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Kookaburra Silbermünze: Der komplette Ratgeber zur Perth-Mint-Anlagemünze

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Seit 1990 prägt die Perth Mint im Westen Australiens eine Silbermünze, deren Motiv sich Jahr für Jahr ändert: den Kookaburra. Diese Mischung aus verlässlichem Anlagesilber und wechselndem Sammelreiz hebt die Münze von vielen anderen Bullion-Klassikern ab. Wer Silber kauft, steht damit vor einer doppelten Frage: Geht es um das reine Edelmetall, um Gramm und Aufgeld, oder um ein Motiv, das in einigen Jahren zum gesuchten Stück werden kann? Dieser Beitrag ordnet beides ein.

Was die Kookaburra Silbermünze ausmacht

Der Kookaburra ist eine australische Anlagemünze aus Silber, herausgegeben von der staatlichen Perth Mint. Namensgeber ist der Jägerliest, ein in Australien heimischer Eisvogel, dessen lautes Lachen vielen aus Naturdokumentationen vertraut ist. Anders als bei den meisten Bullion-Münzen wird das Hauptmotiv der Münze jedes Jahr neu gestaltet: Mal sitzt der Vogel auf einem Ast, mal zeigt sich ein Paar, mal eine Szene mit Jungtieren. Genau dieser jährliche Wechsel macht den Reiz der Serie aus.

Die Rückseite folgte lange dem klassischen Muster britisch geprägter Commonwealth-Münzen. Bis 2022 zeigte sie das Porträt von Königin Elisabeth II., seit 2023 ist es das Bildnis von König Charles III. Damit ist die Kookaburra zugleich ein kleines Zeitdokument der jüngeren Geschichte des Vereinigten Königreichs und seiner Verbindung zu Australien.

Die Standardmünze besteht aus Feinsilber und wiegt in der gängigsten Variante eine Feinunze, also 31,1035 Gramm. In den ersten Jahrzehnten lag die Feinheit bei 999 (99,9 Prozent), seit dem Jahrgang 2018 prägt die Perth Mint die Kookaburra in 999,9er Feinsilber. Mit einem Durchmesser von rund 40,6 Millimetern fällt sie etwas größer aus als viele andere Eine-Unze-Silbermünzen, weil Silber im Vergleich zu Gold ein voluminöses Metall ist.

Silbermünze mit Eisvogel-Motiv aufrecht stehend in dunkler Studiobeleuchtung
Das Kookaburra-Motiv wechselt jährlich -- ein Merkmal, das die Serie von vielen anderen Anlagemünzen unterscheidet.

Geschichte: Von 1990 bis heute

Die Geschichte der Münze beginnt 1990, als die Perth Mint die erste Kookaburra in der Größe einer Unze ausgab. Damals trug sie noch einen Nennwert von 5 australischen Dollar. Bereits ab 1991 kamen größere Formate hinzu, und 1992 senkte die Münzstätte den Nennwert der Unze auf 1 australischen Dollar. Diese Nennwerte sind ohnehin nur symbolisch: Der tatsächliche Wert der Münze ergibt sich aus ihrem Silbergehalt und dem Tageskurs, nicht aus dem aufgeprägten Betrag.

Über die Jahrzehnte hat sich die Kookaburra als eine der bekanntesten Silber-Anlagemünzen etabliert -- neben Klassikern wie dem kanadischen Maple Leaf, der britischen Britannia oder dem American Silver Eagle. Was sie von diesen unterscheidet, ist die Kombination aus solidem Anlagecharakter und dem jährlich neuen Motiv, das zusätzlich Sammler anspricht.

Das jährlich wechselnde Motiv

Während etwa der Maple Leaf seit Jahrzehnten dasselbe Ahornblatt zeigt, gestaltet die Perth Mint den Kookaburra jedes Jahr neu. Für Anleger ist das zunächst nebensächlich, denn der Silberwert bleibt gleich. Für Sammler dagegen entsteht ein Anreiz: Ältere Jahrgänge mit niedriger Auflage oder besonders gefragtem Motiv können über die Jahre einen Aufschlag über den reinen Materialwert hinaus erzielen. Garantiert ist das jedoch nicht.

Feinheit, Gewichte und Stückelungen

Die Kookaburra-Serie deckt eine ungewöhnlich breite Spanne an Größen ab -- von der handlichen Unze bis zur massiven Kilomünze. Das macht sie sowohl für Einsteiger als auch für Anleger interessant, die größere Stückelungen bevorzugen.

