Kettner Edelmetalle
25.07.2025
11:11 Uhr

Kretschmann rechnet mit eigener Partei ab: "Ranklotzen statt Rumjammern"

WĂ€hrend die GrĂŒnen bundesweit in Umfragen abstĂŒrzen und sich in ideologischen GrabenkĂ€mpfen verlieren, spricht Baden-WĂŒrttembergs MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann Klartext. Der 77-jĂ€hrige Realpolitiker, der als einziger grĂŒner MinisterprĂ€sident seit 2011 erfolgreich im LĂ€ndle regiert, geht mit seiner eigenen Partei hart ins Gericht. Seine Botschaft an die BundesgrĂŒnen könnte deutlicher kaum sein: ZurĂŒck zur Mitte, weg vom linken Rand – und vor allem endlich eine klare Linie in der Migrationspolitik.

Die fatale Linksdrift der GrĂŒnen

"Wir sind nicht klar aufgestellt", diagnostiziert Kretschmann schonungslos den Zustand seiner Partei. Was er damit meint, wird schnell deutlich: Teile der GrĂŒnen wĂŒrden offenkundig damit sympathisieren, in Konkurrenz mit der Linken zu treten. Ein strategischer Fehler, der die Partei aus der politischen Mitte katapultiere. Seine Analyse trifft ins Schwarze: "Wenn man auf die Parolen der Linkspartei geht, muss man sich nicht wundern, wenn die Leute gleich das Original wĂ€hlen."

Diese Warnung kommt zur rechten Zeit. Die GrĂŒnen haben sich in den vergangenen Jahren immer weiter von der bĂŒrgerlichen Mitte entfernt. Statt pragmatischer Lösungen dominieren ideologische Debatten ĂŒber Gendern, Klimakleber und Verbotspolitik. Das Ergebnis: Die WĂ€hler laufen in Scharen davon.

Migration als Achillesferse

Besonders deutlich wird Kretschmann beim Thema Migration. Die Bundespartei habe nie zu einer klaren Linie gefunden, kritisiert er. Dabei sei diese "fĂŒr die Mehrheit der WĂ€hler ein Trigger". Die GrĂŒnen hĂ€tten hier eine offene Flanke, die sie dringend schließen mĂŒssten, um WĂ€hler zurĂŒckzugewinnen.

Seine Forderung ist eindeutig: Deutschland mĂŒsse illegale Migration "scharf begrenzen", weil man sonst das Asylrecht aushöhle. Gleichzeitig brauche es legale Wege fĂŒr qualifizierte FachkrĂ€fte. Eine Position, die in der grĂŒnen Bundespartei auf taube Ohren stoßen dĂŒrfte, wo man lieber von "Schutzsuchenden" spricht und jede Kritik an der Migrationspolitik reflexhaft als rechts brandmarkt.

Schluss mit der WohlfĂŒhlpolitik

Doch Kretschmann belĂ€sst es nicht bei der Kritik an seiner eigenen Partei. Auch die neue schwarz-rote Bundesregierung unter Friedrich Merz bekommt ihr Fett weg. Der MinisterprĂ€sident vermisst den Reformwillen und fordert unbequeme Entscheidungen ein. Seine Worte dĂŒrften vielen Arbeitnehmern nicht gefallen: "Wir mĂŒssen ernsthaft ĂŒber die Rente reden oder darĂŒber, dass Deutschland mit die geringste Jahresarbeitszeit aller Industrienationen hat."

Der Vergleich mit China, das er anfĂŒhrt, sitzt: WĂ€hrend das Reich der Mitte technologisch aufhole und mit einer Sechs-Tage-Woche arbeite, glaubten wir in Deutschland immer noch, dass wir weniger arbeiten könnten – "womöglich bei vollem Lohnausgleich". Seine Schlussfolgerung ist unmissverstĂ€ndlich: "Wir mĂŒssen jetzt mal ranklotzen."

Ein unbequemer Mahner

Kretschmanns Interventionen aus Stuttgart stoßen in Berlin regelmĂ€ĂŸig auf Abwehrreflexe, besonders bei der Parteilinken. Doch der pragmatische Schwabe lĂ€sst sich davon nicht beirren. Als einziger grĂŒner MinisterprĂ€sident hat er bewiesen, dass man mit einem realistischen Kurs erfolgreich sein kann. Sein Erfolgsrezept: weniger Ideologie, mehr Pragmatismus.

Die Botschaft des alten Recken ist klar: Deutschland kann sich die WohlfĂŒhlpolitik der vergangenen Jahre nicht mehr leisten. Weder bei der Migration noch bei der Arbeitszeit. WĂ€hrend andere noch von der Vier-Tage-Woche trĂ€umen, fordert Kretschmann mehr ProduktivitĂ€t und intelligenteres Arbeiten. Eine unbequeme Wahrheit, die viele nicht hören wollen.

"Da können wir doch nicht glauben, dass wir immer noch weniger arbeiten können - womöglich bei vollem Lohnausgleich."

Es bleibt abzuwarten, ob seine Partei diese Mahnung ernst nimmt. Die Zeichen stehen schlecht. Zu sehr haben sich die GrĂŒnen in ihrer ideologischen Blase eingerichtet, zu weit haben sie sich von der LebensrealitĂ€t der Menschen entfernt. Kretschmann mag der letzte seiner Art sein – ein grĂŒner Realpolitiker, der den Mut hat, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. In einer Zeit, in der Deutschland vor gewaltigen Herausforderungen steht, brĂ€uchte es mehr Politiker seines Schlages. Stattdessen dominieren Ideologen und Schönredner die politische BĂŒhne. Die Quittung werden wir alle bezahlen mĂŒssen.

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