Kettner Edelmetalle
26.04.2026
21:39 Uhr

Hilferuf der IG Metall: Wenn die Gewerkschaft den Standort retten will, den die Politik ruiniert hat

Hilferuf der IG Metall: Wenn die Gewerkschaft den Standort retten will, den die Politik ruiniert hat

Es ist ein bemerkenswerter Vorgang, wenn ausgerechnet die Vorsitzende der mĂ€chtigsten deutschen Gewerkschaft die Konzerne anflehen muss, ArbeitsplĂ€tze nicht ins Ausland zu verlagern. IG-Metall-Chefin Christiane Benner hat in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung an die Industrie appelliert, wieder verstĂ€rkt in Deutschland und Europa zu produzieren. Wer hierzulande verkaufe, mĂŒsse auch hierzulande fertigen, so ihre Forderung. Eine an sich nachvollziehbare Position – und doch wirkt sie wie ein verzweifelter Hilferuf an die Falschen.

Der Aderlass in Forschung und Entwicklung

Benner zeigte sich besorgt ĂŒber den fortschreitenden Stellenabbau, vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung. Genau dort, wo Deutschland einst seine WeltmarktfĂŒhrerschaft begrĂŒndet hatte, blutet die Substanz aus. Der Aderlass habe ein bedrohliches Ausmaß erreicht, mahnte die Gewerkschaftschefin. Was sie dabei freilich nur am Rande erwĂ€hnt: Diese Entwicklung ist kein Naturereignis, sondern das direkte Resultat einer jahrelang verfehlten Wirtschafts- und Energiepolitik, die den Industriestandort systematisch ausgehöhlt hat.

Wer jahrelang die ideologisch motivierte Energiewende mit grĂŒnen TrĂ€umereien zelebrierte, statt die WettbewerbsfĂ€higkeit zu sichern, der darf sich heute nicht wundern, wenn Konzerne ihre Werke nach Texas, Polen oder China verlagern. Die deutschen Strompreise gehören zu den höchsten der Welt, die BĂŒrokratie ist erdrĂŒckend, die Steuerlast astronomisch – und dann kommt eine Gewerkschaftschefin und appelliert an die unternehmerische Vernunft? Das wirkt fast rĂŒhrend.

Die Forderungen an die Bundesregierung – ein Tropfen auf den heißen Stein

Benner verlangte zwar von der Bundesregierung bessere Rahmenbedingungen, lobte aber gleichzeitig die sozial gestaffelte Förderung beim Kauf von E-Autos. Genau hier zeigt sich die ganze Tragik der gewerkschaftlichen Argumentation: Statt fundamentale Probleme wie ruinöse Energiepreise, eine erdrĂŒckende BĂŒrokratie und eine wettbewerbsfeindliche Steuerlast in den Mittelpunkt zu stellen, wird auf Subventionsprogrammen herumgeritten, die das Symptom, nicht aber die Ursache bekĂ€mpfen.

Defizite sah die Gewerkschaftschefin bei der Lade-Infrastruktur, bezahlbarem Ladestrom, hohen Energiepreisen und der Förderung der Batterieproduktion. Doch wer hat denn diese hohen Energiepreise zu verantworten? Es waren genau jene politischen Akteure, gegen die Gewerkschaften wie die IG Metall jahrelang nicht entschieden genug aufgestanden sind.

Wenn Investoren das Vertrauen verlieren

Die Wahrheit ist unbequem: Kein Konzern dieser Welt investiert in einem Land, dessen Politik unberechenbar ist, dessen Energiepolitik ideologisch geprĂ€gt wird und dessen BĂŒrokratie jeden Ansiedlungswunsch im Keim erstickt. Investitionen brauchen Planungssicherheit, niedrige Energiekosten, schlanke Verwaltung und eine wettbewerbsfĂ€hige Besteuerung. All das hat Deutschland verloren – und die neue Große Koalition unter Friedrich Merz scheint trotz vollmundiger Versprechen den großen Wurf nicht zu wagen. Statt echter Steuersenkungen und BĂŒrokratieabbau gibt es ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kĂŒnftige Generationen mit Schuldenzinsen belastet.

Die Industrie wandert ab – und die Politik schaut zu

Bei den großen Autobauern und ihren Zulieferern stehen Werke vor dem Aus, Stellen werden in zehntausender Höhe gestrichen. Volkswagen, ZF, Bosch, Continental – die Liste der Krisenmeldungen wird lĂ€nger und lĂ€nger. Wer wie Benner heute die Konzerne ermahnt, hier zu produzieren, verkennt schlicht die ökonomische RealitĂ€t: Solange die Bedingungen ruinös sind, wird kein Vorstand seinen AktionĂ€ren erklĂ€ren können, warum er weiter in Deutschland investieren sollte.

Es ist ein Trauerspiel, das sich gerade abspielt: Die einst stolze deutsche Industrie wird StĂŒck fĂŒr StĂŒck demontiert, wĂ€hrend die politische Klasse in Berlin an Symbolpolitik festhĂ€lt und die Gewerkschaften an Konzerne appellieren, statt mit aller Kraft Druck auf die Politik auszuĂŒben.

Was bleibt: Vermögen schĂŒtzen, bevor es zu spĂ€t ist

In Zeiten, in denen die industrielle Basis eines Landes erodiert, der Staat sich immer höher verschuldet und die Inflation als stĂ€ndiger Begleiter mitmarschiert, gewinnt eine alte Wahrheit neue AktualitĂ€t: Wer sein Vermögen erhalten will, braucht solide Werte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte bewiesen, dass sie auch dann ihre Kaufkraft bewahren, wenn PapierwĂ€hrungen und politische Versprechen lĂ€ngst ihren Glanz verloren haben. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sind sie ein bewĂ€hrter Anker gegen die StĂŒrme einer Wirtschaftspolitik, die ihre eigene Industrie offenbar nicht mehr zu schĂŒtzen vermag.

Hinweis

Dieser Beitrag stellt die Meinung unserer Redaktion dar und dient ausschließlich Informationszwecken. Er ersetzt keine individuelle Anlageberatung. Eine Investitionsentscheidung sollte stets auf Grundlage eigener Recherchen und gegebenenfalls nach Konsultation eines unabhĂ€ngigen Finanzberaters getroffen werden. Eine Haftung fĂŒr VermögensschĂ€den, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Inhalte resultieren, wird ausgeschlossen.

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