Vier Silbermünzen unterschiedlicher Größe nebeneinander auf dunklem Schiefer
Die Kookaburra gibt es von einer Unze bis zu einem Kilogramm -- die größeren Formate haben anteilig oft ein geringeres Aufgeld.
Größen und Daten der Kookaburra Silbermünze
GrößeFeingewichtDurchmesserNennwert (ab 1992)geprägt seit
1 Unze31,10 g40,6 mm1 AUD1990
2 Unzen62,20 g53,3 mm2 AUD1991
10 Unzen311,0 g75,5 mm10 AUD1991
1 Kilogramm1000 g101,0 mm30 AUD1991

Alle Größen tragen einen geriffelten Rand und bestehen aus Feinsilber -- ältere Jahrgänge in 999, die neueren ab 2018 in 999,9. Die 2-Unzen-Variante wurde 2009 zum letzten Mal regulär aufgelegt und seither nicht mehr fortgeführt, während die Unze, die 10-Unzen- und die Kilomünze regelmäßig erscheinen.

  • 1 Unze: der Standard für Einsteiger und Sparpläne, gut handel- und lagerbar.
  • 10 Unzen: attraktiv für Anleger, die größere Beträge in wenigen Stücken bündeln möchten.
  • 1 Kilogramm: ein Schwergewicht, das beim Aufgeld pro Gramm oft günstiger liegt, aber schwerer zu teilen und wieder zu verkaufen ist.

Aktuelle Preise im Überblick

Wie sich die einzelnen Stückelungen preislich verhalten, zeigt das aktuelle Angebot zum Jahrgang 2026. Die folgenden Produkt-Cards bilden den jeweils tagesaktuellen Stand ab:

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Sonderausgaben: WMF und ANDA Privy Marks

Neben der Standardprägung gibt die Perth Mint immer wieder Sonderausgaben heraus, die sich vor allem an Sammler richten. Zwei davon haben sich einen festen Namen gemacht.

Die colorierte WMF-Ausgabe

Zur World Money Fair in Berlin, der weltweit größten Münzmesse, erscheint regelmäßig eine farbveredelte Variante der Kookaburra in besonders begrenzter Stückzahl. Die Kolorierung hebt das Motiv hervor und macht die Münze zum Blickfang. Solche Ausgaben werden in kleinen Auflagen produziert und richten sich klar an Sammler -- ihr Preis liegt deutlich über dem reinen Silberwert.

ANDA-Ausgaben mit Privy Mark

Auf Münzmessen wie der ANDA in Australien legt die Perth Mint Versionen mit einem zusätzlichen Privy Mark auf -- einem kleinen geprägten Zusatzzeichen, während das Hauptmotiv des Jahrgangs gleich bleibt. Diese Geheimzeichen kennzeichnen eine eigene, meist niedrige Auflage und sind unter Sammlern gesucht. Auch hier gilt: Der Aufpreis spiegelt die Seltenheit wider, nicht den Materialwert.

Anlage oder Sammlung?

Standardprägungen aus dem laufenden Jahrgang eignen sich für den Silberkauf nach Materialwert. Colorierte WMF-Stücke und ANDA-Ausgaben mit Privy Mark sind dagegen Sammlerobjekte, deren Preis stark vom Aufgeld und der Nachfrage abhängt. Wer in erster Linie Silber als Edelmetall halten möchte, fährt mit der regulären Münze in der Regel günstiger.

Auflage und Prägezahlen

Die Auflage der Kookaburra schwankt je nach Jahrgang erheblich. In den frühen Jahren lag die Prägezahl der Unze meist zwischen 80.000 und 300.000 Stück. Seit 2011 deckelt die Perth Mint die Auflage der Eine-Unze-Münze häufig bei 500.000 Stück pro Jahr -- ein Niveau, das in mehreren Jahren auch tatsächlich ausgeschöpft wurde.

Einige Jahrgänge fielen deutlich kleiner aus. So lag die Auflage der Unze etwa 2018 bei rund 243.000 und 2019 bei rund 220.000 Stück. Niedrigere Auflagen können -- müssen aber nicht -- einen Jahrgang für Sammler interessanter machen. Für die reine Silberanlage spielt die Auflagenhöhe dagegen kaum eine Rolle.

  • Hohe Auflagen (etwa die jüngeren Jahrgänge mit 500.000 Stück) sprechen für Anleger, die Silber nach Gewicht kaufen.
  • Niedrigere Auflagen älterer Jahrgänge können den Sammlerwert stützen, sind aber keine Garantie für Wertzuwachs.
  • Sonderausgaben mit vier- oder niedrigen fünfstelligen Auflagen sind klare Sammlerstücke.
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Das Aufgeld: Worauf Sie achten sollten

Das wichtigste Stichwort beim Kauf jeder Silbermünze ist das Aufgeld -- der Aufschlag über den reinen Materialwert. Es deckt Prägung, Vertrieb und Handelsmarge ab und fällt bei Silber prozentual höher aus als bei Gold. Der Grund liegt unter anderem in der Mehrwertsteuer: Anlagegold ist in Deutschland steuerbefreit, Silbermünzen unterliegen dagegen der Umsatzsteuer.

