Kettner Edelmetalle
23.04.2026
13:49 Uhr

Hormus-Blockade eskaliert: Trump droht mit Vernichtung iranischer Boote – Europa steht wieder nur am Spielfeldrand

Hormus-Blockade eskaliert: Trump droht mit Vernichtung iranischer Boote – Europa steht wieder nur am Spielfeldrand

Die Lage am Persischen Golf spitzt sich mit atemberaubender Geschwindigkeit zu. WĂ€hrend US-PrĂ€sident Donald Trump in gewohnt martialischem Ton verkĂŒndet, die amerikanische Marine werde kĂŒnftig jedes iranische Boot, das in der Straße von Hormus Seeminen verlege, ohne Federlesen versenken, meldet Teheran triumphierend die ersten Einnahmen aus den selbstherrlich erhobenen MautgebĂŒhren fĂŒr die Durchfahrt durch die umkĂ€mpfte Meerenge. Zwischen beiden Polen dieser Eskalationsspirale gerĂ€t der Welthandel zunehmend in BedrĂ€ngnis – und Europa? Europa schaut zu.

Trumps Machtdemonstration: „VollstĂ€ndige Kontrolle“ ĂŒber Hormus

Auf seiner Plattform Truth Social ließ der US-PrĂ€sident keinen Zweifel an seiner Entschlossenheit. Die Vereinigten Staaten hĂ€tten die „vollstĂ€ndige Kontrolle“ ĂŒber die strategisch wichtige Meerenge, die Straße sei „dichtgemacht“, solange Teheran keinem Abkommen zustimme. Belege fĂŒr diese vollmundige Behauptung lieferte Trump erwartungsgemĂ€ĂŸ nicht – und die RealitĂ€t auf dem Wasser zeichnet ein anderes Bild. Laut dem Datenanbieter Vortexa hĂ€tten allein zwischen dem 13. und 21. April ganze 34 sanktionierte Tanker oder Schiffe mit Iran-Verbindung die Blockadezone passiert. Die sogenannte Schattenflotte erweise sich einmal mehr als erstaunlich widerstandsfĂ€hig.

Parallel dazu schraubt das US-MilitĂ€r die KapazitĂ€t seiner Minensuchboote auf das Dreifache hoch. Eine interne EinschĂ€tzung des Pentagons, ĂŒber die die Washington Post berichtet habe, gehe davon aus, dass die RĂ€umung der iranischen Seeminen bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen könnte. Der Iran soll laut diesen Angaben zwanzig oder mehr Minen in der Region verlegt haben, einige davon GPS-gesteuert und dadurch kaum aufzuspĂŒren.

Teheran kassiert ab – und greift weiter an

WĂ€hrend in Washington die Drohkulisse aufgebaut wird, feiert der Iran kleine Erfolge. Der stellvertretende ParlamentsprĂ€sident Hamidresa Hadschibabaei verkĂŒndete laut der Nachrichtenagentur Tasnim, die ersten MautgebĂŒhren seien bereits auf dem Konto der Zentralbank eingegangen. Gleichzeitig meldeten die Revolutionsgarden die Beschlagnahmung zweier Frachtschiffe – der „MSC Francesca“ unter Flagge Panamas sowie der „Epaminondas“ unter liberianischer Flagge. Ein drittes Containerschiff namens „Euphoria“, laut iranischen Angaben in griechischem Besitz, sei ebenfalls angegriffen worden.

Die britische Behörde fĂŒr maritime Sicherheit UKMTO bestĂ€tigte einen weiteren Beschuss: Rund fĂŒnfzehn Seemeilen nordöstlich der omanischen KĂŒste sei ein Containerschiff ohne Vorwarnung von einem Kanonenboot der Revolutionsgarden attackiert worden. „Schwere SchĂ€den“ an der BrĂŒcke, die Besatzung glĂŒcklicherweise unverletzt. Die Zahl der Schiffsdurchfahrten durch die Meerenge, in Friedenszeiten rund 120 tĂ€glich, ist auf 4,5 pro Tag zusammengeschrumpft.

Arabische Liga fordert Reparationen

Nach virtueller Beratung stellten die arabischen Außenminister eine unmissverstĂ€ndliche Forderung: Reparationen vom Iran fĂŒr die im Krieg entstandenen SchĂ€den. Teheran trage international die volle Verantwortung fĂŒr seine „unrechtmĂ€ĂŸigen und nicht gerechtfertigten Angriffe“ gegen arabische Staaten, heißt es in der ErklĂ€rung. Als Vergeltung fĂŒr die amerikanisch-israelischen MilitĂ€rschlĂ€ge hatte der Iran seit Februar die Golfstaaten mit Tausenden Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern ĂŒberzogen – nicht nur militĂ€rische Ziele, sondern auch FlughĂ€fen und Wohngebiete, vor allem in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Kuwait.

