
Die Brandmauer bröckelt: CDU-Politiker aus Sachsen-Anhalt spricht offen aus, was viele in der Union nur denken
Es ist ein bemerkenswerter Moment, wenn ein MandatstrĂ€ger der eigenen Partei den Spiegel vorhĂ€lt und dabei eines der heiligsten Dogmen der deutschen Politik infrage stellt. Alexander RĂ€uscher, Landtagsabgeordneter der CDU in Sachsen-Anhalt, hat gegenĂŒber der Jungen Freiheit klare Worte gefunden: LĂ€ge die Entscheidung bei ihm und seiner Fraktion, so wĂ€re die berĂŒchtigte âBrandmauerâ lĂ€ngst Geschichte. Ein Satz, der in Berlin fĂŒr hochgezogene Augenbrauen sorgen dĂŒrfte â und der offenbart, wie tief der Riss durch die Union tatsĂ€chlich verlĂ€uft.
Ein Relikt aus der Bundespolitik, das im Osten niemand bestellt hat
RĂ€uscher bezeichnet die Brandmauer als âreines Produkt einer vergangenen Bundespolitikâ, das er grundsĂ€tzlich ablehne. Besonders bemerkenswert: Seine BegrĂŒndung speist sich aus der leidvollen Geschichte der DDR. Wer Menschen oder ganze Parteien pauschal wegen ihrer politischen Ausrichtung ausschlieĂe, der habe aus der deutschen Vergangenheit offenbar wenig gelernt. Ein Argument, das sitzt â und das ausgerechnet in einem Bundesland fĂ€llt, dessen BĂŒrger die Erfahrungen mit einem allmĂ€chtigen Ausgrenzungsapparat noch bestens in Erinnerung haben.
âWenn wir selbst entscheiden könnten, wĂ€re die Brandmauer lĂ€ngst weg.â
Man muss sich diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen. Ein gewĂ€hlter Volksvertreter erklĂ€rt öffentlich, dass er ĂŒber sein eigenes Abstimmungsverhalten faktisch nicht frei verfĂŒgen könne. Ist das noch die Demokratie, von der die politischen Klasse so gerne salbungsvoll spricht? Oder ist es das offene EingestĂ€ndnis, dass in den LandesverbĂ€nden lĂ€ngst nach Diktaten aus der fernen Parteizentrale getanzt wird?
Wem nĂŒtzt die Brandmauer wirklich?
RĂ€uscher liefert die Antwort gleich selbst mit. Unter den derzeitigen VerhĂ€ltnissen, so seine EinschĂ€tzung, nĂŒtze diese Konstruktion vor allem GrĂŒnen und Linken â jenen politischen KrĂ€ften also, die ihm vorschreiben wollten, wie er sich zu verhalten habe. Er spricht von einer âpolitischen IrrefĂŒhrungâ, die âgenial geframetâ sei. Und tatsĂ€chlich: Wer profitiert davon, dass sich das bĂŒrgerliche Lager selbst die HĂ€nde fesselt und mögliche Mehrheiten von vornherein verschenkt? Die Antwort dĂŒrfte auch dem Letzten dĂ€mmern.
Zugleich stellt der Abgeordnete fest, dass die Brandmauer bereits âerodiereâ und sich schlicht ânicht haltenâ lasse. Ein realpolitischer Befund, der sich mit der Stimmung an der Basis deckt â und der zeigt, dass die kĂŒnstlich errichteten Barrieren dem Druck der RealitĂ€t auf Dauer nicht standhalten.
Und doch das ĂŒbliche Manöver zum Schluss
So mutig die Einlassungen zur Brandmauer auch klingen mögen â am Ende folgt das altbekannte Ritual. GerĂŒchten ĂŒber eine mögliche Abspaltung von CDU-Abgeordneten, die gemeinsam mit der AfD eine sogenannte âGestaltungsmehrheitâ bilden könnten, erteilt RĂ€uscher eine deutliche Absage. Der entsprechende Bericht von Focus Online sei âfrei erfundenâ, versichert er, sogar per eidesstattlicher ErklĂ€rung.
Und dann kommt die pflichtschuldige Abgrenzung: Ăber den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund Ă€uĂert er sich abschĂ€tzig, bezeichnet ihn als âMenschenfĂ€ngerâ und âcharmanten Scharlatanâ, hinter dessen Reden âwenigâ stecke. Ein bemerkenswerter Spagat â erst die Brandmauer fĂŒr undemokratisch erklĂ€ren, dann aber im selben Atemzug jene Partei diffamieren, die man angeblich nicht mehr ausgrenzen möchte. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Ja, was denn nun? Die Quadratur des Kreises scheint in Teilen der Union weiterhin die beliebteste Disziplin zu sein.
Ein Fingerzeig fĂŒr den September
Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt im September gewinnen solche Töne besonderes Gewicht. Sie zeigen, dass die politische Nachfrage nach echten bĂŒrgerlichen Mehrheiten wĂ€chst â und dass immer mehr MandatstrĂ€ger es leid sind, sich von einer moralisierenden Empörungspolitik den eigenen Handlungsspielraum diktieren zu lassen. Ob den mutigen Worten irgendwann auch Taten folgen, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung mit der Union lehrt: Erst kommt die AnkĂŒndigung, dann das Einknicken. Die BĂŒrger dieses Landes haben ein feines GespĂŒr dafĂŒr entwickelt, wann ihnen etwas vorgemacht wird.
In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Verunsicherung, in denen das Vertrauen in etablierte Strukturen ohnehin schwindet, tun Anleger gut daran, ihr Vermögen auf ein solides Fundament zu stellen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Anker bewĂ€hrt â unabhĂ€ngig davon, welche Mauern die Politik gerade errichtet oder einreiĂt. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie einen bewĂ€hrten Schutz vor den UnwĂ€gbarkeiten, die eine planlose Politik immer wieder heraufbeschwört.
Hinweis der Redaktion: Der vorliegende Beitrag gibt ausschlieĂlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser ist angehalten, eigenstĂ€ndig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen.