Beim Kookaburra lohnt sich ein Blick auf diese Punkte:

  1. Stückelung: Größere Einheiten wie die 10-Unzen- oder Kilomünze haben anteilig oft ein niedrigeres Aufgeld als viele einzelne Unzen.
  2. Jahrgang: Aktuelle Standardjahrgänge sind in der Regel am günstigsten. Ältere Jahrgänge können einen Sammleraufschlag tragen.
  3. Ausführung: Colorierte oder Privy-Mark-Versionen kosten ein Vielfaches des Silberwerts -- hier zahlen Sie für die Seltenheit, nicht für das Metall.
  4. Marktlage: In Phasen hoher Nachfrage steigt das Aufgeld, weil verfügbare Ware knapper wird.

Wer Silber primär als Edelmetall halten möchte, sollte das Aufgeld verschiedener Münzen vergleichen. Ein Hinweis zum Wiederverkauf: Standardmünzen lassen sich meist einfacher veräußern als exotische Sonderausgaben, weil die Nachfrage breiter ist. Diese Einordnung ist allgemeiner Natur und keine Anlageempfehlung.

Kookaburra 2026 und die Frage nach dem richtigen Stück

Der Jahrgang Kookaburra 2026 setzt die Serie nahtlos fort: 999,9er Feinsilber, das gewohnte Spektrum von der Unze bis zum Kilogramm und das Porträt von König Charles III. auf der Rückseite. Für Einsteiger ist die Eine-Unze-Münze des laufenden Jahrgangs meist der unkomplizierteste Weg, in physisches Silber einzusteigen.

Ob die Standardmünze oder eine Sonderausgabe die richtige Wahl ist, hängt vom Ziel ab. Eine grobe Orientierung:

  • Reine Silberanlage: aktuelle Standardprägung, gern in größerer Stückelung, mit Blick aufs Aufgeld.
  • Mischung aus Anlage und Sammelfreude: Standardmünzen verschiedener Jahrgänge mit ihren wechselnden Motiven.
  • Gezieltes Sammeln: colorierte WMF-Ausgaben oder ANDA-Stücke mit Privy Mark und niedriger Auflage.

Kettner Edelmetalle führt das vollständige Kookaburra-Sortiment vom Einzelstück bis zur Kilomünze. Die Übersicht der Kookaburra-Münzen zeigt die aktuell verfügbaren Jahrgänge und Ausführungen.

Häufige Fragen zur Kookaburra Silbermünze

Aus welchem Material besteht die Kookaburra Silbermünze?

Die Kookaburra besteht aus reinem Feinsilber. Ältere Jahrgänge wurden in 999 (99,9 Prozent) geprägt, seit dem Jahrgang 2018 in 999,9. Die Standardmünze wiegt eine Feinunze (31,1035 Gramm), daneben gibt es Formate mit 2 Unzen, 10 Unzen und einem Kilogramm.

Seit wann wird die Kookaburra geprägt?

Die Perth Mint gibt die Eine-Unze-Kookaburra seit 1990 heraus. Die größeren Stückelungen kamen ab 1991 hinzu. Damit gehört die Serie zu den langjährig etablierten Silber-Anlagemünzen.

Warum wechselt das Motiv jedes Jahr?

Die Perth Mint gestaltet das Kookaburra-Motiv jährlich neu. Für die reine Anlage ist das ohne Belang, da der Silberwert gleich bleibt. Für Sammler entsteht jedoch ein Anreiz, da einzelne Jahrgänge und Motive unterschiedlich gefragt sein können.

Was unterscheidet die WMF- und ANDA-Ausgaben von der Standardmünze?

Die colorierte WMF-Ausgabe erscheint zur World Money Fair in Berlin in kleiner Auflage, die ANDA-Versionen tragen ein zusätzliches Privy Mark. Beide sind Sammlerausgaben mit deutlich höherem Aufgeld als die reguläre Münze.

Warum ist das Aufgeld bei Silbermünzen höher als bei Gold?

Silbermünzen unterliegen in Deutschland der Umsatzsteuer, während Anlagegold steuerbefreit ist. Zudem ist der relative Prägeaufwand bei niedrigerem Materialwert höher. Beides erhöht das prozentuale Aufgeld gegenüber Gold.

Lohnt sich die Kookaburra eher als Anlage oder als Sammlerstück?

Das hängt vom Ziel ab. Standardprägungen aktueller Jahrgänge eignen sich für die Silberanlage nach Materialwert. Colorierte und Privy-Mark-Ausgaben sind Sammlerobjekte, deren Wert stärker von Nachfrage und Seltenheit abhängt. Eine Wertsteigerung ist in keinem Fall garantiert.

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