Kettner Edelmetalle
10.09.2025
05:15 Uhr

Schwarz-Rot bastelt am Bundestag: Wenn die Demokratie zur Farce wird

Die Große Koalition hat wieder einmal bewiesen, dass sie ihre eigenen Machtspielchen ĂŒber demokratische Prinzipien stellt. Union und SPD wollen nun die GeschĂ€ftsordnung des Bundestages Ă€ndern, um kĂŒnftige Kanzlerwahlen zu "erleichtern". Was sich zunĂ€chst nach einem harmlosen Verwaltungsakt anhört, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als weiterer Schritt zur Aushöhlung parlamentarischer Traditionen.

Die Mogelpackung im Detail

Im Kern geht es darum, dass bei einem dritten Wahlgang zur Kanzlerwahl kĂŒnftig jeder einzelne Abgeordnete einen Kandidaten vorschlagen darf. Bisher lag dieses Recht ausschließlich bei Fraktionen oder einem Viertel der Parlamentarier. Die BegrĂŒndung der KoalitionĂ€re klingt zunĂ€chst plausibel: Man wolle verhindern, dass die Wahl am Fehlen formaler KandidatenvorschlĂ€ge scheitere.

Doch wer zwischen den Zeilen liest, erkennt die wahre Motivation. Es geht nicht um mehr Demokratie, sondern um die Absicherung der eigenen Macht. Die Änderung ist eine direkte Reaktion auf die peinliche Posse bei der Kanzlerwahl von Friedrich Merz im Januar. Damals hatte der CDU-Chef im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit verfehlt - ein Armutszeugnis fĂŒr die angeblich so stabile Koalition.

Die Linke als unfreiwilliger Retter

Besonders pikant: Nur dank der verhassten Linkspartei konnte damals ĂŒberhaupt ein zweiter Wahlgang am selben Tag stattfinden. Die Koalition verfĂŒgte zwar ĂŒber eine Mehrheit, aber nicht ĂŒber die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit fĂŒr eine Ausnahme von der GeschĂ€ftsordnung. Welche Ironie! Die etablierten Parteien, die sonst keine Gelegenheit auslassen, die Linke zu dĂ€monisieren, waren auf deren Gnade angewiesen.

Nun soll diese Schmach offenbar nie wieder vorkommen. Die neue Regelung ermöglicht es, notfalls auch ohne die Mitwirkung kleinerer Fraktionen einen Kanzler durchzudrĂŒcken. Ein Schelm, wer dabei an die erstarkende AfD denkt, deren parlamentarische Blockademöglichkeiten damit elegant ausgehebelt werden.

Der schleichende Verfall parlamentarischer Standards

Noch bedenklicher ist die geplante Änderung der BeschlussfĂ€higkeit. Der Bundestag soll kĂŒnftig bei Kanzlerwahlen auch dann handlungsfĂ€hig sein, wenn weniger als die HĂ€lfte der Abgeordneten anwesend ist. Man stelle sich das vor: Der wichtigste Wahlakt unserer Demokratie könnte theoretisch von einer Handvoll Parlamentarier durchgefĂŒhrt werden.

Diese Entwicklung reiht sich nahtlos in den allgemeinen Verfall demokratischer Standards ein. WĂ€hrend die BĂŒrger draußen im Land mit explodierenden Energiepreisen, unkontrollierter Migration und einer ausufernden KriminalitĂ€t kĂ€mpfen, beschĂ€ftigt sich die politische Klasse mit GeschĂ€ftsordnungstricks. Die PrioritĂ€ten könnten verquehrer nicht sein.

Ein Symptom der Machtversessenheit

Was wir hier erleben, ist symptomatisch fĂŒr den Zustand unserer Republik. Statt sich den drĂ€ngenden Problemen zu widmen, basteln CDU/CSU und SPD an den Spielregeln herum. Sie wollen sicherstellen, dass ihre Macht auch dann gesichert bleibt, wenn das Volk lĂ€ngst das Vertrauen verloren hat.

Die Geschichte lehrt uns, dass solche Manöver selten gut enden. Wer die demokratischen Spielregeln zu seinen Gunsten verbiegt, sĂ€gt am Ast, auf dem er sitzt. Die BĂŒrger durchschauen diese Taschenspielertricks lĂ€ngst. Nicht umsonst wenden sich immer mehr Menschen von den etablierten Parteien ab.

Zeit fĂŒr echte Reformen

Wenn schon Reformen, dann richtige! Wie wĂ€re es mit direkter Demokratie nach Schweizer Vorbild? Mit verbindlichen Volksentscheiden ĂŒber wichtige Fragen? Mit einer echten Begrenzung der Amtszeiten fĂŒr Kanzler und Minister? Doch davon will die politische Klasse natĂŒrlich nichts wissen. Lieber feilt man an Paragrafen, um die eigene Position zu zementieren.

Die geplante GeschĂ€ftsordnungsĂ€nderung mag technisch klingen, doch sie offenbart den wahren Charakter der Großen Koalition. Es geht nicht um das Wohl des Landes, sondern um Machterhalt um jeden Preis. Die BĂŒrger sollten sich das merken - spĂ€testens bei der nĂ€chsten Wahl.

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