
Anleitung zum Rechtsbruch: Wie ein Antifa-BĂŒndnis Blockierer zu Brandstiftung und Sprengstoff informiert

Es ist ein Dokument, das jedem Rechtsstaatler die Zornesröte ins Gesicht treiben dĂŒrfte. Rechtzeitig zum Bundesparteitag der AfD in Erfurt hat das linke BĂŒndnis âWidersetzenâ eine sogenannte âRechtshilfebroschĂŒre fĂŒr ThĂŒringenâ ins Netz gestellt. Getarnt als bloĂe AufklĂ€rung ĂŒber Rechte und Pflichten, entpuppt sich das Machwerk bei genauerem Hinsehen als ein Leitfaden, der potenzielle StraftĂ€ter bis an den Rand des Sprengstoffanschlags begleitet. Wer sich fragt, wie tief der politische Umgangston in diesem Land gesunken ist, findet hier eine erschĂŒtternde Antwort.
Sabotage, Brandstiftung, Sprengstoff â als sei es das Normalste der Welt
In dem Papier werde nĂŒchtern erlĂ€utert, dass unter den Begriff âSabotageâ zahlreiche Aktionen fielen â vom Zerstören kleiner GegenstĂ€nde bis hin zum Legen âgröĂerer BrĂ€ndeâ. Man lese und staune: Es gehe darum, wie schwerwiegend die âEingriffe und Zerstörungenâ ausfielen. Klingt das nach friedlichem Protest? Oder eher nach der kĂŒhlen Kalkulation von Kriminellen, die ihre Taten planen wie ein Unternehmen seine Quartalszahlen?
Besonders entlarvend wirkt die Liste mit dem harmlos anmutenden Titel âzu beachtenâ. Der erste Ratschlag: âLass dich nicht erwischen.â Der zweite folgt auf dem FuĂe:
âAchte darauf, keine Spuren zu hinterlassen (FingerabdrĂŒcke, FuĂ- oder ReifenabdrĂŒcke, DNA, Handystandorte, Ăberwachungskamera-Aufnahmen).â
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Hier werden Menschen instruiert, wie man Straftaten begeht, ohne der Justiz ins Netz zu gehen. Und das Ganze wird als âRechtshilfeâ verkauft.
Wenn âFeuer oder Sprengstoff im Spiel sindâ
Die Verfasser des Pamphlets scheuen sich nicht, ihre AnhĂ€nger auch ĂŒber die Konsequenzen von Brandstiftung nach den §§ 306 ff. StGB und die âHerbeifĂŒhrung einer Sprengstoffexplosionâ nach § 308 StGB aufzuklĂ€ren. Man weise darauf hin, dass in diesem Bereich keine Geld- oder BewĂ€hrungsstrafen, sondern Haftstrafen im Raum stĂŒnden. Nirgendwo wird ausdrĂŒcklich zu Straftaten aufgerufen â aber es wird eben auch nicht davon abgeraten. Ein rhetorisches MeisterstĂŒck der Verschleierung, das den geneigten Leser fragen lĂ€sst: Warum informiert man jemanden derart detailliert ĂŒber die Risiken von SprengstoffanschlĂ€gen, wenn nicht, damit er selbst abwĂ€gen kann, ob er sie eingehen möchte?
Sand ins Getriebe des Rechtsstaats
Kaum weniger befremdlich sind die Empfehlungen zum Umgang mit der Polizei. Man solle âSand in dieses bĂŒrokratische Getriebe streuenâ, jede Bewegung âso langsam wie möglichâ machen, nach dem Sinn jedes Papiers fragen und grundsĂ€tzlich niemals eine Frage der Beamten beantworten. Die Beamten, die tĂ€glich ihren Kopf fĂŒr die Sicherheit dieses Landes hinhalten, sollen mit einer Mischung aus Schikane und Zeitschinderei zermĂŒrbt werden. Ein Angriff auf jene, die fĂŒr Recht und Ordnung sorgen sollen.
Der Missbrauch von MinderjÀhrigen
Wirklich zynisch wird es beim Umgang mit jungen Teilnehmern. Wer minderjĂ€hrig sei âoder von der Polizei dafĂŒr gehalten werden könnteâ, solle sich ĂŒber âspezielle Rechteâ informieren. Im Klartext: Es werde nahegelegt, falsche Altersangaben zu machen. Und wer tatsĂ€chlich noch nicht volljĂ€hrig sei, dem empfehle man ein Blanko-Formular der Eltern â man könne dann âeine Person vor der Aktion eintragenâ. Kinder und Jugendliche werden hier zum Werkzeug einer politischen Agenda gemacht. Es ist ein Sittenbild dessen, was in Teilen dieser Republik als âzivilgesellschaftliches Engagementâ durchgeht.
Steuervorteile fĂŒr Verfassungsfeinde?
Besonders pikant: Laut Impressum sei der BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Antifa-Vereins VVN-BdA inhaltlich verantwortlich, ein Verein, der obendrein ein Spendenkonto fĂŒr âWidersetzenâ fĂŒhrt. Ein Staatsrechtler hĂ€lt dieses parteipolitische Engagement fĂŒr einen VerstoĂ gegen die GemeinnĂŒtzigkeit â jene GemeinnĂŒtzigkeit, die mit erheblichen Steuervorteilen einhergehe. Das zustĂ€ndige Berliner Finanzamt solle prĂŒfen, ob der Verein diesen Status noch verdiene. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Finanziert der brave Steuerzahler am Ende womöglich mit, was hier ausgeheckt wird?
Der Fall reiht sich ein in eine besorgniserregende Entwicklung, in der politischer Meinungskampf immer hĂ€ufiger mit Gewalt, SachbeschĂ€digung und EinschĂŒchterung gefĂŒhrt wird. Wer die Demokratie ernst nimmt, streitet mit Argumenten â nicht mit Farbbeuteln, BrandsĂ€tzen oder Anleitungen zum Untertauchen. Dass ein solches Papier ĂŒberhaupt ungehindert im Netz kursiert, wirft ein grelles Licht auf den Zustand eines Landes, in dem die Grenzen zwischen legitimem Protest und offener Rechtsfeindlichkeit zunehmend verschwimmen.
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