Kettner Edelmetalle
29.04.2026
13:37 Uhr

Inflation außer Kontrolle: Deutsche Unternehmen drehen massiv an der Preisschraube

Die Hoffnung auf eine Atempause fĂŒr deutsche Verbraucher zerschellt an der RealitĂ€t. Was das Ifo-Institut in seiner aktuellen Erhebung zu den Preiserwartungen der Unternehmen zutage fördert, dĂŒrfte jedem BĂŒrger den Schweiß auf die Stirn treiben: Der Indikator ist im April auf 31,6 Punkte hochgeschnellt – nach 25,5 Punkten im MĂ€rz. Das ist der höchste Stand seit Januar 2023. Wer geglaubt hat, die Inflationswelle sei abgeebbt, wird von den nĂŒchternen Zahlen aus MĂŒnchen eines Besseren belehrt.

Der Iran-Krieg als Brandbeschleuniger

Ifo-Konjunkturchef Timo WollmershĂ€user bringt es auf den Punkt: Der Iran-Krieg hinterlasse seine Spuren in der deutschen Wirtschaft, die Unternehmen reichten die explodierenden Energiekosten nun zunehmend an ihre Kunden weiter. Mit anderen Worten: Die geopolitischen Verwerfungen, die seit dem Sommer 2025 die EnergiemĂ€rkte erschĂŒttern, schlagen mit voller Wucht auf die Geldbeutel der deutschen Verbraucher durch. Und die Bundesregierung? Steht ratlos daneben, statt endlich eine vernĂŒnftige Energiepolitik einzuleiten, die das Land nicht in die nĂ€chste Krise treibt.

Industrie unter Hochdruck – Chemiebranche im roten Bereich

Besonders dramatisch fĂ€llt das Bild in der Industrie aus. Dort kletterten die Preiserwartungen von 21,1 auf 34,2 Punkte – ein gewaltiger Sprung. Doch das ist nur der Anfang. Bei den energieintensiven Unternehmen schoss der Wert von 30,6 auf satte 47,5 Punkte hoch. Die Königsdisziplin liefert die Chemieindustrie ab, einst AushĂ€ngeschild deutscher Wertschöpfung: Hier explodierten die Preiserwartungen von 31,8 auf 61,7 Punkte. Eine Verdoppelung in nur einem Monat. Das ist kein normales Wirtschaftsgeschehen mehr – das ist ein Alarmsignal.

Bei den nicht-energieintensiven Unternehmen blieb die Bewegung dagegen ĂŒberschaubar (von 19,2 auf 19,8 Punkte). Die Kluft zwischen energiehungrigen und weniger energieintensiven Branchen klafft weiter auseinander – ein Sinnbild fĂŒr die strukturelle Schieflage, in die jahrelange ideologisch motivierte Energiepolitik dieses Land manövriert hat.

Der BĂŒrger zahlt die Zeche – wieder einmal

Wer nun denkt, das betreffe nur abstrakte Unternehmensbilanzen, der irrt gewaltig. Die konsumnahen Bereiche – also genau dort, wo der BĂŒrger tĂ€glich sein Geld lĂ€sst – heben ebenfalls krĂ€ftig die Preise an. Im Einzelhandel und in der Gastronomie kletterte der Indikator von 27,9 auf 39,8 Punkte. Übersetzt: Das nĂ€chste Restaurantbesuch, der nĂ€chste Wocheneinkauf, das nĂ€chste Bier in der Kneipe wird teurer. SpĂŒrbar teurer.

WollmershĂ€user prognostiziert unverblĂŒmt, die Inflationsrate dĂŒrfte in den kommenden Monaten auf ĂŒber drei Prozent klettern. Damit wĂ€re das ohnehin lĂ€cherliche EZB-Ziel von zwei Prozent wieder einmal pulverisiert. Die schleichende Enteignung der Sparer durch negative Realzinsen geht damit in die nĂ€chste Runde.

Unternehmensberater senken Preise – ein Treppenwitz

Eine kuriose Randnotiz liefert die Branche der Unternehmensberater: Hier sind die Preiserwartungen sogar gesunken (von 10,3 auf 6,3 Punkte). WĂ€hrend die produzierende Wirtschaft unter den Energiekosten Ă€chzt, scheint im Beratergewerbe offenbar die Luft raus zu sein. Auch die Architektur- und IngenieurbĂŒros bleiben mit einem leichten Anstieg von 11,2 auf 15,2 Punkte vergleichsweise zurĂŒckhaltend.

Was bleibt dem BĂŒrger?

Die nĂŒchterne Botschaft des Ifo-Berichts lautet: Die nĂ€chste Inflationswelle rollt an, und sie wird nicht von alleine verschwinden. WĂ€hrend Politik und Notenbanken weiterhin in Schönwetter-Prognosen verharren, sehen die Unternehmen an der Front die RealitĂ€t – und reagieren entsprechend. Das gewaltige 500-Milliarden-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur, das die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD durchgewunken hat, dĂŒrfte den inflationĂ€ren Druck zusĂ€tzlich befeuern. Wer glaubt, dieser schuldenfinanzierte Geldsegen werde ohne Folgen fĂŒr die Kaufkraft bleiben, ist wahlweise naiv oder verfolgt eine eigene Agenda.

In Zeiten, in denen Papiergeld systematisch entwertet wird und politische Versprechen wie Seifenblasen zerplatzen, bleibt fĂŒr den vorausschauenden BĂŒrger nur eines: die Diversifikation des eigenen Vermögens. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrtausende bewiesen, dass sie in inflationĂ€ren Phasen ihre Kaufkraft bewahren. Sie sind kein Allheilmittel, aber eine bewĂ€hrte Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio – gerade dann, wenn die offiziellen Stellen den Ernst der Lage wieder einmal kleinreden.

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