Kettner Edelmetalle
02.03.2026
18:47 Uhr

Europas SĂ€belrasseln gegen den Iran: Wenn Papiertiger mit Krieg drohen

Europas SĂ€belrasseln gegen den Iran: Wenn Papiertiger mit Krieg drohen

Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, das sich derzeit auf der weltpolitischen BĂŒhne entfaltet. Die drei europĂ€ischen Schwergewichte – oder besser gesagt: die drei Staaten, die sich noch immer fĂŒr Schwergewichte halten – haben dem Iran mit nichts Geringerem als militĂ€rischer Intervention gedroht. Bundeskanzler Friedrich Merz, der britische Premierminister Keir Starmer und Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron erklĂ€rten in einem gemeinsamen Statement, man werde „die notwendigen Maßnahmen ergreifen", um die eigenen Interessen und die der VerbĂŒndeten in der Region zu verteidigen. Dies könne auch „verhĂ€ltnismĂ€ĂŸige militĂ€rische Defensivmaßnahmen" einschließen, um die FĂ€higkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, „an der Quelle zu zerstören".

Große Worte, kleine KapazitĂ€ten

Man muss sich diese Formulierung auf der Zunge zergehen lassen: AngriffsfĂ€higkeiten „an der Quelle zerstören" – das bedeutet nichts anderes als direkte SchlĂ€ge gegen iranische Raketen- und Drohnenstellungen. Ein Akt, der in jeder militĂ€rischen Doktrin als offensiver Angriff gewertet wĂŒrde, verpackt in das Wortkleid der „Defensivmaßnahme". George Orwell hĂ€tte seine helle Freude an dieser sprachlichen Akrobatik gehabt.

WĂ€hrend die Franzosen immerhin ihren FlugzeugtrĂ€ger Charles De Gaulle bereits aus dem schwedischen Malmö ins Mittelmeer beordert haben – wo das Flaggschiff eigentlich als Teil der NATO-Abschreckung gegen Russland im Ostseeraum stationiert war –, stellt sich die Frage, was Deutschland eigentlich zum Tisch bringt. Die ernĂŒchternde Antwort: praktisch nichts. Sowohl der Bundeskanzler als auch Bundesaußenminister Johann Wadephul haben eingerĂ€umt, dass Deutschland fĂŒr einen nennenswerten Angriff auf den Iran schlicht keine KapazitĂ€ten besitze.

Deutschland ohne Mandat und ohne Mittel

Die Bundeswehr ist in Jordanien lediglich im Rahmen der NATO-Missionen „Counter Daesh" und „Capacity Building Iraq" tĂ€tig – mit Tankflugzeugen, wohlgemerkt, nicht mit Kampfjets. FĂŒr jede darĂŒber hinausgehende militĂ€rische Aktion wĂ€re ein Bundestagsmandat erforderlich. Wadephul stellte unmissverstĂ€ndlich klar, dass deutsche Soldaten sich zwar „defensiv verteidigen" wĂŒrden, wenn sie angegriffen werden sollten, eine darĂŒber hinausgehende Beteiligung aber „aus bundesdeutscher Sicht nicht" stattfinden werde.

Aus Regierungskreisen verlautete gegenĂŒber der Bild-Zeitung, das gemeinsame Statement werde von jeder Nation nach eigenem Ermessen ausgelegt. Deutschland sehe darin lediglich eine „ErmĂ€chtigung fĂŒr unsere Soldaten, sich defensiv verteidigen zu dĂŒrfen, wenn sie angegriffen werden" – was, wie die Quelle selbst einrĂ€umte, „eigentlich eine SelbstverstĂ€ndlichkeit" sei. Die Briten hingegen hĂ€tten das Statement gebraucht, um ihre Stationierungshilfen fĂŒr die USA auszuweiten. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Wozu unterschreibt ein deutscher Kanzler ein Dokument, das militĂ€rische SchlĂ€ge androht, wenn er weder die Mittel noch den politischen Willen hat, diese durchzufĂŒhren?

Die Geister der Vergangenheit

Bereits im vergangenen Juni hatte allein der Verdacht, die Bundeswehr könnte sich an den LuftschlĂ€gen gegen das iranische Atomprogramm beteiligt haben, fĂŒr erhebliche Unruhe gesorgt. Das Verteidigungsministerium dementierte damals mit Nachdruck. Dass nun erneut der Eindruck einer deutschen Kriegsbeteiligung entsteht, wĂ€hrend die Bundeswehr bekanntlich nicht einmal genĂŒgend funktionsfĂ€hige Hubschrauber fĂŒr den Heimatschutz aufbieten kann, grenzt an politische Realsatire.

Briten und Franzosen: FĂ€hig und willens?

