
Rekord-Unzufriedenheit: Deutsche strafen Merz und die GroĂe Koalition ab

Man könnte fast meinen, es sei ein DĂ©jĂ -vu. Wieder eine GroĂe Koalition, wieder wachsende Frustration im Volk, wieder ein Kanzler, der seine Versprechen nicht einzulösen vermag. Doch die Zahlen, die das Meinungsforschungsinstitut Insa nun fĂŒr die âBild am Sonntag" ermittelt hat, sprechen eine Sprache, die selbst hartgesottene Politikbeobachter aufhorchen lĂ€sst: 70 Prozent der Wahlberechtigten sind mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz unzufrieden. Gerade einmal 21 Prozent attestieren ihm gute Arbeit. Seit seinem Amtsantritt im Mai war die Stimmung nie schlechter.
Selbst die eigene Basis wendet sich ab
Was die Lage fĂŒr die schwarz-rote Regierung besonders brisant macht: Die Unzufriedenheit frisst sich lĂ€ngst ins eigene Lager. Satte 56 Prozent der Unions-AnhĂ€nger bewerten die Koalitionsarbeit negativ â wohlgemerkt die AnhĂ€nger jener Partei, die den Kanzler stellt. Bei den SPD-WĂ€hlern sieht es noch dĂŒsterer aus: 69 Prozent sind unzufrieden mit dem, was ihre Partei in der Regierung leistet. Nur 28 Prozent der Sozialdemokraten können sich mit Merz als Kanzler anfreunden. Wenn selbst die treuesten Gefolgsleute murren, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht.
Besonders vernichtend fĂ€llt das Urteil im Osten Deutschlands aus. Dort sind lediglich zwölf Prozent mit der Arbeit des Kanzlers einverstanden, wĂ€hrend 80 Prozent ihre Unzufriedenheit bekunden. Eine Kluft, die sich wie ein Graben durch die Republik zieht â und die zeigt, dass die Menschen in den neuen BundeslĂ€ndern sich von dieser Regierung schlicht nicht vertreten fĂŒhlen.
Die AfD als stĂ€rkste Kraft â ein Alarmsignal, das Berlin ignoriert
Wer sich fragt, wohin die EnttĂ€uschten abwandern, findet die Antwort in der Sonntagsfrage. Die AfD behauptet sich mit unverĂ€nderten 26 Prozent als stĂ€rkste politische Kraft vor CDU/CSU, die bei 25 Prozent verharren. Die SPD konnte einen Punkt auf 14 Prozent zulegen, die GrĂŒnen kletterten ebenfalls um einen Punkt auf 13 Prozent. Die Linke verlor einen Punkt und steht bei zehn Prozent.
Insa-Chef Hermann Binkert formulierte es mit der nĂŒchternen PrĂ€zision eines Diagnostikers: Es sei unwahrscheinlich, dass es dem Kanzler und der Koalition gelinge, diesen Trend grundsĂ€tzlich zu drehen. Ein Satz, der wie ein Epitaph auf die Ambitionen dieser Regierung wirkt.
Energiepreiskrise und Koalitionsstreit als Brandbeschleuniger
Die GrĂŒnde fĂŒr den dramatischen Vertrauensverlust liegen auf der Hand. Steigende Energiepreise belasten Millionen Haushalte und treiben die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft weiter in die Enge. Statt geschlossen gegenzusteuern, liefern sich die Koalitionspartner öffentliche ScharmĂŒtzel. CDU, CSU und SPD berieten am Wochenende ĂŒber die Energiepreiskrise und ein anstehendes Reformprogramm â ob dabei Ergebnisse herauskommen, die den Namen verdienen, blieb zunĂ€chst offen.
Friedrich Merz war angetreten mit dem Versprechen, Deutschland wieder auf Kurs zu bringen. Keine neuen Schulden, eine starke Wirtschaft, Ordnung und VerlĂ€sslichkeit. Was davon ĂŒbrig geblieben ist? Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belastet, eine Inflation, die den BĂŒrgern das Ersparte wegfrisst, und eine Koalition, die sich mehr mit sich selbst als mit den Problemen des Landes beschĂ€ftigt. Der Unterschied zur gescheiterten Ampel-Regierung? Er wird mit jedem Tag kleiner.
Das Volk hat lÀngst verstanden
Die Deutschen sind es leid, von einer politischen Klasse regiert zu werden, die Wahlversprechen wie Konfetti verstreut und sie am Tag nach der Wahl vergisst. Die Umfragewerte sind kein statistisches Rauschen â sie sind ein Aufschrei. Ein Aufschrei von Menschen, die sich nach einer Politik sehnen, die ihre Interessen in den Mittelpunkt stellt: bezahlbare Energie, innere Sicherheit, wirtschaftliche StabilitĂ€t und den Erhalt dessen, was dieses Land einst stark gemacht hat. Solange Berlin diese Botschaft nicht hört â oder nicht hören will â, wird die Erosion des Vertrauens weitergehen. Und kein noch so geschickt inszenierter Koalitionsgipfel wird daran etwas Ă€ndern.










