Kettner Edelmetalle
23.06.2026
05:44 Uhr

Selbstdemontage in Potsdam: Wie die Linke ihren Griff nach der Macht im letzten Moment sabotierte

Es ist ein LehrstĂŒck ĂŒber politische Selbstzerstörung, das sich am vergangenen Wochenende in Potsdam abgespielt hat. Die Linke – jene Partei, der manche Beobachter schon den Marsch in die RegierungssĂ€le prophezeit hatten – hat sich mit einem einzigen Parteitag selbst ins Knie geschossen. Und das ausgerechnet vor den entscheidenden Landtagswahlen im Osten der Republik.

Eine Partei im vermeintlichen Aufwind – und dann das

Noch vor wenigen Tagen schien alles klar. Der scheidende Parteivorsitzende Jan van Aken trĂ€umte laut von einer sozialistischen Volkspartei jenseits der 20-Prozent-Marke. Bei jungen WĂ€hlern punktet die Truppe, sie inszeniert sich als linke Opposition gegen eine Bundesregierung, die selbst im konservativen Lager auf wenig Gegenliebe stĂ¶ĂŸt. Alles deutete darauf hin, dass die berĂŒchtigte Brandmauer der CDU nach links bröckelt – die Frage einer Zusammenarbeit zwischen Schwarz und Tiefrot schien nur noch eine des Zeitpunkts zu sein.

Dann kam dieser Parteitag. Und mit ihm die Wahrheit. Denn was sich in Potsdam offenbarte, war nichts weniger als ein ungeschminktes Bekenntnis dazu, wo diese Partei tatsĂ€chlich steht: mit mindestens einem Fuß jenseits jeder demokratischen Vernunft – und mit dem Kopf in einem ideologischen Paralleluniversum.

Der neue Chef und seine Faschismus-Posse

Wie symboltrĂ€chtig, dass der neue Parteivorsitzende Luigi Pantisano das ganze Dilemma seiner Partei in wenigen Tagen vorfĂŒhrte. Erst bejahte er Koalitionen mit der CDU, kurz darauf erklĂ€rte er ebenjene Union zu einer Kraft, die „faschistische Politik“ betreibe. Eine bemerkenswerte Volte – schließlich kooperiert die Linke an mancher Stelle bereits munter mit den angeblichen Faschisten.

Zwar ruderte Pantisano spĂ€ter zurĂŒck und bat um Entschuldigung. Doch wer glaubt ernsthaft, dass damit das Weltbild korrigiert wĂ€re? Er sprach lediglich aus, was viele in seiner Partei tief im Herzen fĂŒhlen. Dort verachtet man CDU und CSU mit derselben Inbrunst wie die AfD – und wĂŒrde beiden am liebsten gleich begegnen.

BeschlĂŒsse aus einer anderen Galaxie

Doch nicht die Entgleisungen einzelner FunktionĂ€re sind das eigentlich Aufschlussreiche. Es sind die beschlossenen AntrĂ€ge, die eine erschreckend klare Sprache sprechen. Da bekennt sich die Partei zu einem „queer-feministischen Programm“, das angeblich „patriarchale, binĂ€re sowie hetero- und cis-normative GeschlechterverhĂ€ltnisse als zentrale SĂ€ule kapitalistischer Herrschaft“ entlarven wolle.

Man betont die wichtige Rolle von „FLINTAs“ und verunglimpft Abschiebungen pauschal als „Deportationen“ – eine geschmacklose Anlehnung an die Sprache der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie.

Wer Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber mit den Judentransporten in die Vernichtungslager gleichsetzt, hat jeden Bezug zur historischen RealitĂ€t und zum Anstand verloren. Es ist eine Verhöhnung der Opfer und ein Schlag ins Gesicht jedes vernĂŒnftig denkenden BĂŒrgers.

Das Volk kommt im Programm der „Volkspartei“ nicht mehr vor

SelbstverstĂ€ndlich darf eine Partei all das beschließen. Wenn sie denn eine Bewegung verkopfter Gender-Studies-Seminare und lauter Kleinstminderheiten sein möchte. Nur eines wird man mit solchen Inhalten ganz sicher nicht: eine Volkspartei. Denn das gemeine Volk mit seinen echten Sorgen – steigende Preise, kriselnde Wirtschaft, innere Sicherheit – taucht in diesem ideologischen Wolkenkuckucksheim schlicht nicht mehr auf.

Besonders pikant: Ausgerechnet vor den hochbrisanten Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hat die Linke ihre letzten Wurzeln in der ostdeutschen LebensrealitĂ€t gekappt. Was den woken Milieus in Kreuzberg und Charlottenburg gefallen mag, lĂ€sst die Menschen in Neubrandenburg oder Bitterfeld kalt. Kein Wunder, dass die OstverbĂ€nde, die diese WahlkĂ€mpfe ausfechten mĂŒssen, angesichts des Potsdamer Spektakels die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammenschlagen.

Ein Geschenk an die CDU-Skeptiker – oder doch nicht?

FĂŒr jene in der Union, die sich gegen eine Partnerschaft mit den Kommunisten stemmen, war dieser Parteitag ein wahres Geschenk. Von Carsten Linnemann bis Daniel GĂŒnther echauffiert man sich nun ĂŒber die Faschismus-VorwĂŒrfe. Zu Recht. Doch die eigentlich entlarvenden BeschlĂŒsse sprechen eine noch deutlichere Sprache als diese Antifa-Folklore.

Die spannende Frage lautet: Zieht die CDU daraus Konsequenzen – oder hat sie all das bis September wieder vergessen? Die Skepsis ist berechtigt. Es wĂ€re nicht das erste Mal, dass die Union ihre vollmundigen Bekenntnisse ĂŒber Bord wirft, sobald die Aussicht auf Macht und Posten lockt. Nach diesem Parteitag jedenfalls wird es kaum noch zu erklĂ€ren sein, warum Kooperationen mit dieser Linken vertretbar sein sollen, wĂ€hrend man gleichzeitig jede Zusammenarbeit mit der grĂ¶ĂŸten Oppositionspartei kategorisch ausschließt.

Die Brandmauer wankt – aber in welche Richtung?

Mit ihrem Auftritt hat die Linke der Brandmauer nach links ein paar zusĂ€tzliche Steine gespendet. Gleichzeitig reißt sie ein StĂŒck aus jener Mauer, die zur AfD errichtet wurde. Denn trotz aller gebetsmĂŒhlenartigen Beteuerungen von Friedrich Merz, die CDU habe mit der AfD „gar nichts“ gemeinsam, weiß doch jeder vernĂŒnftige BĂŒrger: In zentralen Fragen der Migration, der Wirtschaft und der inneren Sicherheit gibt es zwischen Union und AfD mehr Schnittmengen als zwischen Union und einer Linkspartei, die von „Deportationen“ und „FLINTAs“ schwadroniert.

Es bleibt die ernĂŒchternde Erkenntnis: WĂ€hrend sich Deutschland mit RekordkriminalitĂ€t, wirtschaftlichem Niedergang und einer ausufernden Schuldenpolitik der neuen Großen Koalition herumschlĂ€gt, beschĂ€ftigt sich eine Partei, die nach Regierungsverantwortung greift, mit queerem Antikapitalismus. Das ist kein Randthema – das ist ein Sinnbild fĂŒr den ideologischen Irrweg, auf dem sich Teile der deutschen Politik befinden. Die WĂ€hler werden im September entscheiden, ob sie diesem Treiben weiter ihren Segen geben oder endlich eine Politik einfordern, die wieder fĂŒr Deutschland und nicht gegen die eigene Bevölkerung gemacht wird.

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