Kettner Edelmetalle
07.10.2025
06:30 Uhr

Kupferpreis explodiert: Warum das rote Metall Gold den Rang ablÀuft

WĂ€hrend die Ampel-Nachfolger in Berlin noch immer nach wirtschaftlichen Lösungen suchen, zeigt der Kupfermarkt eindrucksvoll, wohin die Reise geht. Mit einem Wochenplus von ĂŒber 5 Prozent und einem Jahresgewinn von satten 22 Prozent lĂ€sst das Industriemetall selbst manchen Aktienindex alt aussehen. Der Dreimonatskontrakt an der London Metal Exchange kletterte auf 10.715 US-Dollar je Tonne – nur noch ein Katzensprung zum Allzeithoch.

Die perfekte Sturm-Konstellation

Was treibt diese beeindruckende Rallye? Es ist die seltene Kombination aus mehreren Faktoren, die gleichzeitig in dieselbe Richtung wirken. Da wĂ€re zunĂ€chst der schwĂ€chelnde US-Dollar, der unter der lockeren Geldpolitik der Federal Reserve leidet. FĂŒr internationale KĂ€ufer wird Kupfer dadurch schlichtweg billiger – ein klassischer Mechanismus, den wir auch bei Gold und Silber beobachten können.

Doch wĂ€hrend bei Edelmetallen oft die Angst vor Inflation oder geopolitischen Krisen die Hauptrolle spielt, profitiert Kupfer von handfesten industriellen RealitĂ€ten. Die Energiewende, die unsere Politiker so gerne propagieren, verschlingt Unmengen des roten Metalls. Jedes Elektroauto benötigt etwa viermal so viel Kupfer wie ein herkömmlicher Verbrenner. WindrĂ€der, Solaranlagen, Ladestationen – ĂŒberall wird Kupfer gebraucht.

KI-Boom befeuert zusÀtzliche Nachfrage

Als wĂ€re das nicht genug, kommt nun auch noch der Hunger der KĂŒnstlichen Intelligenz dazu. Die gigantischen Rechenzentren, die fĂŒr ChatGPT und Co. benötigt werden, sind wahre Stromfresser. Mehr Server bedeuten mehr Kabel, mehr Transformatoren, mehr KĂŒhlsysteme – und all das braucht Kupfer. WĂ€hrend unsere Bundesregierung noch ĂŒber Digitalisierungsstrategien debattiert, schaffen andere LĂ€nder lĂ€ngst Fakten.

„Die strukturellen Treiber stehen losgelöst von kurzfristigen Konjunkturschwankungen und liefern ein Argument dafĂŒr, warum PreisrĂŒckgĂ€nge zuletzt begrenzt blieben."

Angebotskrise verschÀrft die Lage

Auf der anderen Seite der Gleichung sieht es nicht besser aus. Freeport-McMoRan musste fĂŒr seine indonesische Grasberg-Mine – eine der grĂ¶ĂŸten Kupferminen der Welt – Force Majeure erklĂ€ren. Solche ProduktionsausfĂ€lle treffen auf einen ohnehin angespannten Markt. Die Zeiten, in denen Rohstoffe im Überfluss vorhanden waren, scheinen endgĂŒltig vorbei zu sein.

Interessanterweise zeigt sich diese Angebotskrise nicht nur bei Kupfer. Zink legte in der vergangenen Woche um 5 Prozent zu und markierte ein Jahreshoch. Zinn explodierte förmlich mit einem Plus von 8,6 Prozent, getrieben von Lieferunsicherheiten aus Indonesien. Es scheint, als wĂŒrde die gesamte Basismetall-Palette unter Druck geraten.

Deutsche Unternehmen profitieren kaum

WĂ€hrend internationale Bergbaukonzerne von dieser Entwicklung profitieren, schauen deutsche Anleger weitgehend in die Röhre. Die hiesige Politik hat es ĂŒber Jahrzehnte versĂ€umt, eine eigene Rohstoffstrategie zu entwickeln. Stattdessen verlĂ€sst man sich auf globale Lieferketten, die zunehmend fragiler werden.

Immerhin gibt es einige interessante Investmentmöglichkeiten fĂŒr deutsche Anleger. Unternehmen wie American West Metals mit ihrem Storm-Projekt in Kanada könnten schon in zwei bis drei Jahren in Produktion gehen. Altiplano Metals produziert bereits Kupferkonzentrat und verfĂŒgt ĂŒber gesicherte Abnehmer. Auch der Kupferexplorer Axo Copper konnte zuletzt mit hochgradigen Bohrergebnissen von seinem mexikanischen Projekt ĂŒberzeugen.

Physische Edelmetalle als sinnvolle ErgÀnzung

Bei all der Euphorie um Kupfer sollten Anleger jedoch nicht vergessen, dass Industriemetalle deutlich volatiler sind als Edelmetalle. WĂ€hrend Gold und Silber als Wertspeicher fungieren und gerade in Krisenzeiten glĂ€nzen, ist Kupfer stark von der Konjunktur abhĂ€ngig. Eine ausgewogene Vermögensstruktur sollte daher beide Welten berĂŒcksichtigen.

Physische Edelmetalle bieten dabei den Vorteil, dass sie nicht von ProduktionsausfĂ€llen oder Lieferkettenproblemen betroffen sind, sobald sie einmal im eigenen Besitz sind. Sie stellen eine bewĂ€hrte Absicherung gegen WĂ€hrungsrisiken und politische UnwĂ€gbarkeiten dar – Faktoren, die in der aktuellen weltpolitischen Lage nicht unterschĂ€tzt werden sollten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss seine Investitionsentscheidungen selbst treffen und trĂ€gt die volle Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen. Wir empfehlen, vor jeder Investition ausreichend zu recherchieren und gegebenenfalls professionellen Rat einzuholen.

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