Kettner Edelmetalle
26.08.2025
20:56 Uhr

Goldpreis erreicht Zweiwochenhoch nach Trumps Angriff auf Fed-Gouverneurin

Der Goldpreis kletterte am Dienstag auf den höchsten Stand seit ĂŒber zwei Wochen, nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump mit der Entlassung einer Gouverneurin der Federal Reserve fĂŒr erhebliche Turbulenzen an den FinanzmĂ€rkten sorgte. Der Spotpreis fĂŒr Gold stieg um 0,5 Prozent auf 3.382,19 US-Dollar pro Unze – ein Niveau, das zuletzt am 11. August erreicht wurde.

PrÀzedenzloser Angriff auf die UnabhÀngigkeit der Notenbank

Was sich wie ein Paukenschlag durch die Finanzwelt zog, war Trumps Versuch, Fed-Gouverneurin Lisa Cook wegen angeblicher UnregelmĂ€ĂŸigkeiten bei Hypothekenkrediten zu entlassen. Ein Schritt, der nicht nur die MĂ€rkte erschĂŒtterte, sondern auch fundamentale Fragen ĂŒber die Grenzen prĂ€sidialer Macht aufwirft. Sollte diese Entscheidung vor Gericht landen, könnte sie zum Lackmustest fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit der amerikanischen Geldpolitik werden.

Bob Haberkorn, Marktstratege bei RJO Futures, brachte es auf den Punkt: "Die Nachricht ĂŒber Trumps Entlassung der Fed-Gouverneurin hat dem Gold neues Leben eingehaucht. Die Fed ist derzeit der Haupttreiber fĂŒr Gold." Diese EinschĂ€tzung spiegelt die wachsende NervositĂ€t der Anleger wider, die in unsicheren Zeiten traditionell Zuflucht in physischen Edelmetallen suchen.

Zinssenkungserwartungen befeuern Goldnachfrage

Die MĂ€rkte preisen derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von ĂŒber 87 Prozent eine Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt im September ein. Fed-Chef Jerome Powell hatte bereits in der vergangenen Woche mögliche geldpolitische Lockerungen signalisiert und auf steigende Risiken fĂŒr den Arbeitsmarkt hingewiesen. FĂŒr Gold, das keine Zinsen abwirft, sind sinkende Zinsen traditionell ein Kaufsignal.

"Wenn Powell bei der nĂ€chsten Sitzung einen dovischen Ton bei den Zinsen anschlĂ€gt und eine weitere Senkung fĂŒr dieses Jahr andeutet, sollte Gold weiter steigen"

Diese Prognose von Haberkorn unterstreicht die enge Verflechtung zwischen Geldpolitik und Edelmetallpreisen. In einem Umfeld niedriger Zinsen verlieren verzinsliche Anlagen an AttraktivitÀt, wÀhrend Gold als Wertspeicher glÀnzt.

Schwache Wirtschaftsdaten stĂŒtzen Edelmetalle zusĂ€tzlich

Die jĂŒngsten US-Wirtschaftsdaten verstĂ€rken den Druck auf die Fed, ihre Geldpolitik zu lockern. Die Bestellungen langlebiger GĂŒter fielen im Juli um 2,8 Prozent – weniger stark als die erwarteten 4 Prozent, aber dennoch ein deutliches Zeichen wirtschaftlicher SchwĂ€che. Anleger richten ihre Aufmerksamkeit nun auf die am Donnerstag anstehenden BIP-Daten und die fĂŒr Freitag erwarteten Zahlen zu den persönlichen Konsumausgaben.

Andere Edelmetalle im Aufwind

Nicht nur Gold profitierte von der Unsicherheit. Silber legte leicht um 0,1 Prozent auf 38,52 Dollar pro Unze zu. Die Entwicklung bei den Platinmetallen war gemischt: WĂ€hrend Platin marginal um 0,1 Prozent auf 1.340,88 Dollar nachgab, erholte sich Palladium nach einem Siebenwochentief um 1,5 Prozent auf 1.102,65 Dollar.

Historische Parallelen und aktuelle Bedeutung

Die aktuelle Situation erinnert an historische Momente, in denen politischer Druck auf Zentralbanken zu massiven Verwerfungen an den FinanzmĂ€rkten fĂŒhrte. Die UnabhĂ€ngigkeit der Notenbanken gilt seit Jahrzehnten als Grundpfeiler stabiler WĂ€hrungen und funktionierender MĂ€rkte. Trumps Vorgehen könnte diese bewĂ€hrte Ordnung ins Wanken bringen – mit unabsehbaren Folgen fĂŒr das Vertrauen in den US-Dollar.

In solchen Zeiten erhöhter Unsicherheit zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als krisenfeste Anlage. WĂ€hrend PapierwĂ€hrungen durch politische Eingriffe entwertet werden können, behĂ€lt Gold seinen inneren Wert. Es ist kein Zufall, dass Zentralbanken weltweit ihre Goldreserven in den letzten Jahren massiv aufgestockt haben – sie wissen um die Bedeutung des gelben Metalls als ultimative WĂ€hrungsreserve.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die BefĂŒrchtungen der MĂ€rkte bewahrheiten. Sollte Trump tatsĂ€chlich versuchen, weiteren Einfluss auf die Fed auszuĂŒben, dĂŒrfte dies den Goldpreis weiter befeuern. Anleger, die ihr Vermögen vor den UnwĂ€gbarkeiten der Politik schĂŒtzen wollen, sind gut beraten, einen Teil ihres Portfolios in physische Edelmetalle zu diversifizieren.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss seine Investitionsentscheidungen selbst treffen und trĂ€gt die volle Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen. Wir empfehlen, vor jeder Anlageentscheidung ausreichend zu recherchieren und gegebenenfalls professionellen Rat einzuholen.

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