
Rücktritts-Beben in Bayern: Selbst CSU-Wähler wollen Merz loswerden!

Eine neue Umfrage aus dem Freistaat ist für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ein schwerer Schlag. 57 Prozent der Bayern wollen, dass er sofort zurücktritt. Das ergab eine Erhebung des Instituts GMS im Auftrag von „17:30 SAT.1 Bayern“, die am Montag veröffentlicht wurde. Und selbst im Lager der Schwesterpartei CSU findet der Kanzler keine Mehrheit mehr.
Die Basis der Schwesterpartei wendet sich ab
Nur 32 Prozent der Befragten lehnen einen Rücktritt ab. Noch bitterer sind die Zahlen aus dem eigenen Lager: 50 Prozent der CSU-Anhänger fordern den sofortigen Abgang des Kanzlers, lediglich 42 Prozent stehen noch hinter ihm.
Was bleibt da vom Aufbruch, den die Union vor gut eineinhalb Jahren versprochen hatte? Bundesweit kommt sie laut aktuellen Umfragen nur noch auf 18 bis 21 Prozent. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 waren es noch 28,5 Prozent. Viele Bürger dürften das gebrochene Versprechen nicht vergessen haben, keine neuen Schulden zu machen. Stattdessen kamen das 500-Milliarden-Sondervermögen und eine Schuldenlast, die Kinder und Enkel über Steuern und Abgaben abtragen müssen.
AfD legt kräftig zu, CSU sackt ab
Auch bei der Sonntagsfrage zur Landtagswahl bewegt sich einiges. Die CSU von Ministerpräsident Markus Söder fällt auf 37 Prozent und verliert damit zwei Punkte gegenüber der GMS-Umfrage vom März. Die AfD legt dagegen um vier Punkte auf 22 Prozent zu. Bei der Landtagswahl 2023 hatte sie noch bei 14,6 Prozent gelegen.
- CSU: 37 Prozent (−2)
- AfD: 22 Prozent (+4)
- Grüne: 15 Prozent (+2)
- Freie Wähler: 10 Prozent (±0)
- SPD: 6 Prozent (−1)
- Linke: 3 Prozent, FDP: 2 Prozent
Die Freien Wähler von Hubert Aiwanger stagnieren. 2023 waren sie mit 15,8 Prozent noch zweitstärkste Kraft, seitdem haben sie rund ein Drittel ihrer Wähler verloren. Die SPD muss mit 6 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. Ironischerweise legen ausgerechnet die Grünen zu und stehen besser da als bei der letzten Wahl.
Söders 37-Prozent-Grenze
Für Markus Söder ist das Ergebnis eine Hypothek. Unter ihm holte die CSU bei der Landtagswahl 2018 nur 37,2 Prozent und 2023 sogar nur 37,0 Prozent. Das war das zweitschlechteste Ergebnis in der Geschichte der Partei. Die neue Umfrage bestätigt genau dieses Niveau. Zu Zeiten von Edmund Stoiber lagen die Ergebnisse der CSU noch um die 60 Prozent.
Kritiker werfen Söder vor, die Berliner Politik der Großen Koalition mitzutragen und sich zugleich als bayerische Alternative zu inszenieren. Dieser Spagat überzeugt offenbar immer weniger Wähler.
Bayern bleibt ein Sonderfall
Trotz der Verluste hätte die amtierende Koalition aus CSU und Freien Wählern rechnerisch weiterhin eine Mehrheit im Landtag. Damit bleibt Bayern das einzige Bundesland, in dem trotz der Brandmauer zur AfD eine Regierung rechts der Mitte möglich ist. Nach dem jüngsten Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt dürfte das in München aber wenig beruhigen.
Ein Warnsignal mit Ansage
Repräsentativ befragt wurden 1.011 Bürger zwischen dem 14. und 19. Oktober 2026, telefonisch und online. Umfragen zeigen nur die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung und sind keine Prognose. Die nächste Landtagswahl steht erst 2028 an.
Die Botschaft ist trotzdem kaum zu überhören. Wenn sich selbst die treueste Unionsbasis vom Kanzler abwendet, ist das keine Laune. Es ist ein Misstrauensvotum gegen eine Politik, die nach Ansicht vieler Bürger an ihren Interessen vorbeigeht.
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