
FedEx zieht gegen Washington vor Gericht: Trumps Zollpolitik implodiert vor dem Supreme Court
Was passiert, wenn ein Präsident glaubt, mit dem Notstandshammer die Weltwirtschaft formen zu können? Er bekommt die Quittung – und zwar gleich von mehreren Seiten. Der US-Logistikriese FedEx hat die amerikanische Regierung verklagt und fordert die vollständige Rückerstattung sämtlicher gezahlter Zollabgaben. Ein Paukenschlag, der die ohnehin angeschlagene Handelspolitik Donald Trumps in ihren Grundfesten erschüttert.
Der Supreme Court zieht die Notbremse
Vorausgegangen war ein historisches Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten vom 20. Februar 2026. Die Richter stellten unmissverständlich klar: Das von Trump bemühte Notstandsgesetz ermächtige den Präsidenten nicht zur Verhängung von Zöllen. Diese Kompetenz liege beim Kongress. Ein vernichtendes Urteil für einen Mann, der sich offenbar über die Gewaltenteilung hinwegsetzen wollte – jenes Prinzip, das die amerikanische Demokratie seit ihrer Gründung zusammenhält.
Trump hatte die Zölle ursprünglich mit dem Kampf gegen illegale Drogen und die Unterbrechung der Versorgungskette für synthetische Opioide aus China begründet. Ein hehres Ziel, gewiss. Doch der Weg dorthin über ein Notstandsgesetz erwies sich als verfassungsrechtliche Sackgasse. Man fragt sich unwillkürlich: Hätte ein erfahrener Jurist im Weißen Haus dieses Debakel nicht kommen sehen müssen?
Eine Klagewelle rollt auf Washington zu
FedEx steht mit seiner Klage keineswegs allein. Die Liste der Unternehmen, die nun Rückerstattungen fordern, liest sich wie ein Who's Who der internationalen Wirtschaft: Toyota, Goodyear, Costco, Revlon, Patagonia und sogar der chinesische Elektroautobauer BYD haben Klagen eingereicht. Selbst die Dole Fresh Fruit Company und der japanische Fahrradkomponentenhersteller Shimano ziehen vor Gericht. Es ist, als hätte Trump mit seiner Zollpolitik einen Damm gebaut, der nun unter dem Druck der Realität bricht.
Die Dimensionen sind gewaltig. Mehr als 130 Milliarden Dollar – umgerechnet rund 110 Milliarden Euro – haben Importeure an Zollabgaben an die US-Regierung gezahlt. Geld, das nun möglicherweise zurückfließen muss. Woher die Mittel dafür kommen sollen, steht in den Sternen. Der Supreme Court hat in seinem Urteil wohlweislich offengelassen, wie die Rückzahlungen konkret abgewickelt werden sollen. Ein juristisches Minenfeld.
Trumps nächster Schachzug: Neue Zölle auf anderer Rechtsgrundlage
Doch wer glaubt, Donald Trump würde sich geschlagen geben, kennt den Mann schlecht. Kaum hatte die US-Zollbehörde am 22. Februar mitgeteilt, die für unrechtmäßig erklärten Zölle nicht mehr zu erheben, kündigte der Präsident bereits neue Sonderzölle an – diesmal auf Basis eines anderen Gesetzes. Zunächst sprach er von einem Aufschlag von 10 Prozent auf Waren aus aller Welt, einen Tag später waren es bereits 15 Prozent. Eine formale Anordnung blieb bislang allerdings aus. Das Muster ist bekannt: große Ankündigungen, unklare Umsetzung.
Für die europäische und insbesondere die deutsche Wirtschaft sind diese Entwicklungen von enormer Tragweite. Die bereits bestehenden 20-Prozent-Zölle auf EU-Importe belasten deutsche Exporteure massiv. Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich gerade auf seiner China-Reise im Spagat zwischen Peking und Washington übt, dürfte die Nachrichten aus den USA mit gemischten Gefühlen verfolgen. Die neue Große Koalition steht vor der Herausforderung, Deutschlands Handelsinteressen in einem zunehmend protektionistischen Umfeld zu verteidigen – eine Aufgabe, an der schon die Vorgängerregierung kläglich gescheitert ist.
Was bedeutet das Zollchaos für Anleger?
Die Unsicherheit an den globalen Märkten wächst. Wenn selbst der Supreme Court die Wirtschaftspolitik des mächtigsten Mannes der Welt für rechtswidrig erklärt, dann zeigt das, auf welch tönernen Füßen das gesamte Handelssystem derzeit steht. In solchen Zeiten erweist sich einmal mehr, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisenfeste Wertanlage ihre Berechtigung haben. Während Aktienmärkte auf politische Turbulenzen mit Kurseinbrüchen reagieren und Währungen unter dem Druck von Handelskriegen schwanken, bieten Edelmetalle jene Stabilität, die in einer Welt der politischen Willkür zunehmend zur Mangelware wird.
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