
Deutschland in neuer Standort-Studie: Ein erbÀrmliches Bild
Deutschland fĂ€llt im internationalen Vergleich weiter zurĂŒck, zeigt eine neue Studie. Selbst Katar, Saudi-Arabien und das kriegsgebeutelte Israel können mehr ĂŒberzeugen. Die Ergebnisse der Studie der privaten Schweizer Hochschule IMD sind alarmierend und werfen ein dĂŒsteres Licht auf die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Deutschland fĂŒr Unternehmer und Investoren immer unattraktiver
Die Bundesrepublik rutscht im Jahr 2024 auf Platz 24 ab â zwei PlĂ€tze schlechter als im Vorjahr. In den Jahren 2021 und 2022 war Deutschland noch auf dem 15. Platz, was den dramatischen AbwĂ€rtstrend verdeutlicht. Selbst das Kriegsland Israel konnte einige Punkte zulegen und stieg auf Platz 22 auf. Weit vor dem demokratischen Deutschland stehen auch die arabischen Monarchien wie Bahrain (Platz 21), Saudi-Arabien (Platz 16), Katar (Platz 11) und die Vereinigten Arabischen Emirate (Platz 7).
Wirtschaftsleistung und Regierungseffizienz: Ein Trauerspiel
Die Studie analysierte mehrere Standortfaktoren, darunter das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die ProduktivitĂ€t, die Steuerpolitik sowie politische, soziale und kulturelle Aspekte. In fast allen Teilindikatoren fĂ€llt Deutschland zurĂŒck:
- Wirtschaftsleistung: Deutschland rutscht vom 12. auf den 13. Platz ab. Im Jahr 2022 war es noch Platz 5. Die Rezession und die Inflation setzen dem Land stark zu.
- Regierungseffizienz: Hier belegt Deutschland den 32. Platz, im Vorjahr war es noch Platz 27. Besonders auffĂ€llig ist die schlechte Platzierung bei der Steuerpolitik: Platz 62 â zwei PlĂ€tze schlechter als im letzten Jahr.
- Unternehmenseffizienz: Nach Platz 29 im Vorjahr liegt Deutschland nun auf Platz 35. Der schÀrfere FachkrÀftemangel verschlechtert die Position Deutschlands beim Teilfaktor ArbeitskrÀfte auf Platz 36.
- Infrastruktur: Deutschland fiel von Platz 14 auf Platz 20.
Deutsche Industrie in Gefahr
Auch das Ifo-Institut warnte im Mai vor einer stetig schlechteren Wettbewerbsposition der deutschen Industrie. Laut einer neuen Befragung von Deloitte und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fĂŒrchtet fast jedes zweite Unternehmen, dass âdie Deindustrialisierung des Standorts Deutschland kaum noch aufgehalten werden kannâ.
Opposition fordert Handeln
Die Opposition in Deutschland nimmt die Studie aus der Schweiz zum Anlass, um die Ampel-Regierung zum Handeln aufzurufen. âDeutschland wird durchgereicht, und die Ampel schaut tatenlos zuâ, kritisierte die wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Julia Klöckner, die Politik gegenĂŒber der Deutschen Presse-Agentur. Die Union habe wiederholt VorschlĂ€ge in den Bundestag eingebracht, doch die Ampel-Regierung verhindere die Debatte und flĂŒchte sich in AnkĂŒndigungen ĂŒber Entlastungen und Reformen fĂŒr die Wirtschaft â konkrete VorschlĂ€ge wĂŒrden jedoch fehlen.
AfD fordert drastische MaĂnahmen
Die AfD-Fraktion im Bundestag schrieb auf Twitter, âdie Abstiegs-Ampelâ sei die gröĂte Belastung fĂŒr die deutsche Wirtschaft. Die VorschlĂ€ge der Rechten: Steuern und Abgaben runter, Energiepreise âspĂŒrbar senkenâ, âBĂŒrokratiewustâ abbauen, die Infrastruktur wieder auf Vordermann bringen und in Digitalisierung, Bildung und Forschung investieren. Wie genau das alles gleichzeitig klappen und woher das Geld kommen soll, machte die Partei nicht nĂ€her bekannt.
Ampel-Regierung plant Dynamisierungspaket
Die Ampel-Regierung arbeitet aktuell an einem sogenannten Dynamisierungspaket, mit dem sie die deutsche Wirtschaft ankurbeln will. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Die GrĂŒnen) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) könnten nach Handelsblatt-Informationen bei Steuererleichterungen, Elektroautos und Arbeitsanreizen bald eine Einigung erzielen. Die finanziellen Entlastungen fĂŒr die Wirtschaft bleiben jedoch wegen der angespannten Haushaltslage strittig.









