Kettner Edelmetalle
19.11.2024
09:48 Uhr

Deutscher E-MobilitÀts-Pionier kapituliert vor Standortnachteilen - Produktion wandert nach Thailand

Ein weiteres Kapitel des schleichenden Niedergangs des Industriestandorts Deutschland wird derzeit in Nordrhein-Westfalen geschrieben. Der innovative Elektro-Transporter StreetScooter, einst ein Vorzeigeprojekt deutscher Ingenieurskunst, muss seine Produktion ins Ausland verlagern. Die Firma e.Volution GmbH sah sich gezwungen, beim Amtsgericht Aachen einen Antrag auf Eröffnung eines vorlÀufigen Insolvenzverfahrens zu stellen.

Gescheiterter Kampf um den Produktionsstandort Deutschland

Professor GĂŒnther Schuh, der Vordenker hinter dem StreetScooter-Projekt, hĂ€tte zu Beginn des Jahres 2024 noch große PlĂ€ne gehabt. Nach dem RĂŒckerwerb der Rechte am Fahrzeug wollte er die Produktion in DĂŒren beim Auftragsfertiger Neapco wieder zum Leben erwecken. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland hĂ€tten sich als nicht tragfĂ€hig erwiesen.

"Ich wollte zeigen, dass wir in NRW immer noch Vorreiter fĂŒr Nachhaltigkeit und neue MobilitĂ€t sind. Ich kann den Kampf hier aber nicht mehr gewinnen, weil er hier nicht finanzierbar ist", zitiert die Aachener Zeitung den sichtlich enttĂ€uschten Unternehmer.

Dramatische Kostennachteile zwingen zur Produktionsverlagerung

Die Verlagerung der Produktion nach Thailand wĂŒrde es ermöglichen, die Produktionskosten nahezu zu halbieren. Ein deutliches Zeichen dafĂŒr, wie sehr der Industriestandort Deutschland unter den explodierenden Energiekosten und der ausufernden BĂŒrokratie zu leiden habe. Die verfehlte Wirtschafts- und Energiepolitik der Ampel-Regierung fordere damit ein weiteres Opfer.

ArbeitsplÀtze in Deutschland gehen verloren

Die Konsequenzen dieser erzwungenen Standortverlagerung seien dramatisch. Rund 200 ArbeitsplĂ€tze bei Neapco in DĂŒren seien unmittelbar betroffen. Der Betriebsrat sehe sogar das gesamte Werk mit ĂŒber 500 BeschĂ€ftigten in Gefahr. Dies sei ein weiterer Beleg dafĂŒr, wie die aktuelle Politik ArbeitsplĂ€tze in Deutschland gefĂ€hrde.

Innovative Technik trifft auf wirtschaftliche RealitÀt

Besonders bitter sei die Entwicklung vor dem Hintergrund der ambitionierten technischen Ziele. Das Unternehmen plane, den Elektro-Transporter auf eine völlig neue technische Basis zu stellen. Mit einer angestrebten Lebensdauer von bis zu 50 Jahren und der Möglichkeit modularer Upgrades hĂ€tte das Fahrzeug neue MaßstĂ€be in Sachen Nachhaltigkeit setzen können.

Joint Venture als Rettungsanker

In Thailand solle nun ein 50:50-Joint-Venture mit einer lokalen Unternehmerfamilie entstehen. Neben den deutlich niedrigeren Produktionskosten verspreche man sich auch bessere Chancen fĂŒr die internationale Vermarktung. Die Produktion solle bereits 2025 anlaufen.

Diese Entwicklung reihe sich ein in eine lange Liste von Produktionsverlagerungen aus Deutschland. Sie zeige einmal mehr, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen dringend verbessert werden mĂŒssten, um den Industriestandort Deutschland zu erhalten und zukunftsfĂ€hig zu machen.

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