Kettner Edelmetalle
03.06.2026
08:00 Uhr

Wenn Karlsruhe die Stromrechnung schreibt: Wie ein Verfassungstrick Deutschland in die Deindustrialisierung zwingt

Wenn Karlsruhe die Stromrechnung schreibt: Wie ein Verfassungstrick Deutschland in die Deindustrialisierung zwingt
Symbolbild: KI-generiert

Es ist ein LehrstĂŒck darĂŒber, wie in Deutschland Politik gemacht wird – nicht durch den WĂ€hlerwillen, sondern durch geschickt platzierte Paragrafen, durch Hinterzimmer-Deals und durch ein Gericht, das lĂ€ngst die Grenzen seiner ZustĂ€ndigkeit gesprengt hat. Die Rede ist vom berĂŒchtigten Klimaschutzbeschluss des Bundesverfassungsgerichts und seiner jĂŒngsten VerlĂ€ngerung im Grundgesetz. Was als noble Rettung der Erde verkauft wird, entpuppt sich bei nĂ€herem Hinsehen als juristisch zementierter Niedergang einer einst stolzen Industrienation.

Der Weltklimarat rudert zurĂŒck – die Politik gibt Vollgas

Bemerkenswert ist zunĂ€chst der Befund, der eigentlich fĂŒr Aufsehen sorgen mĂŒsste: Der sogenannte Weltklimarat IPCC habe seine apokalyptischsten Szenarien stillschweigend kassiert. Das Extremszenario RCP8.5 und sein Nachfolger SSP5-8.5 – jahrelang die Drohkulisse, mit der man uns vier oder fĂŒnf Grad ErwĂ€rmung und den nahenden Weltuntergang an die Wand malte – gĂ€lten nicht mehr als realistischer Leitpfad. Die Annahmen seien schlicht zu hoch gegriffen gewesen.

Man möge sich diese Ungeheuerlichkeit auf der Zunge zergehen lassen. Genau jene Horror-Modelle bildeten die GeschĂ€ftsgrundlage fĂŒr eine Energiepolitik, die unsere Wirtschaft an den Abgrund treibt. Und wenn die Grundlage entfĂ€llt – mĂŒsste dann nicht auch das darauf errichtete GebĂ€ude einstĂŒrzen?

Ein rechtskrÀftiges Urteil kennt keine Reue

Die ernĂŒchternde Antwort liefert der Staatsrechtler Professor Ulrich Vosgerau. Nach seiner Darstellung habe ein rechtskrĂ€ftiges Urteil eben keine GeschĂ€ftsgrundlage im klassischen Sinne. Der skandalöse Klimabeschluss stehe weiterhin – und ihn wieder aus der Welt zu schaffen, was im Interesse Deutschlands dringend geboten wĂ€re, sei sogar noch schwerer geworden als zuvor.

Die „Klimakatastrophe" wird zurĂŒckgepfiffen, aber die Klimapolitik fĂ€hrt mit Vollgas weiter. Denn um die Rettung des Klimas ging es nie.

Zwei Wege gĂ€be es theoretisch, so Vosgerau, das Karlsruher Unheil einzudĂ€mmen. Karlsruhe könnte sich anlĂ€sslich einer neuen, anhĂ€ngigen Klimaklage selbst korrigieren. Oder Bundestag und Bundesrat könnten Artikel 20a des Grundgesetzes Ă€ndern und klarstellen, dass aus dieser Staatszielbestimmung kein allumfassender Klimavorbehalt ĂŒber sĂ€mtliche Grundrechte abgeleitet werden dĂŒrfe. DafĂŒr brauche es allerdings jeweils eine Zweidrittelmehrheit.

Der Pakt mit den GrĂŒnen – und sein bitterer Preis

Hier wird die Geschichte zum politischen Krimi. Im FrĂŒhjahr 2025 wurde der bereits abgewĂ€hlte alte Bundestag noch einmal hastig zusammengetrommelt, um eine weitreichende GrundgesetzĂ€nderung durchzudrĂŒcken: die Lockerung der Schuldenbremse und jene berĂŒchtigten 500-Milliarden-Euro-Sonderschulden. Vosgerau kritisiert, dass dieser alte Bundestag ĂŒber keine politische Legitimation mehr verfĂŒgt habe – die zugrundeliegende Regelung sei fĂŒr echte Notlagen wie den Verteidigungsfall gedacht gewesen, nicht fĂŒr die Finanzierung politischer Wunschlisten.

FĂŒr diese VerfassungsĂ€nderung benötigte Friedrich Merz die Stimmen der GrĂŒnen. Und die ließen sich ihre Zustimmung teuer bezahlen. Als Preis wanderte ein zusĂ€tzlicher Klimaschutzartikel ins Grundgesetz: das Ziel, Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen. Vosgerau nennt diese Regelung zugespitzt ein „Deindustrialisierungsgebot". Treffender lĂ€sst es sich kaum formulieren.

Das Pikante daran: Selbst wenn das Bundesverfassungsgericht heute bereit wĂ€re, seinen alten Beschluss zu kassieren, stĂŒnde ihm nun dieser frische Verfassungsartikel im Weg. Was zuvor politisches Programm war, ist heute Grundgesetz. Die Lage, so Vosgerau, sei „total verfahren".

Eine VerfassungsĂ€nderung durch die HintertĂŒr

Vergessen wir nicht den Ursprung dieser Misere. Der Klimabeschluss selbst war schon deshalb ein Skandal, weil er faktisch eine VerfassungsĂ€nderung herbeifĂŒhrte – eine Aufgabe, die einem Gericht schlicht nicht zusteht. Die GrĂŒnen hatten genau diesen Vorstoß bereits 2018 im Bundestag beantragt und keine Mehrheit gefunden. Was auf demokratischem Wege scheiterte, gelang ihnen schließlich durch die juristische HintertĂŒr. Und nun wurde es im Tausch gegen die Kanzlerschaft von Friedrich Merz auch noch in Beton gegossen.

Man muss es so deutlich sagen: Der Kanzler Merz hat seinen Posten gegen ein CO2-freies – und das heißt im Klartext: ein deindustrialisiertes – Deutschland eingetauscht. Versprochen wurde keine neue Verschuldung. Geliefert wurden 500 Milliarden Euro neue Schulden, die kommende Generationen ĂŒber Steuern und Abgaben werden abstottern mĂŒssen, garniert mit einem grĂŒnen Verfassungsdiktat. Das ist kein Regieren fĂŒr Deutschland, das ist Regieren gegen Deutschland.

Was bleibt dem BĂŒrger?

WĂ€hrend Politik und Justiz die Substanz unseres Wohlstands juristisch verfeuern, stellt sich fĂŒr den verantwortungsbewussten BĂŒrger die alte Frage nach dem Schutz des eigenen Vermögens. Wenn der Staat seine eigene Wirtschaftsbasis dem ideologischen Furor opfert und gleichzeitig die Geldmenge durch immer neue Schuldenberge aufblĂ€ht, droht am Ende stets dasselbe: schleichende Entwertung des Ersparten. Physisches Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte bewiesen, dass sie politischen Moden, InflationsschĂŒben und Fehlentscheidungen trotzen. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bewahren sie ihren Wert, gerade dann, wenn Papierversprechen und Verfassungsartikel das Land in die Knie zwingen.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Wir empfehlen jedem Leser, eigene Recherchen anzustellen und bei Bedarf einen unabhÀngigen Rechts-, Steuer- oder Finanzberater zu konsultieren. Jede Anlageentscheidung erfolgt in eigener Verantwortung.

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