Kettner Edelmetalle
12.03.2026
20:50 Uhr

Wortbruch mit Ansage: Union liebÀugelt mit Spitzensteuersatz von 49 Prozent

Wortbruch mit Ansage: Union liebÀugelt mit Spitzensteuersatz von 49 Prozent

Man reibt sich verwundert die Augen. Hatte Friedrich Merz nicht noch im Wahlkampf vollmundig versprochen, die Steuerlast der Deutschen zu senken? Hatte er nicht markig verkĂŒndet, die Zitrone sei „ziemlich ausgequetscht"? Nun, kaum an der Macht, scheint die Union ein bemerkenswert kurzes GedĂ€chtnis zu entwickeln. Denn wie das „Handelsblatt" unter Berufung auf Fraktions- und Parteikreise berichtet, schließt die CDU/CSU eine Anhebung des Spitzensteuersatzes auf satte 49 Prozent nicht mehr kategorisch aus. Fast die HĂ€lfte des Einkommens – direkt in die Kassen eines Staates, der mit dem Geld seiner BĂŒrger umgeht wie ein Betrunkener mit der Kreditkarte.

Der „Mittelstandsbauch" als Feigenblatt

Die Argumentation klingt zunĂ€chst bestechend einfach: Der Steuerexperte Stefan Bach vom Deutschen Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung habe einen Vorschlag vorgelegt, wonach der berĂŒchtigte Mittelstandsbauch – jener steile Steueranstieg, der mittlere Einkommen ĂŒberproportional belastet – abgeschafft werden solle. Auch der SolidaritĂ€tszuschlag, dieses Relikt der deutschen Wiedervereinigung, das lĂ€ngst seinen ursprĂŒnglichen Zweck verloren hat, solle endlich komplett entfallen. Im Gegenzug wĂŒrde der Spitzensteuersatz von derzeit 42 auf 49 Prozent klettern, allerdings erst ab einem Jahreseinkommen von 90.000 Euro greifen.

Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Fritz GĂŒntzler, nannte das Konzept gegenĂŒber der Zeitung eine Grundlage, die „in die richtige Richtung" gehe. Man brauche eine „spĂŒrbare Entlastung der unteren und der mittleren Einkommen". Auch der CSU-Abgeordnete Florian Dorn, Mitglied im Finanzausschuss, zeigte sich angetan: Fast alle hĂ€tten dann mehr in der Tasche, vor allem die Mittelschicht werde spĂŒrbar entlastet.

Die alte Leier: Mehr Steuern statt weniger Staat

Doch wer glaubt, dass eine Regierung, die gerade ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen – im Klartext: einen gigantischen Schuldenberg – aufgetĂŒrmt hat, tatsĂ€chlich den Mut aufbringt, den Staatsapparat zu verschlanken, der glaubt wohl auch an den Weihnachtsmann. Die Geschichte lehrt uns eines mit brutaler Klarheit: Steuererhöhungen, die als „Umverteilung" verkauft werden, treffen am Ende immer die Mitte der Gesellschaft. Denn die wirklich Vermögenden haben Mittel und Wege, ihr Geld dem Zugriff des Fiskus zu entziehen – sei es durch Verlagerung ins Ausland oder durch geschickte Steuergestaltung.

Besonders perfide mutet an, was GĂŒntzler als SahnehĂ€ubchen obendrauf setzt: Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer könne er sich „in diesem Rahmen" ebenfalls vorstellen. Man lese und staune. Eine Konsumsteuer, die jeden einzelnen BĂŒrger trifft – vom Rentner bis zur alleinerziehenden Mutter –, und zwar völlig unabhĂ€ngig vom Einkommen. Das ist keine Entlastung der kleinen Leute. Das ist ein Taschenspielertrick.

Erbschafts- und Vermögensteuer bleiben tabu – aber warum eigentlich?