Das blamable Schweigen Europas

Besonders bemerkenswert – und aus deutscher Sicht bitter – fallen die Worte des CDU-Außenpolitikers Armin Laschet aus. Europa sei in diesem Konflikt „politisch draußen“, konstatierte er im Politico-Podcast „Berlin Playbook“. Die Lage sei desaströs, zentrale Probleme blieben ungelöst: „Das Atomprogramm ist immer noch da“, 400 Kilogramm hoch angereichertes Uran, ballistische Raketen – und ein Regimewechsel in Teheran habe nicht stattgefunden.

Noch vernichtender die Diagnose Laschets zur Rolle der EuropĂ€er im Verhandlungsprozess: Man wisse „nicht einmal, was die Amerikaner ĂŒberhaupt verhandeln“. Kurzfristig bleibe dem Kontinent nur eine dienende Rolle, etwa bei einer etwaigen MinenrĂ€umung. Ein beschĂ€mendes Zeugnis fĂŒr eine EU, die sich selbst gerne als geopolitische GrĂ¶ĂŸe inszeniert, in der RealitĂ€t jedoch nicht einmal den Informationsstand eines Juniorpartners erreicht. Jahrelange ideologische Energiepolitik, eine strukturell geschwĂ€chte Bundeswehr und die VernachlĂ€ssigung eigener strategischer Interessen rĂ€chen sich in solchen Momenten auf brutale Weise.

Die grĂ¶ĂŸte Energiekrise der Geschichte?

Der Chef der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, sprach auf dem Petersberger Klimadialog in Berlin von der „grĂ¶ĂŸten Energiekrise der Geschichte“. Die Verluste durch diesen Krieg seien „viel grĂ¶ĂŸer als alle Krisen zusammen, was Öl und Gas angeht“. Die ÖlmĂ€rkte reagierten entsprechend nervös: Die Nordseesorte Brent kletterte erstmals seit ĂŒber einer Woche wieder ĂŒber die Marke von 100 Dollar je Barrel, bevor der Preis leicht auf 99 Dollar nachgab – immer noch ein Plus von knapp vier Prozent binnen eines Tages. Trumps VerlĂ€ngerung der Waffenruhe, laut Berichten von Axios, Fox News und CNN lediglich fĂŒr drei bis fĂŒnf Tage angesetzt, konnte den AufwĂ€rtstrend kaum bremsen.

Teheran zwischen Kollaps und KalkĂŒl

Trump selbst triumphiert: Der Iran „bricht finanziell zusammen“ und „hungert nach Geld“, schrieb er. Teheran wolle die Meerenge eigentlich sofort wieder öffnen, halte aber zum „Gesichtswahren“ an der Blockade fest. Ein Berater des iranischen ParlamentsprĂ€sidenten konterte auf X, die „Verliererseite“ könne keine Bedingungen diktieren. Die Fortsetzung der US-Seeblockade sei einer Bombardierung gleichzusetzen und mĂŒsse militĂ€risch beantwortet werden. Ein Kommandeur der Revolutionsgarden drohte offen, Ölfelder und Raffinerien in Nachbarstaaten am Golf ins Visier zu nehmen, sollten diese weiterhin US-amerikanische und israelische Operationen von ihrem Territorium aus zulassen.

Ein sicherer Hafen in stĂŒrmischen Zeiten

Wer in solchen Zeiten auf die StabilitĂ€t unseres globalen Finanzsystems vertraut, dem sei viel GlĂŒck gewĂŒnscht. WĂ€hrend Regierungen immer neue Milliardensummen drucken, WĂ€hrungen durch Inflation entwertet und geopolitische Verwerfungen die MĂ€rkte erschĂŒttern, bewĂ€hrt sich physisches Gold und Silber seit Jahrtausenden als Vermögensanker. Keine noch so martialische Truth-Social-Botschaft, keine blockierte Meerenge, keine gescheiterte Ampel- oder Groko-Politik kann die jahrtausendealte Kaufkraft des Edelmetalls erschĂŒttern. Ein Klumpen Gold bleibt ein Klumpen Gold – unabhĂ€ngig davon, ob Trump twittert, Chamenei droht oder BrĂŒssel schweigt.

Die Lage an der Straße von Hormus wird sich in den kommenden Tagen zuspitzen oder entspannen – niemand kann das heute seriös prognostizieren. Sicher ist nur: Wer sein Vermögen allein auf Papierwerte, Euro-Guthaben oder auf die kluge KrisenbewĂ€ltigung Berliner Koalitionen setzt, geht ein Risiko ein, das sich mit einer soliden Beimischung physischer Edelmetalle spĂŒrbar mindern ließe.

Hinweis: Die vorstehenden AusfĂŒhrungen stellen keine Anlageberatung dar. Sie spiegeln ausschließlich die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jede Anlageentscheidung erfordert eine eigenstĂ€ndige und sorgfĂ€ltige PrĂŒfung. FĂŒr getroffene Entscheidungen trĂ€gt jeder Anleger die volle eigene Verantwortung.

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