
US-Immobilienmarkt paralysiert, Run auf Gold in Indien
WĂ€hrend das Risiko einer US-Rezession zunimmt, findet Gold vor dem Hintergrund des konjunkturellen Abschwungs zu seiner Rolle als sicherer Hafen zurĂŒck. Die MĂ€rkte setzen ihre Hoffnungen auf eine kĂŒnftige Zinssenkung der US-Notenbank Fed. Sollte Jerome Powell nicht bald handeln, könnte ihm vorgeworfen werden, zu lange gewartet zu haben. Die Rendite der 2-jĂ€hrigen US-Staatsanleihe ist auf 4,408 % gesunken, das niedrigste Niveau seit Februar. Der Markt erwartet offensichtlich eine Ănderung der Zinspolitik der Fed.
US-Immobilienmarkt bleibt festgefahren
Die Lage am US-Immobilienmarkt bleibt indes festgefahren. Im ersten Quartal 2024 haben die Investoren 0,5 % mehr Immobilien gekauft als im Vorjahreszeitraum. Das war die erste Zunahme seit Mitte 2022. In Kalifornien wurde das gröĂte Plus verzeichnet, vor allem in San Jose und Oakland, wo die VerkĂ€ufe um mehr als 20 % gestiegen sind. Die Investoren machen damit groĂe Gewinne, denn der mittlere Verkaufspreis der HĂ€user hat sich gegenĂŒber dem Kaufpreis um 55 % erhöht.
Im ersten Quartal haben Investoren 19 % der verkauften Immobilien erworben, der gröĂte Anteil seit fast zwei Jahren. Sie konzentrieren sich dabei in erster Linie auf Einfamilien- und LuxushĂ€user, kaufen aber auch eine Rekordzahl an erschwinglichen Immobilien. Bei den zu gĂŒnstigen Preisen verkauften HĂ€usern betrĂ€gt ihr Anteil 26 %. Die Zunahme der VerkĂ€ufe verschleiert jedoch eine beunruhigende Tatsache: Insgesamt befindet sich das Transaktionsvolumen weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Immobilien-Investments
Die AktivitĂ€t der Investoren stabilisiert sich, nachdem sie mehrere Jahre lang durch starke Schwankungen gekennzeichnet war und sich 2021 wĂ€hrend der Pandemie verdoppelt hatte, bevor es Anfang 2023 zu einem Einbruch um fast 50 % kam. Angesichts der Preissteigerungen bei Immobilien und Mieten sowie der Stabilisierung der Kreditzinsen scheinen die Investoren an den Markt zurĂŒckzukehren, wenn auch noch sehr zaghaft. Die Investoren bevorzugen EinfamilienhĂ€user, die 68,9 % ihrer KĂ€ufe im ersten Quartal ausmachen, ein Plus von 3,9 % im Vergleich zum Vorjahr.
Bei ReihenhĂ€usern, Eigentumswohnungen und MehrfamilienhĂ€usern sind die Kaufzahlen dagegen gesunken. Diese PrĂ€ferenz ist mit dem Anstieg der Mieten und der BestĂ€ndigkeit der Mieter in EinfamilienhĂ€usern zu erklĂ€ren. Immobilien, die teurer vermietet werden können, werden nicht verkauft. FĂŒr die EigentĂŒmer, die zu deutlich niedrigeren Zinsen gekauft haben, gibt es keinen Anreiz umzuziehen, da sie in diesem Fall viel höhere Kreditraten zahlen mĂŒssten. Der Markt bleibt paralysiert, solange die Fed den Zinssatz nicht reduziert.
Goldmarkt in Indien
Indien hat in dieser Woche den Einfuhrzoll auf Gold und Silber von 15 % auf 6 % gesenkt, um die Nachfrage anzukurbeln und dem Schmuggel entgegenzuwirken. Der RĂŒckgang der lokalen Preise hat die Schmucknachfrage bereits steigen lassen und die Aktien der Schmuckhersteller haben im Anschluss an diese Nachricht bis zu 10 % zugelegt. Diese ĂŒberraschende Entscheidung senkt den Preis pro Unze Gold in Indien beim Kauf um fast 300 $. Unter diesen Bedingungen könnte die Edelmetallnachfrage in Indien stark zunehmen, nachdem sie 2023 rĂŒcklĂ€ufig war.
FĂŒr die VerkĂ€ufer von Papiergold an der COMEX, die ihre ungedeckten Short-Positionen gerade signifikant ausgebaut haben, ist diese neue physische Nachfrage selbstverstĂ€ndlich eine sehr schlechte Nachricht. FĂŒr diese Marktteilnehmer ist es notwendig, noch viel mehr Papier zu bedrucken, noch mehr Kontrakte zu schaffen und die Hebelwirkung an den TerminmĂ€rkten noch weiter zu steigern, um dem Wiederaufleben der physischen Gold- und Silbernachfrage etwas entgegenzusetzen.
- Themen:
- #Immobilien
- #Gold
- #FED