Immerhin: Eine VerschĂ€rfung der Erbschaftsteuer oder die EinfĂŒhrung einer Vermögensteuer lehnt die Union weiterhin ab. Das sei „zur Unzeit", so GĂŒntzler, und wĂŒrde die ohnehin strauchelnde Wirtschaft weiter verunsichern. Damit hat er zweifellos recht. Doch die Frage drĂ€ngt sich auf: Wenn die Wirtschaft bereits strauchelt – und das tut sie, mit GewinneinbrĂŒchen bei Porsche von ĂŒber 90 Prozent und massiven Problemen bei VW –, wie soll dann eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 49 Prozent die Lage verbessern? LeistungstrĂ€ger, Unternehmer, FachkrĂ€fte – genau jene Menschen, die dieses Land am Laufen halten – werden einmal mehr zur Kasse gebeten.

Ein Déjà-vu der besonderen Art

Was wir hier erleben, ist nichts weniger als der klassische Kreislauf deutscher Steuerpolitik: Erst wird versprochen, dann wird gebrochen. Friedrich Merz, einst als Verfechter der Steuervereinfachung und des berĂŒhmten Bierdeckels gefeiert, mutiert zum willfĂ€hrigen ErfĂŒllungsgehilfen einer Umverteilungspolitik, die man eher von der SPD erwarten wĂŒrde. Aber natĂŒrlich – man regiert ja auch mit der SPD. Und Vizekanzler Lars Klingbeil dĂŒrfte bei diesen Nachrichten kaum das LĂ€cheln unterdrĂŒcken können.

Der deutsche Steuerzahler hingegen hat allen Grund zur Sorge. Denn wenn die Geschichte eines lehrt, dann dies: Was als „moderate Anpassung" beginnt, endet regelmĂ€ĂŸig als dauerhafte Belastung. Der SolidaritĂ€tszuschlag, einst als temporĂ€re Abgabe eingefĂŒhrt, existiert nach ĂŒber drei Jahrzehnten immer noch. Wer garantiert, dass ein Spitzensteuersatz von 49 Prozent nicht schon bald als „neue NormalitĂ€t" gilt – und die Schwelle von 90.000 Euro durch die Inflation schleichend immer mehr BĂŒrger erfasst?

Die wahre Lösung liegt nicht in höheren Steuern

Deutschland hat kein Einnahmeproblem. Deutschland hat ein Ausgabenproblem. Die Steuereinnahmen des Bundes erreichen Jahr fĂŒr Jahr neue Rekordwerte, und dennoch reicht es nie. Statt den aufgeblĂ€hten Staatsapparat zu verschlanken, statt die ausufernde BĂŒrokratie einzudĂ€mmen, statt fragwĂŒrdige Subventionen zu streichen, greift man reflexartig in die Taschen der BĂŒrger. Es ist die immer gleiche Melodie, gespielt von wechselnden Orchestern – aber der Takt bleibt derselbe.

In Zeiten, in denen die Inflation das Ersparte der BĂŒrger auffrisst, in denen die Energiekosten explodieren und die Lebenshaltungskosten steigen, wĂ€re eine echte Steuerentlastung das Gebot der Stunde gewesen. Stattdessen bekommen wir Umverteilungsrhetorik und die Aussicht auf noch höhere Abgaben. Wer sein hart erarbeitetes Vermögen vor dem Zugriff eines immer gierigeren Staates schĂŒtzen möchte, tut gut daran, ĂŒber physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Bestandteil einer klugen Vermögenssicherung nachzudenken – denn diese unterliegen weder der WillkĂŒr politischer SteuerbeschlĂŒsse noch der schleichenden Entwertung durch Inflation.

„Wir brauchen eine spĂŒrbare Entlastung der unteren und der mittleren Einkommen." – Fritz GĂŒntzler (CDU), finanzpolitischer Sprecher der Unionsfraktion

Schöne Worte, Herr GĂŒntzler. Aber wenn die „Entlastung" der einen durch die Mehrbelastung der anderen finanziert wird, ist das keine Reform. Das ist Umverteilung. Und die hat Deutschland noch nie wohlhabender gemacht.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Steuerberatung dar. Die dargestellten Informationen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Quellen. FĂŒr individuelle steuerliche Fragen konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Steuerberater. Ebenso stellt dieser Beitrag keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener Recherche basieren und im Idealfall mit einem unabhĂ€ngigen Finanzberater besprochen werden.

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