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15.04.2026
05:10 Uhr

Netanjahu enthüllt: Trump-Regierung erstattet ihm täglich Bericht über Iran-Verhandlungen

Netanjahu enthüllt: Trump-Regierung erstattet ihm täglich Bericht über Iran-Verhandlungen

Was viele Kritiker seit Jahren vermuten, spricht Israels Premierminister Benjamin Netanjahu nun ganz offen aus: Die US-Regierung unter Donald Trump informiert ihn täglich über den Stand der Verhandlungen mit dem Iran. Eine Enthüllung, die fundamentale Fragen über die Souveränität amerikanischer Außenpolitik aufwirft – und die zeigt, wer in dieser Partnerschaft tatsächlich den Takt vorgibt.

Vance ruft direkt aus dem Flugzeug an

Bei einer Kabinettssitzung am Montag erklärte Netanjahu, er habe mit US-Vizepräsident J.D. Vance telefoniert, nachdem dieser von den amerikanisch-iranischen Gesprächen in Pakistan zurückgekehrt sei. Vance habe ihn noch aus dem Flugzeug heraus angerufen – auf dem Rückweg von Islamabad. „Er hat mir im Detail berichtet, wie es diese Regierung jeden Tag tut, über die Entwicklung der Verhandlungen", so der israelische Premier wörtlich.

Diese Aussage ist bemerkenswert. Nicht wegen ihres Inhalts – dass Washington und Jerusalem eng kooperieren, ist ein offenes Geheimnis –, sondern wegen der Selbstverständlichkeit, mit der Netanjahu diese Abhängigkeit zur Schau stellt. Man stelle sich einmal vor, ein europäischer Regierungschef würde öffentlich verkünden, die US-Regierung erstatte ihm täglich Bericht über laufende Verhandlungen. Die Empörung wäre grenzenlos.

Kushner und Witkoff: Tägliche Drähte nach Jerusalem

Die enge Verflechtung geht dabei weit über gelegentliche Telefonate hinaus. Bereits Anfang März wurde bekannt, dass US-Sondergesandter Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner – der Netanjahu seit seiner Kindheit kennt – nahezu jeden Tag mit dem israelischen Premierminister, Mossad-Chef David Barnea und weiteren israelischen Offiziellen sprechen würden. Beide waren maßgeblich an den Verhandlungen mit dem Iran beteiligt und nahmen auch an den Gesprächen in Pakistan teil.

Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um sich zu fragen, ob hier noch amerikanische Interessen verhandelt werden – oder ob die Verhandlungsposition Washingtons in Wahrheit in Jerusalem formuliert wird. Die Grenze zwischen Koordination und Fremdsteuerung verschwimmt zusehends.

Netanjahu macht Iran für Scheitern verantwortlich

Der israelische Regierungschef nutzte die Gelegenheit, um Iran für eine „Explosion" in den Verhandlungen verantwortlich zu machen. Teheran habe die Waffenstillstandsvereinbarung mit den USA verletzt, indem es die Straße von Hormus nicht vollständig geöffnet habe. Doch die Realität ist komplizierter, als Netanjahu sie darstellt: Iran unterließ diesen Schritt offenbar als Reaktion auf Israels Eskalation seiner Bombardierungen im Libanon. Die ursprüngliche Waffenstillstandsankündigung durch Pakistans Premierminister, die von den USA gebilligt worden war, hatte ausdrücklich einen Waffenstillstand im Libanon eingeschlossen. Washington rückte jedoch von dieser Zusage ab, nachdem Israel das Land weiter bombardierte.

„Die Explosion kam von amerikanischer Seite, die Irans offensichtliche Verletzung der Vereinbarung nicht tolerieren konnte", erklärte Netanjahu. Eine bemerkenswerte Formulierung – denn sie legt nahe, dass es die Amerikaner waren, die den Verhandlungstisch verließen, nicht Iran.

Die „Giftpille" der Null-Anreicherung

Besonders aufschlussreich ist Netanjahus Darstellung der amerikanischen Kernforderung: Vance habe ihm klargemacht, dass Trumps oberste Priorität die vollständige Entfernung allen angereicherten Materials aus dem Iran sei – verbunden mit einem Anreicherungsverbot, das Jahrzehnte andauern solle. „Keine Anreicherung innerhalb Irans. Das ist ihr Fokus, und natürlich ist es auch für uns wichtig", so Netanjahu.

Joe Kent, der ehemalige Leiter des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, der aus Protest gegen den Krieg mit dem Iran zurückgetreten war, bezeichnete genau diese Forderung als „Giftpille" in den Verhandlungen, die ausschließlich Israels Interessen diene. Kent warnte eindringlich: Kommende Verhandlungen würden scheitern, wenn die USA die Israelis nicht zügelten und ihnen den Zugang zu amerikanischen Entscheidungsprozessen entzögen. Die Israelis drängten auf eine Null-Anreicherung, weil sie genau wüssten, dass dies für Iran inakzeptabel sei und den Krieg fortsetzen würde.

„Iran hat sich seit 2003 verpflichtet, keine Atomwaffen zu entwickeln oder zu erwerben. Ein Abkommen über Anreicherungsniveaus und Überwachung ist möglich – um den Krieg zu beenden und die Straße von Hormus zu öffnen. Das kann nur gelingen, wenn wir die Israelis als Juniorpartner behandeln und unsere Interessen an erste Stelle setzen."

Europas Schweigen ist ohrenbetäubend

Während sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiter verschärfen und die Welt einem Flächenbrand gefährlich nahe kommt, schweigt Europa. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat bislang keine erkennbare eigenständige Position zu den Iran-Verhandlungen formuliert. Stattdessen folgt Berlin wie gewohnt dem transatlantischen Konsens – der, wie Netanjahus Enthüllungen zeigen, möglicherweise gar kein amerikanischer, sondern ein israelischer Konsens ist.

Für den deutschen Bürger bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: Unsicherheit. Ein Scheitern der Iran-Verhandlungen, eine weitere militärische Eskalation im Nahen Osten – all das hätte unmittelbare Auswirkungen auf Energiepreise, Lieferketten und die ohnehin fragile europäische Wirtschaft. In solchen Zeiten geopolitischer Verwerfungen erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltordnung absichern möchte, sollte eine Beimischung physischer Edelmetalle ernsthaft in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für individuelle Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.

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