Kettner Edelmetalle
19.10.2026
08:52 Uhr
KI-generiert

Warsh entschärft die Zinsangst: Gold greift wieder nach 4.200 Dollar!

Warsh entschärft die Zinsangst: Gold greift wieder nach 4.200 Dollar!
Symbolbild: KI-generiert

Der Goldpreis startet mit Rückenwind in die neue Woche. Am Montag kletterte die Feinunze im asiatischen Handel zeitweise bis knapp an die Marke von 4.190 US-Dollar. Der Grund ist ein Auftritt von Fed-Chef Kevin Warsh: Die Märkte lesen aus seiner Rede heraus, dass die US-Notenbank im Oktober eine Pause einlegt, statt die Zinsen weiter anzuheben.

Medienberichten zufolge legte Gold in Singapur um 0,5 Prozent auf 4.184,55 Dollar zu. Damit hat das Metall den Großteil seiner Verluste aus der Vorwoche schon wieder aufgeholt. Silber war noch stärker gefragt und stieg um 1,5 Prozent auf 57,82 Dollar je Unze.

Ein Satz aus Bangkok verändert die Wetten

Warsh sprach am Freitag auf der Tagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Bangkok. Wie berichtet wird, sagte er dort, die Entwicklung der vergangenen Zeit sei im Wesentlichen so verlaufen wie erwartet. Außerdem lobte er das strukturelle Wachstum und die gewaltige Investitionswelle rund um Künstliche Intelligenz.

An den Terminmärkten kam das als klares Signal an. Die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt beim Treffen in der kommenden Woche fiel auf unter 20 Prozent. Nach einigen Berechnungen liegt sie sogar unter eins zu sechs. Beobachter erwarten den nächsten Zinsschritt deshalb frühestens im Dezember.

Ein bemerkenswerter Wandel: Vor wenigen Tagen hatten hitzige US-Inflationsdaten die Spekulation auf eine Straffung noch kräftig angefacht und den Dollar steigen lassen. Bei den Erzeugerpreisen meldeten die Statistiker Medienberichten zufolge ein Plus von 6,3 Prozent.

Warum Gold von der Zinspause profitiert

Gold zahlt keine Zinsen. Steigen die Renditen von Anleihen, wird das Halten des Edelmetalls also relativ teurer. Fällt dieser Druck weg, gewinnt Gold an Attraktivität. Hinzu kommen weitere Treiber:

  • Schwächerer Dollar: Eine weniger strenge Fed bremst den Greenback. Für Käufer im Euroraum wird Gold dadurch günstiger.
  • Nachgebender Ölpreis: Brent fiel zum Wochenstart um gut 2 Prozent auf rund 107 Dollar. Das dämpft die Inflationserwartungen und nimmt der Fed Handlungsdruck.
  • Nervöse Aktienmärkte: Zweifel am KI-Investitionsboom haben Technologiewerte unter Druck gesetzt. Gleichzeitig sanken die Anleiherenditen.

Ein Jahr der Extreme

Der Blick zurück zeigt, wie turbulent 2026 bisher verläuft. Nach dem Ausbruch des Konflikts zwischen den USA und dem Iran Ende Februar rutschte Gold zwischenzeitlich in einen Bärenmarkt. Laut Bloomberg liegt das Metall immer noch rund ein Fünftel unter dem Niveau von damals.

Doch die Käufer halten dagegen. Seit August behauptet sich Gold über der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 Dollar. Gold-ETFs verzeichnen den Berichten zufolge seit 13 Wochen in Folge Zuflüsse. Die Rolle als sicherer Hafen zieht also eine Untergrenze ein.

Entwarnung gibt es trotzdem nicht. Viele Händler rechnen weiterhin mit einer weiteren Zinserhöhung vor Jahresende. Schon im August hatte Warsh in Jackson Hole mit einer als scharf empfundenen Rede einen Kurssturz des Goldes von mehr als drei Prozent ausgelöst. Die Stimmung am Markt kann also schnell kippen.

Worauf es jetzt ankommt

Bis zum Zinsentscheid beobachten die Märkte vor allem drei Größen: die Zinswetten, die realen US-Anleiherenditen und den Ölpreis. Entscheidend dürfte aber weniger der Beschluss selbst sein als das, was die Fed dazu sagt. Ein einziger Nebensatz kann die Erwartungen über Wochen prägen.

Für Minenaktien gilt das doppelt. Sie schwanken stärker als der Goldpreis selbst, und hohe Zinsen verteuern die Finanzierung neuer Projekte. Wer sich das ständige Hin und Her zwischen Notenbank-Rhetorik und Börsenlaune ersparen will, findet in physischem Gold und Silber einen ruhigeren Pol. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bieten die Metalle Schutz gegen hartnäckige Teuerung und gegen das Risiko, dass Notenbanken sich irren.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt die volle Verantwortung für seine Anlageentscheidungen.

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