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01.06.2026
08:39 Uhr

St. Petersburg ruft: Während Berlin moralisiert, sichern sich kluge Unternehmer den Zugang zum russischen Markt

St. Petersburg ruft: Während Berlin moralisiert, sichern sich kluge Unternehmer den Zugang zum russischen Markt

Es ist eine Nachricht, die in den Redaktionsstuben der politisch korrekten Republik für Schnappatmung sorgt: Nicht nur drei AfD-Politiker reisen zu Wladimir Putins Internationalem Wirtschaftsforum nach St. Petersburg – auch namhafte deutsche Unternehmer haben ihre Teilnahme zugesagt. Und plötzlich gerät das so sorgsam gepflegte Empörungsnarrativ ins Wanken. Denn wenn der Vorwurf der vermeintlichen "Putin-Nähe" allein an der AfD festgemacht werden sollte, wie erklärt man dann die Anwesenheit gestandener Wirtschaftslenker?

Die nüchterne Realität jenseits der Empörungsmaschine

Unter den deutschen Gästen befinden sich nach Angaben der dpa der in Russland mit der Gruppe EkoNiva tätige Milchproduzent Stefan Dürr sowie der langjährige Geschäftsführer der Globus Holding, Thomas Bruch. Männer, die nicht aus ideologischer Verblendung handeln, sondern weil sie etwas tun, das in der deutschen Politik offenbar in Vergessenheit geraten ist: vorausschauend wirtschaften und deutsche Vermögenswerte schützen.

Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, brachte die Beweggründe auf den Punkt. Man wolle, so erklärte er, gerade mit Blick auf den Moment nach einem möglichen Waffenstillstand die wirtschaftliche Brücke nach Russland erhalten und die über 100 Milliarden Euro an deutschen Vermögenswerten in Russland sichern.

"Der Westen sollte Russland, seinen großen Markt und seine Rohstoffe nicht auf Dauer Asien überlassen."

Während Deutschland sich selbst aus dem Spiel nimmt, übernehmen andere

Und genau hier liegt der entscheidende Punkt, den die moralisierende Berliner Klasse so gerne verschweigt: Während deutsche Politiker sich in tugendhafter Selbstkasteiung üben, schaffen andere Nationen Fakten. Schepp wies darauf hin, dass allein die Chinesen im ersten Quartal dieses Jahres rund 1.400 neue Unternehmen in Russland gegründet hätten. Unternehmer aus den USA und Frankreich nähmen bereits seit vorigem Jahr wieder am Business-Dialog teil. Nur Deutschland glaubt offenbar, sich den Luxus leisten zu können, aus reiner Prinzipientreue auf einen gewaltigen Markt zu verzichten.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Rund 1.600 deutsche Unternehmen sind weiterhin in Russland aktiv. Bis zum Beginn des Ukrainekrieges war Deutschland der größte europäische Handelspartner Russlands – mit einem Volumen von 59,7 Milliarden Euro im Jahr 2021. Wegen der Sanktionen ist das deutsch-russische Handelsvolumen 2025 auf unter zehn Milliarden Euro abgesackt. Ein wirtschaftlicher Aderlass, dessen Rechnung am Ende der deutsche Bürger bezahlt – an der Zapfsäule, beim Heizen und mit jeder Stromrechnung.

Prominenz aus aller Welt – und das übliche Empörungstheater

Bei Putins Forum geben sich die Mächtigen die Klinke in die Hand: der Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, der chinesische Präsident Xi Jinping und Indiens Premierminister Narendra Modi. Halb Eurasien sitzt am Tisch, während Berlin lieber auf der Tribüne der moralischen Überlegenheit Platz nimmt.

Dass drei hochrangige AfD-Politiker – der außenpolitische Sprecher Markus Frohnmaier, der wirtschaftspolitische Sprecher Steffen Kotré und der sächsische Parteichef Jörg Urban – ebenfalls anreisen, sorgte erwartungsgemäß für das übliche Geschrei. Ein "weiterer Beleg" sei dies, so heißt es. Wohlweislich verschwiegen wird dabei, dass mit dem Dirigenten Justus Frantz, dem Verleger Holger Friedrich und dem Filmemacher Hubert Seipel weitere prominente deutsche Namen auf der Gästeliste stehen. Doch über deren Anwesenheit hört man auffallend wenig. Wer fragt, müsste sich nämlich der unbequemen Wahrheit stellen, dass diplomatische und wirtschaftliche Kontakte kein Verbrechen sind, sondern die Grundlage jeder vernünftigen Außenpolitik.

Der Lehrstuck über deutsche Selbstverstümmelung

Es ist ein bezeichnendes Bild: Eine Nation, die einst für ihre Ingenieurskunst und ihren wirtschaftlichen Pragmatismus weltweit bewundert wurde, opfert ihre Interessen auf dem Altar einer Symbolpolitik, die niemandem nützt – außer den Konkurrenten in Peking und anderswo. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass man wirtschaftliche Brücken nicht leichtfertig abreißt, die man später dringend wieder benötigt.

Was bleibt, ist eine Erkenntnis, die weit über St. Petersburg hinausreicht: In unsicheren Zeiten, in denen Sanktionen, Handelskriege und geopolitische Verwerfungen ganze Vermögen über Nacht entwerten können, gewinnt die Frage nach echter, krisenfester Wertsicherung an Bedeutung. Wer sein Vermögen nicht allein dem Wohlwollen der Politik anvertrauen möchte, schätzt seit Jahrtausenden bewährte Sachwerte. Physisches Gold und Silber kennen keine Sanktionslisten, keine ideologischen Grabenkämpfe und keine politischen Launen – sie sind ein zeitloser Anker in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung. Jeder Leser ist aufgefordert, eigenständig zu recherchieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. Für getroffene Anlageentscheidungen trägt jeder Anleger die alleinige Verantwortung.

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