
Deutsche Ohnmacht im Nahen Osten: Bürger attestieren Berlin diplomatische Bedeutungslosigkeit

Es ist ein vernichtendes Urteil, das die Deutschen ihrer eigenen Regierung ausstellen – und es kommt nicht überraschend. Mehr als drei Viertel der Bundesbürger glauben laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur nicht daran, dass Berlin irgendeinen substanziellen Beitrag zur Befriedung der explosiven Lage im Nahen Osten leistet. 42 Prozent der Befragten sehen den Einfluss der Bundesregierung als „überhaupt nicht stark" an, weitere 35 Prozent stufen ihn als „eher nicht stark" ein. Zusammengenommen sind das 77 Prozent – eine erdrückende Mehrheit, die Deutschland auf der weltpolitischen Bühne als Statisten wahrnimmt.
Krieg im Nahen Osten: Die Fakten
Der jüngste Krieg begann am 28. Februar mit massiven Luftangriffen der USA und Israels auf iranische Ziele, bei denen auch Revolutionsführer Ali Chamenei getötet worden sein soll. Der Iran, flankiert von der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon, reagierte mit Gegenangriffen – nicht nur auf israelische Ziele, sondern auch auf US-Militärstützpunkte und Einrichtungen in arabischen Golfstaaten. Aktuell gilt eine zweiwöchige Waffenruhe bis zum 22. April. Über eine dauerhafte Lösung wird zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans verhandelt – bislang ohne Ergebnis. Israel fühle sich, was seine Luftangriffe und Bodentruppen im Libanon betreffe, nicht an die Waffenruhe gebunden. Die Hisbollah feuere weiterhin Raketen auf Israel ab.
Und wo steht Deutschland in diesem Pulverfass? Bundeskanzler Friedrich Merz war zwar wenige Tage nach Kriegsausbruch im Weißen Haus – allerdings zu einem bereits zuvor geplanten Besuch. Ein symbolisches Bild, das die ganze Misere offenbart: Deutschland als Zaungast der Weltgeschichte, der höflich anklopft, während andere die Regeln diktieren.
Ratlosigkeit als Volkskrankheit
Besonders entlarvend ist die Ratlosigkeit der Bevölkerung, wenn es um konkrete Handlungsoptionen geht. Fast jeder Zweite – 46 Prozent – antwortete auf die Frage, auf welchen Akteur Berlin und die EU mehr Druck ausüben sollten, schlicht mit „Weiß nicht". Jeweils 19 Prozent sprachen sich für Druck auf Israel beziehungsweise die USA aus, lediglich 12 Prozent hielten mehr Druck auf den Iran für sinnvoll. Diese Zahlen spiegeln nicht nur Unsicherheit wider, sondern auch das fundamentale Problem einer Nation, die jahrzehntelang außenpolitisch im Windschatten der Amerikaner segelte und nun feststellt, dass sie keinen eigenen Kompass besitzt.
Der Ruf nach europäischer Unabhängigkeit
Deutlich klarer wird das Meinungsbild bei der Frage nach langfristigen Konsequenzen. 47 Prozent der Befragten fordern, die EU solle sich um mehr Unabhängigkeit von den USA bemühen – ein Wert, der in Ost- und Westdeutschland nahezu identisch ausfällt. Nur zehn Prozent plädieren hingegen für ein engeres Verhältnis zu Washington. 17 Prozent halten eine Intensivierung der militärischen Zusammenarbeit innerhalb der EU für die richtige Lehre aus dem Konflikt.
Bemerkenswert ist dabei die parteipolitische Aufschlüsselung: Überdurchschnittlich viele Anhänger von AfD und FDP befürworten ein engeres Verhältnis zu den USA, während Wähler der Grünen, des BSW und der Linken diese Position besonders selten vertreten. Man könnte meinen, die transatlantische Orientierung sei in Deutschland endgültig zur Glaubensfrage geworden.
Fluchtbewegungen: Deutschland im Brennpunkt
Was die Umfrage nur am Rande streift, aber für Deutschland von enormer Tragweite ist: Die Bundesrepublik beherbergt die größte iranische Community in Europa. Laut Bundesinnenministerium lebten Ende Januar 161.817 iranische Staatsangehörige in Deutschland. Viele iranische Flüchtlinge und Arbeitsmigranten aus den 1980er und 1990er Jahren – also nach der islamischen Revolution – seien längst eingebürgert. Im Januar und Februar waren 35 Prozent der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschiedenen Asylanträge von Iranern erfolgreich.
Jeder Konflikt im Nahen Osten hat historisch betrachtet Fluchtbewegungen ausgelöst, die früher oder später auch Deutschland erreichten. Ob Irak-Krieg, syrischer Bürgerkrieg oder die Krise von 2015 – stets war die Bundesrepublik eines der Hauptzielländer. Dass sich dies bei einer weiteren Eskalation des Iran-Konflikts wiederholen könnte, liegt auf der Hand. Umso beunruhigender ist es, dass die Bundesregierung offenbar weder diplomatisch noch migrationspolitisch auf die Situation vorbereitet scheint.
Ein Land ohne Stimme
Die Umfrageergebnisse sind mehr als nur eine Momentaufnahme – sie sind ein Spiegelbild des schleichenden Bedeutungsverlusts, den Deutschland auf der internationalen Bühne erlitten hat. Während die USA verhandeln, Israel bombardiert und Pakistan vermittelt, sitzt Berlin am Katzentisch und hofft, dass jemand anruft. Lediglich zwei Prozent der Deutschen sehen einen „sehr starken" Einfluss ihrer Regierung auf die Friedensgespräche. Zwei Prozent! Das ist keine Einschätzung mehr, das ist ein Abgesang.
Friedrich Merz hatte im Wahlkampf versprochen, Deutschland wieder zu einem ernstzunehmenden Akteur in der Weltpolitik zu machen. Die Realität sieht anders aus. Die neue Große Koalition aus CDU/CSU und SPD mag innenpolitisch Stabilität versprechen, doch außenpolitisch scheint sie genauso hilflos zu agieren wie ihre Vorgängerregierungen. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur mag Schlagzeilen produzieren – diplomatisches Gewicht kauft man damit nicht.
In Zeiten, in denen Donald Trump mit einer Seeblockade der Straße von Hormus droht und die Ölpreise in die Höhe schießen, wäre eine starke europäische Stimme dringender denn je. Stattdessen erleben wir eine Bundesregierung, die von ihren eigenen Bürgern als irrelevant eingestuft wird. Das ist nicht nur peinlich – es ist gefährlich. Denn wenn die Waffen im Nahen Osten wieder sprechen, werden die Konsequenzen auch Deutschland treffen. Ob in Form steigender Energiepreise, neuer Fluchtbewegungen oder einer weiteren Destabilisierung der ohnehin fragilen Weltordnung.
In einer Welt, in der Stärke zählt, hat sich Deutschland selbst zum Zuschauer degradiert. Die Bürger haben das längst erkannt – nur die Regierung scheint es noch nicht begriffen zu haben.
Wer angesichts solcher geopolitischen Verwerfungen und steigender Energiepreise sein Vermögen schützen möchte, sollte über eine Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber nachdenken. In Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen und wirtschaftlicher Unsicherheit haben sich Edelmetalle seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, welche Regierung gerade am Ruder ist.
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