Kettner Edelmetalle
20.03.2026
17:57 Uhr

Steuergeld im Nirwana: Bundesrechnungshof entlarvt das AuswÀrtige Amt als Meister der Verschwendung

Steuergeld im Nirwana: Bundesrechnungshof entlarvt das AuswÀrtige Amt als Meister der Verschwendung

Es ist ein Befund, der den deutschen Steuerzahler fassungslos zurĂŒcklassen dĂŒrfte – und doch ĂŒberrascht er niemanden mehr, der die Arbeitsweise deutscher Ministerien in den vergangenen Jahren beobachtet hat. Der Bundesrechnungshof hat dem AuswĂ€rtigen Amt in einer vernichtenden RĂŒge bescheinigt, beim Aufbau des Bundesamts fĂŒr AuswĂ€rtige Angelegenheiten (BfAA) den „Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit" schlichtweg missachtet zu haben. Zentrale finanzwirtschaftliche und organisatorische Arbeitsschritte seien „nicht oder nicht ausreichend" erledigt worden – mit erheblichen Risiken fĂŒr den Bundeshaushalt.

Eine Behörde, die ihren eigenen Zweck verfehlt

Das 2021 gegrĂŒndete BfAA sollte eigentlich eine Erfolgsgeschichte werden. Die Idee klang auf dem Papier durchaus vernĂŒnftig: Das AuswĂ€rtige Amt und die deutschen Auslandsvertretungen sollten entlastet, Visumverfahren beschleunigt und die Arbeitsmigration erleichtert werden. Doch was ist daraus geworden? Nach EinschĂ€tzung der RechnungsprĂŒfer kann die Behörde ihren Errichtungszweck schlicht „nicht verwirklichen". Man hat also eine neue Behörde geschaffen, Stellen besetzt, BĂŒros angemietet, Strukturen aufgebaut – und am Ende funktioniert das Ganze nicht so, wie es sollte. Willkommen in der deutschen VerwaltungsrealitĂ€t.

Besonders pikant: Die PrĂŒfer kritisieren, dass das AuswĂ€rtige Amt bereits in der Planungsphase und im Gesetzgebungsverfahren keine ausreichenden Überlegungen angestellt habe. Auf begleitende Untersuchungen, die den Fortschritt und die Wirksamkeit der neuen Behörde hĂ€tten messen können, wurde großzĂŒgig verzichtet. Man könnte fast meinen, es sei gar nicht darum gegangen, ein funktionierendes Amt aufzubauen, sondern lediglich darum, politischen Aktionismus zu demonstrieren und nebenbei ein paar zusĂ€tzliche Beamtenstellen zu schaffen.

Ministerium sieht keinen Handlungsbedarf – Rechnungshof schon

Was die Angelegenheit von einer bloßen Peinlichkeit zu einem handfesten Skandal erhebt, ist die Reaktion des Ministeriums. Trotz der offensichtlichen Defizite sehe das AuswĂ€rtige Amt laut Rechnungshof keinen Bedarf fĂŒr eine abschließende Erfolgskontrolle. Man hat also Millionen an Steuergeldern in eine Behörde gepumpt, die nachweislich nicht funktioniert – und hĂ€lt es nicht einmal fĂŒr nötig, das Scheitern ordentlich zu dokumentieren. Der Rechnungshof stellt unmissverstĂ€ndlich klar: Es stehe dem Ministerium nicht zu, „sich nach eigenem Belieben fĂŒr oder gegen die Beachtung zwingender haushaltsrechtlicher Bestimmungen zu entscheiden".

Immerhin – und das dĂŒrfte dem massiven Druck geschuldet sein – hat das AuswĂ€rtige Amt nun angekĂŒndigt, die Wirtschaftlichkeit der Behörde ĂŒberprĂŒfen zu wollen. Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres vorliegen. Ob diese AnkĂŒndigung mehr ist als ein rhetorisches Beruhigungspflaster, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung lehrt: Wenn deutsche Ministerien „prĂŒfen", bedeutet das nicht selten, dass ein weiterer Bericht in einer Schublade verschwindet.

Das Erbe der Ampel-Jahre wirkt nach

Man muss sich vor Augen fĂŒhren, in welchem politischen Kontext diese Behörde entstand. Es war die Zeit, in der die damalige Bundesregierung unter grĂŒner FederfĂŒhrung im AuswĂ€rtigen Amt eine „feministische Außenpolitik" propagierte und gleichzeitig die Schleusen fĂŒr Migration weit öffnen wollte. Die geplante „Work and Stay"-Agentur, die Verfahren fĂŒr FachkrĂ€fte digital bĂŒndeln soll, steht ebenfalls im Zusammenhang mit dem BfAA. Die Frage drĂ€ngt sich auf: Wurde hier eine Behörde geschaffen, die weniger der Effizienz als vielmehr der ideologischen Agenda diente?

Der Bundesrechnungshof ist eine der wenigen Institutionen in diesem Land, die noch ungeschminkt die Wahrheit aussprechen. Doch seine RĂŒgen haben leider keine unmittelbaren rechtlichen Konsequenzen. Sie sind Mahnungen, die allzu oft im politischen TagesgeschĂ€ft untergehen. Und genau das ist das eigentliche Problem: In einem Land, in dem der BĂŒrger mit immer höheren Steuern und Abgaben belastet wird, in dem ein 500-Milliarden-Sondervermögen die Staatsverschuldung in schwindelerregende Höhen treibt, leistet sich die Verwaltung den Luxus, Steuergelder ohne ausreichende Kontrolle zu verbrennen.

Wenn Sparsamkeit zum Fremdwort wird

Paragraf 7 der Bundeshaushaltsordnung schreibt den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit vor. Es ist kein unverbindlicher Wunsch, sondern eine zwingende haushaltsrechtliche Bestimmung. Dass ein Bundesministerium diese Vorschrift derart nonchalant ignoriert, offenbart ein tiefgreifendes MentalitĂ€tsproblem im deutschen Regierungsapparat. Der Umgang mit Steuergeld – dem hart erarbeiteten Geld der BĂŒrger – gleicht bisweilen dem eines Lottogewinners, der seinen unverhofften Reichtum bedenkenlos verprasst. Nur dass es eben kein Lottogewinn ist, sondern das Ergebnis der tĂ€glichen Arbeit von Millionen Deutschen.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht nun vor der Aufgabe, solche MissstĂ€nde nicht nur zu benennen, sondern tatsĂ€chlich abzustellen. Der BĂŒrger erwartet zu Recht, dass mit seinem Geld verantwortungsvoll umgegangen wird. Ob die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD den Mut aufbringt, die aufgeblĂ€hten Strukturen der VorgĂ€ngerregierung zurĂŒckzuschneiden, wird sich zeigen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – doch angesichts der Bilanz deutscher Regierungen der letzten Jahre ist sie bereits schwer angeschlagen.

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