Kettner Edelmetalle
30.03.2026
10:21 Uhr

Preisschock durch Iran-Krieg: Die Inflation frisst sich zurĂŒck in deutsche Geldbeutel

Was viele BĂŒrger lĂ€ngst an der ZapfsĂ€ule und bei der Heizkostenabrechnung spĂŒren, bestĂ€tigen nun auch die nackten Zahlen: Die Inflation in Deutschland ist zurĂŒck – und sie kommt mit Wucht. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran, der seit ĂŒber vier Wochen tobt, entfaltet seine wirtschaftliche Sprengkraft nun auch im Portemonnaie der deutschen Verbraucher. Und das, so warnen Experten, sei erst der Anfang.

Bayern als Vorbote: Teuerungsrate schießt auf 2,8 Prozent

Die Zahlen aus den BundeslĂ€ndern sprechen eine unmissverstĂ€ndliche Sprache. In Bayern kletterte die Inflationsrate im MĂ€rz auf 2,8 Prozent – noch im Dezember lag sie bei vergleichsweise moderaten 1,9 Prozent. Nordrhein-Westfalen verzeichnet 2,7 Prozent, Niedersachsen 2,6 und Baden-WĂŒrttemberg 2,5 Prozent. Überall dasselbe Bild: ein sprunghafter Anstieg innerhalb weniger Wochen, ausgehend von Werten, die noch Ende vergangenen Jahres kaum Anlass zur Sorge gaben.

Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, formulierte es diplomatisch, aber unmissverstĂ€ndlich: Der Preisdruck in Deutschland nehme wieder spĂŒrbar zu. Was der Ökonom damit meint, dĂŒrfte jedem klar sein, der in den vergangenen Wochen seinen Tank gefĂŒllt oder Heizöl bestellt hat.

Die Straße von Hormus – Nadelöhr der Weltwirtschaft

Der Auslöser dieser Entwicklung liegt tausende Kilometer entfernt, und doch trifft er Deutschland mit voller Wucht. Teheran hat die Straße von Hormus weitgehend geschlossen – jene schmale Meerenge am Persischen Golf, durch die rund ein FĂŒnftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein einziger Flaschenhals, kaum 50 Kilometer breit, bestimmt maßgeblich darĂŒber, was deutsche Familien fĂŒr MobilitĂ€t und WĂ€rme bezahlen mĂŒssen.

Die daraus resultierende Verknappung hat die Weltmarktpreise fĂŒr Öl und Gas massiv nach oben getrieben. Und hier offenbart sich einmal mehr die fatale AbhĂ€ngigkeit Deutschlands von fossilen Energieimporten – eine AbhĂ€ngigkeit, die durch den ideologiegetriebenen Ausstieg aus der Kernenergie unter der VorgĂ€ngerregierung noch verschĂ€rft wurde. Wer sĂ€mtliche BrĂŒcken hinter sich abbricht, darf sich nicht wundern, wenn er bei der nĂ€chsten Krise im Regen steht.

Das Ifo-Barometer zeigt: Der Sturm hat gerade erst begonnen

Besonders beunruhigend ist der Blick auf das sogenannte Ifo-Preiserwartungsbarometer. Dieser Indikator misst, wie viele Unternehmen in Deutschland planen, ihre Preise anzuheben. Im MĂ€rz stieg er auf 25,3 Punkte – den höchsten Stand seit drei Jahren. Noch im Februar lag der Wert bei 20,3 Punkten. Ein Sprung von fĂŒnf Punkten innerhalb eines einzigen Monats ist alles andere als gewöhnlich.

Wohlrabe warnte eindringlich davor, dass die gestiegenen Energiekosten ĂŒber höhere Produktions- und Transportkosten auf breiter Front auf Waren und Dienstleistungen durchschlagen wĂŒrden. Mit anderen Worten: Was heute an der Tankstelle beginnt, wird morgen im Supermarkt, beim Handwerker und im Restaurant ankommen. Die Inflationswelle rollt – und sie wird breiter.

Bundesbank rechnet mit drei Prozent

Von Reuters befragte Ökonomen erwarten fĂŒr MĂ€rz eine bundesweite Inflationsrate von 2,7 Prozent – der höchste Wert seit ĂŒber zwei Jahren. Und die Bundesbank gibt sich in ihrem aktuellen Monatsbericht alles andere als zuversichtlich. Die Inflationsrate werde in den kommenden Monaten deutlich anziehen und in Richtung drei Prozent steigen, heißt es dort in ungewohnt klaren Worten.

Drei Prozent Inflation – das klingt fĂŒr manchen vielleicht noch verkraftbar. Doch man sollte nicht vergessen, dass diese Zahl auf bereits massiv gestiegene Preise der vergangenen Jahre aufschlĂ€gt. Der kumulative Effekt seit 2021 ist verheerend. Wer heute einen Wocheneinkauf erledigt, zahlt mitunter 30 bis 40 Prozent mehr als noch vor vier Jahren. Und nun dreht sich die Spirale erneut.

Deutschlands strukturelle Verwundbarkeit

Die aktuelle Krise legt schonungslos offen, wie verwundbar die deutsche Wirtschaft geworden ist. Ein Land, das seine Energieversorgung systematisch auf Importe ausgerichtet hat, das seine Kernkraftwerke abgeschaltet und sich von geopolitischen Entwicklungen abhĂ€ngig gemacht hat, steht bei jeder internationalen Krise mit dem RĂŒcken zur Wand. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundig ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur angekĂŒndigt – doch schuldenfinanzierte Investitionsprogramme werden die Inflation eher befeuern als bremsen.

FĂŒr den deutschen Sparer und BĂŒrger bedeutet diese Entwicklung einmal mehr: Das Geld auf dem Konto verliert Tag fĂŒr Tag an Kaufkraft. Wer sein Vermögen ausschließlich in Papierwerten hĂ€lt, wird schleichend enteignet. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und steigender Inflation erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als das, was sie seit Jahrtausenden sind – ein verlĂ€sslicher Anker der Vermögenssicherung, der keiner Notenbank und keinem Kriegsschauplatz unterworfen ist.

„Die Inflationsrate wird in den kommenden Monaten deutlich anziehen. Infolgedessen dĂŒrfte die Inflationsrate in nĂ€chster Zeit deutlich in Richtung drei Prozent ansteigen." – Deutsche Bundesbank, Monatsbericht MĂ€rz 2026

Die Frage ist nicht mehr, ob die Preise weiter steigen werden. Die Frage ist nur noch, wie hoch. Und ob die Politik endlich bereit ist, die strukturellen Fehler der vergangenen Jahre zu korrigieren – oder ob der deutsche BĂŒrger einmal mehr die Zeche fĂŒr ideologische Experimente und geopolitische Abenteuer zahlen muss.

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