verankerten Mitglieder vor die TĂŒr gesetzt hat. Die Aufrechten in den Reihen der Union werden Farbe bekennen mĂŒssen â und je lĂ€nger gewartet wird, desto schmerzhafter wird der Bruch.
Was bleibt fĂŒr den BĂŒrger?
WĂ€hrend sich die Berufspolitik in Ritualen der Ausgrenzung erschöpft, schreitet der wirtschaftliche und gesellschaftliche Niedergang Deutschlands ungebremst voran. Inflation, ausufernde Staatsschulden, eine schwĂ€chelnde Industrie und eine massiv gestiegene KriminalitĂ€t sind die RealitĂ€t, der sich der BĂŒrger tĂ€glich stellen muss. Wer in solchen Zeiten Vermögen erhalten will, sollte sich nicht auf Versprechen einer Politikerklasse verlassen, die selbst die einfachsten Regeln demokratischer ReprĂ€sentation mit FĂŒĂen tritt. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte bewiesen, dass sie unabhĂ€ngig von politischen Moden, parteiinternen SĂ€uberungen und ideologischen Verirrungen ihren Wert behalten. Eine kluge Beimischung zum eigenen Vermögen kann gerade in unruhigen Zeiten ein Anker der StabilitĂ€t sein.
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