
Windkraft-Traum vor dem Aus: Wenn selbst die Pioniere der Energiewende kapitulieren
Es ist ein Sinnbild für die Schieflage der deutschen Energiepolitik: Ein Unternehmen, das über drei Jahrzehnte hinweg als Aushängeschild der Windkraft galt, muss vor dem Amtsgericht Tübingen die weiße Fahne hissen. Die SOWITEC-Gruppe aus dem schwäbischen Sonnenbühl – einst gefeierter Vorreiter der grünen Wende – hat Insolvenz angemeldet. Und wieder einmal offenbart sich, wie brüchig das Fundament ist, auf dem die vielbeschworene Energiewende ruht.
Millionen aus Lateinamerika, die niemals ankamen
Betroffen sind gleich mehrere Gesellschaften der Gruppe: die SOWITEC group GmbH sowie ihre Töchter SOWITEC International, SOWITEC Operation und SOWITEC Projekt. Der Auslöser? Ausgebliebene Zahlungen aus Mexiko und Kolumbien – mehrere Millionen Euro, die fest im Kalkül des Unternehmens verankert waren. Gründer und Geschäftsführer Frank Hummel bestätigte den Schritt und räumte ein, dass die Bezahlungen zwar mittlerweile angekündigt worden seien, doch nun zu spät kämen. Man habe, so Hummel, keinen anderen Ausweg mehr gesehen als den Gang zum Insolvenzgericht.
Wer sein Geschäftsmodell auf Zahlungsversprechen aus fernen Kontinenten baut und dabei ins Straucheln gerät, sollte sich freilich fragen, wie tragfähig das Fundament wirklich war. Doch die Ursachen reichen tiefer – und sie führen mitten in das energiepolitische Chaos, das dieses Land seit Jahren durchzieht.
Der SĂĽden Deutschlands: Windkraft gegen die Naturgesetze
Hummel selbst nennt den heimischen Markt als weiteren Sargnagel. Besonders im Süden der Republik sei die Lage prekär – schlicht, weil dort der Wind nicht so weht, wie es die Ideologen in Berlin gerne hätten. Ein Überangebot an Projekten treffe auf immer weniger Zuschläge, denn bei den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur setze sich am Ende nur das billigste Angebot durch.
„Besonders im Süden ist es problematisch, wegen der schwierigen Windverhältnisse dort. Bei den Versteigerungen bekommen nur noch die günstigsten Projekte den Zuschlag“, so Hummel.
Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Da werden über Jahre hinweg Milliarden in eine Technologie gepumpt, die ausgerechnet in windarmen Regionen aufgestellt werden soll – gegen die Topografie, gegen die Infrastruktur, gegen jede ökonomische Vernunft. Die Transportkosten für die gewaltigen Anlagen explodieren im hügeligen Süden, während der windreiche Norden ohnehin die Nase vorn hat. Ein struktureller Nachteil, den keine noch so gut gemeinte Subventionspolitik wegzaubern kann.
Wenn Ideologie auf physikalische Realität trifft
Der Fall SOWITEC ist mehr als nur die Pleite eines einzelnen Unternehmens. Er ist ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn Politik den Markt zu Grabe trägt und durch planwirtschaftliche Auktionsmechanismen ersetzt. Der Staat gibt vor, wo gebaut werden darf und zu welchem Preis – die Folge ist ein ruinöser Wettbewerb, in dem am Ende auch etablierte Branchenpioniere unter die Räder kommen.
Das 1993 gegründete Unternehmen ist heute in 13 Ländern aktiv und entwickelt Wind- sowie Solarparks von der Standortsuche bis zur Genehmigung. Rund 200 Beschäftigte bangen nun um ihre Zukunft. Immerhin: Die Löhne seien über das Insolvenzausfallgeld gesichert, der Betrieb solle in den kommenden drei bis sechs Monaten normal weiterlaufen. Hummel gibt sich kämpferisch und hofft, das Unternehmen gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter durch die Krise zu steuern.
Ein Muster, das sich wiederholt
Doch SOWITEC steht nicht allein. Erst kürzlich mussten ein traditionsreicher Maschinenbauer und ein deutsches Hightech-Unternehmen den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Die Insolvenzwelle rollt durch den Wirtschaftsstandort Deutschland, während die Verantwortlichen in der Politik weiterhin an ihren Träumen von der klimaneutralen Zukunft bis 2045 festhalten – nun sogar im Grundgesetz verankert. Wer soll das eigentlich alles bezahlen? Die Antwort kennen wir längst: der deutsche Bürger, durch immer neue Steuern, Abgaben und eine schleichende Geldentwertung.
Was bleibt am Ende?
Während die Energiewende ganze Branchen ins Wanken bringt und selbst ihre eigenen Pioniere nicht verschont, stellt sich für jeden vernünftigen Sparer die Frage nach echter Substanz. Papierwerte, staatlich gelenkte Anlagemodelle und subventionsabhängige Geschäftsmodelle erweisen sich immer wieder als Kartenhaus. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, sollte über eine Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber nachdenken – Werte, die keine Insolvenz kennen, keine ausbleibenden Zahlungen aus Mexiko fürchten müssen und seit Jahrtausenden ihre Kaufkraft bewahren. In einem breit gestreuten Portefeuille können sie ein solider Anker gegen die Turbulenzen einer politisch verzerrten Wirtschaft sein.
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