Anders sieht die Lage bei den beiden anderen Unterzeichnern aus. Die Briten verfĂŒgen ĂŒber MilitĂ€rbasen auf Zypern – einer Insel, die selbst bereits unter Beschuss steht – und sind damit unmittelbar am Geschehen. Die französische Marine dĂŒrfte mit der Charles De Gaulle in etwa einer Woche das östliche Mittelmeer erreichen. Beide Staaten wĂ€ren grundsĂ€tzlich in der Lage, offensive Operationen durchzufĂŒhren. Ob sie es tatsĂ€chlich tun werden, steht auf einem anderen Blatt.

Das NATO-Kommando in Europa unter US-Luftwaffengeneral Alexus Grynkewich erklĂ€rte derweil, die Allianz passe ihre StreitkrĂ€fteaufstellung an, um sich gegen potenzielle Bedrohungen durch Raketen aus der Region zu verteidigen. Ob dies auch offensive Gegenangriffe umfassen wĂŒrde, ließ man bewusst offen – eine AmbiguitĂ€t, die in der Diplomatie gewollt sein dĂŒrfte, in der RealitĂ€t aber gefĂ€hrliche Eskalationsdynamiken entfachen kann.

Ein Iran im Chaos – und Europa ohne Plan

Besonders brisant ist die Lage auf iranischer Seite. Der iranische Außenminister selbst habe eingerĂ€umt, dass die Kommandostruktur der StreitkrĂ€fte und der Revolutionsgarden kaum noch intakt sei. Ein unkontrolliertes MilitĂ€r, das „erratisch in alle Richtungen" feuere, könnte jederzeit den Anlass fĂŒr eine europĂ€ische Intervention liefern – gewollt oder ungewollt. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass sich Briten und Franzosen zunĂ€chst auf die Abwehr von Flugkörpern beschrĂ€nken wĂŒrden, eine Praxis, die beide Luftwaffen bereits wĂ€hrend der kriegerischen Auseinandersetzungen 2025 erfolgreich durchgefĂŒhrt hĂ€tten.

Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. Drei europĂ€ische Regierungschefs, deren Zustimmungswerte im eigenen Land teilweise im einstelligen Bereich dĂŒmpeln, drohen einem Regime am anderen Ende der Welt mit militĂ€rischer Gewalt. Macron liegt bei elf Prozent Zustimmung, Starmer bei fĂŒnfzehn. Und Merz? Der hatte noch vor wenigen Monaten versprochen, keine neuen Schulden zu machen – bevor er ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen durchs Parlament peitschte, das Generationen von Steuerzahlern belasten wird.

Die eigentlichen Baustellen liegen vor der HaustĂŒr

WĂ€hrend man in Berlin, Paris und London ĂŒber MilitĂ€rschlĂ€ge gegen den Iran philosophiert, tĂŒrmen sich die Probleme im eigenen Land. Die deutsche Wirtschaft stagniert, die Infrastruktur bröckelt, die KriminalitĂ€t erreicht Rekordwerte, und eine mögliche FlĂŒchtlingswelle aus dem Nahen Osten – ausgelöst durch genau jene Eskalation, an der man sich nun beteiligen möchte – könnte Europa erneut an den Rand der Belastbarkeit bringen. Man erinnere sich an 2015: Die Folgen jener unkontrollierten Migrationswelle spĂŒrt Deutschland bis heute, in Form von Messerattacken, ĂŒberlasteten Sozialsystemen und einer tief gespaltenen Gesellschaft.

Statt sich in geopolitische Abenteuer zu stĂŒrzen, fĂŒr die man weder die militĂ€rischen Mittel noch ein demokratisches Mandat besitzt, tĂ€te die Bundesregierung gut daran, sich auf die Sicherung der eigenen Grenzen und die Stabilisierung der heimischen Wirtschaft zu konzentrieren. Doch das wĂŒrde Mut erfordern – den Mut, unpopulĂ€re Wahrheiten auszusprechen und PrioritĂ€ten zu setzen. Eigenschaften, die in der aktuellen politischen Klasse Europas offenbar Mangelware sind.

Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten

In Zeiten geopolitischer Eskalation und wachsender Unsicherheit zeigt sich einmal mehr der unschÀtzbare Wert physischer Edelmetalle. WÀhrend AktienmÀrkte bei jeder neuen Kriegsmeldung nervös zucken und WÀhrungen unter dem Druck astronomischer Staatsschulden Àchzen, erweist sich Gold seit Jahrtausenden als verlÀsslicher Wertspeicher. Wer sein Vermögen in Zeiten wie diesen absichern möchte, sollte physische Edelmetalle als unverzichtbaren Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfĂ€ltiger Recherche getroffen werden. Wir ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr individuelle Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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