
Abhörprotokolle aus Kiew: Jetzt wackelt Selenskyjs Machtbasis

Neue Korruptionsermittlungen erschĂŒttern die ukrainische FĂŒhrung. Am 19. August veröffentlichten die Antikorruptionsbehörden in Kiew abgehörte GesprĂ€che hochrangiger Regierungsvertreter â darunter Iryna Mudra, die stellvertretende Leiterin des PrĂ€sidialamts. Der britische âEconomistâ titelte daraufhin, wĂ€hrend die Ukraine unter Beschuss stehe, herrschten Korruption und politisches Chaos.
Millionen fĂŒr eine Kaution â und abgeschaltete Kontrollen
Die Ermittlungen laufen unter den Codenamen âForrest Gumpâ und âFemidaâ. Laut den Ermittlern geht es um ein mutmaĂliches GeldwĂ€schesystem: Mitarbeiter des PrĂ€sidialamts sollen versucht haben, 150 Millionen Hrywnja â rund 3,4 Millionen Dollar â fĂŒr die Kaution des frĂŒheren Justizministers Herman Haluschenko zusammenzubringen.
DafĂŒr seien dem Bericht zufolge Firmen ĂŒbernommen und Bankkontrollen umgangen worden. Manager der 2023 verstaatlichten Sense-Bank sollen Schutzsysteme gegen GeldwĂ€sche schlicht abgeschaltet haben. Es gilt die Unschuldsvermutung â bewiesen ist bislang nichts.
Der Vertraute, der das Tabu bricht
Politisch brisanter ist der Angriff aus den eigenen Reihen. Mychajlo Fedorow, im Juli nach einem Konflikt mit der ArmeefĂŒhrung entlassen, forderte PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft zu Wahlen auf und warf der FĂŒhrung Inkompetenz und Korruption vor.
Selenskyj hĂ€lt Wahlen mitten im Krieg fĂŒr einen âTsunamiâ fĂŒr das Land. Unter dem geltenden Kriegsrecht sind sie ohnehin nicht zulĂ€ssig. Doch erstmals hat ein frĂŒherer enger Vertrauter dieses Tabu öffentlich gebrochen â und das wiegt schwer.
Eine unveröffentlichte Umfrage sieht Selenskyj bei einer hypothetischen PrÀsidentenwahl bei 21 Prozent, gefolgt von Ex-Armeechef Walerij Saluschnyj mit 18 und Fedorow mit 16 Prozent. Eine komfortable Mehrheit sieht anders aus.
27 Milliarden Dollar Loch â und wer soll das zahlen?
Die Krise trifft ein Land in militĂ€risch wie wirtschaftlich verzweifelter Lage. Selenskyj bezifferte die LĂŒcke im Verteidigungshaushalt auf 27 Milliarden Dollar. Russische Angriffe bedrohen Infrastruktur und Schifffahrt.
Und wer stopft dieses Loch? Zu einem erheblichen Teil der europĂ€ische, insbesondere der deutsche Steuerzahler. Berlin gehört seit Kriegsbeginn zu den gröĂten Geldgebern Kiews â wĂ€hrend zu Hause ĂŒber RentenlĂŒcken, Industrieabwanderung und Rekordabgaben debattiert wird.
FĂŒr viele BĂŒrger ist das der eigentliche Skandal: Milliarden flieĂen in ein Land, das im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International seit Jahren im hinteren Feld rangiert â bei gleichzeitig dĂŒnner parlamentarischer Kontrolle ĂŒber die Mittelverwendung.
Machtkampf um die Kontrolleure
ZusÀtzliche Sprengkraft entfaltet der Streit um die unabhÀngigen Antikorruptionsorgane Nabu, Sapo und Vaks. Einen Versuch Selenskyjs, deren UnabhÀngigkeit 2025 zu beschneiden, stoppten Massenproteste. Inzwischen werfen Regierungsvertreter ihrerseits den Behörden politische Einflussnahme vor.
âWĂ€hrend die Ukraine unter Beschuss steht, herrschen Korruption und politisches Chaosâ â so die Zuspitzung des âEconomistâ.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Vorgang vor allem eines: Wer Steuermilliarden ins Ausland transferiert, schuldet den BĂŒrgern lĂŒckenlose Transparenz darĂŒber, wo dieses Geld landet. Kritiker der Berliner und BrĂŒsseler Ukraine-Politik fordern genau das seit Jahren â bislang weitgehend vergeblich.
Geopolitische Unsicherheit, schuldenfinanzierte Hilfspakete und wachsende Zweifel an der Mittelverwendung sind seit jeher der NĂ€hrboden fĂŒr Vertrauensverlust in Papiergeld. Physische Edelmetalle können in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle ErgĂ€nzung sein â als Baustein, der ohne Gegenpartei auskommt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere EinschĂ€tzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.
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