Kettner Edelmetalle
15.04.2026
05:16 Uhr

Zehn Staaten fordern Waffenstillstand im Libanon – doch wer hört noch zu?

Zehn Staaten fordern Waffenstillstand im Libanon – doch wer hört noch zu?

Während im Nahen Osten die Waffen donnern und die Trümmer sich in Beirut türmen, hat sich eine Gruppe von zehn Staaten zusammengefunden, um das zu tun, was die internationale Gemeinschaft am besten kann: Appelle formulieren. Kanada, Großbritannien, die Schweiz und sieben weitere Länder fordern „ein unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon". Man zeige sich „zutiefst besorgt" über die humanitäre Lage. Zutiefst besorgt – eine Formulierung, die in der Diplomatie ungefähr so viel Gewicht hat wie ein Papierschirmchen im Orkan.

Erste Gespräche in Washington – ein Hoffnungsschimmer?

Immerhin: In Washington haben sich erstmals israelische und libanesische Vertreter an einen Tisch gesetzt. Die Gespräche sollen den Weg für direkte Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien ebnen. Ob daraus mehr wird als diplomatisches Schattenboxen, bleibt abzuwarten. Die zehn Staaten begrüßten jedenfalls die zwischen den USA, Israel und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe – und mahnten, dass auch im Libanon endlich die Waffen schweigen müssten.

Der Hintergrund ist komplex und reicht weit zurück. Die proiranische Hisbollah-Miliz agierte im Libanon jahrzehntelang wie ein Staat im Staate – mit eigenem Militärapparat, eigener Infrastruktur und einer Loyalität, die nicht Beirut, sondern Teheran galt. Israel wirft der libanesischen Regierung seit Jahren vor, bei der Entwaffnung der Hisbollah kläglich versagt zu haben. Ein Vorwurf, der angesichts der Realitäten vor Ort kaum von der Hand zu weisen ist.

Vance: „Die Waffenruhe hält" – Trump will den großen Deal

US-Vizepräsident J.D. Vance zeigte sich bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat Georgia optimistisch. Die Feuerpause im Krieg gegen den Iran sei stabil. „Derzeit hält die Waffenruhe", erklärte der Republikaner. Doch Präsident Trump wolle keinen kleinen Deal – er wolle das ganze Paket. Bei den Verhandlungen in Pakistan seien „enorme Fortschritte" erzielt worden, allerdings sei noch kein Abkommen zustande gekommen, weil Trump einen Iran ohne Atomwaffen verlange. Darüber hinaus dürfe der Iran keinen Terrorismus staatlich fördern, und – man höre und staune – auch das iranische Volk solle „gedeihen und wachsen" können.

Man mag von Trumps polterndem Verhandlungsstil halten, was man will. Aber eines muss man dem 47. Präsidenten zugestehen: Er scheut sich nicht, klare Forderungen zu stellen. Keine Atomwaffen, kein staatlich geförderter Terrorismus – das sind Positionen, die in ihrer Deutlichkeit wohltuend hervorstechen gegenüber dem diplomatischen Wischiwaschi, das man aus europäischen Hauptstädten gewohnt ist. Und wo ist eigentlich Deutschland in dieser Krise? Richtig: nirgendwo. Eine aktuelle Umfrage bestätigt, was ohnehin jeder ahnt – die Deutschen sehen wenig Einfluss Berlins im Nahost-Konflikt. Kein Wunder, wenn man jahrelang damit beschäftigt war, Gendersternchen zu debattieren, statt geopolitische Handlungsfähigkeit aufzubauen.

Vance könnte erneut US-Delegation anführen

Laut Berichten des US-Senders CNN dürfte Vance auch in einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran die amerikanische Delegation anführen. Auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner könnten an den Gesprächen teilnehmen. Die zweiwöchige Waffenruhe läuft in der kommenden Woche aus. Unbestätigten Berichten zufolge stehe der Donnerstag als möglicher Termin für weitere Gespräche im Raum.

Trump selbst gab sich gegenüber Fox News betont zuversichtlich: „Ich glaube, er ist fast vorbei", sagte er über den Krieg. Sollten sich die USA zurückziehen, würde der Iran zwanzig Jahre brauchen, um das Land wiederaufzubauen. „Und wir sind noch nicht fertig. Wir werden sehen, was passiert." Eine Drohkulisse, die in Teheran durchaus verstanden werden dürfte.

Hormus-Blockade: Amerikas eiserne Faust zur See

Unterdessen setzt das US-Militär die Blockade der iranischen Häfen mit bemerkenswerter Effizienz um. Admiral Brad Cooper, Kommandeur des US-Regionalkommandos Centcom, verkündete auf der Plattform X, die Blockade sei „vollständig ausgeführt worden". In weniger als 36 Stunden hätten US-Streitkräfte den gesamten Seehandel mit dem Iran zum Erliegen gebracht. Zerstörer mit Lenkflugkörpern seien an der Mission beteiligt, die Blockade werde „unvoreingenommen gegen Schiffe aller Nationen" durchgesetzt.

Die strategische Bedeutung dieser Maßnahme kann kaum überschätzt werden. Die Straße von Hormus ist die Lebensader des iranischen Ölexports. Durch die Blockade will Washington den Iran von seinen wichtigsten Einnahmequellen abschneiden und gleichzeitig verhindern, dass Teheran Gebühren von Reedereien für die Durchfahrt durch die Meerenge erhebt. Für einen der größten Ölproduzenten der Welt ist das ein Schlag ins Mark.

Börsen reagieren mit Optimismus – Ölpreis sinkt

Die Finanzmärkte in Ostasien nahmen die Entwicklungen positiv auf. Der südkoreanische Leitindex Kospi legte um satte drei Prozent zu, der japanische Nikkei 225 stieg um 0,8 Prozent. Auch Hongkongs Hang Seng Index und der chinesische CSI-300 verzeichneten Gewinne. Die Ölpreise hingegen sanken weiter – ein Barrel der Nordseesorte Brent notierte bei rund 94,50 Dollar, deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.

Für den deutschen Bürger, der ohnehin unter explodierenden Energiekosten ächzt, wäre ein dauerhaft niedrigerer Ölpreis ein Segen. Doch ob die fragile Waffenruhe hält und ob Trumps „großer Deal" tatsächlich Realität wird, steht buchstäblich in den Sternen. Die Geschichte des Nahen Ostens lehrt eines mit brutaler Klarheit: Optimismus ist dort eine Währung, die schneller verfällt als jedes Fiatgeld.

Und Europa? Schaut zu.

Was bei all dem auffällt, ist die geradezu beschämende Abwesenheit Europas – und insbesondere Deutschlands – auf der diplomatischen Bühne. Während die USA Blockaden durchsetzen, Verhandlungen führen und militärische Stärke demonstrieren, beschränkt sich die europäische Rolle auf besorgte Pressemitteilungen. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar versprochen, Deutschland wieder handlungsfähiger zu machen. Doch im Nahost-Konflikt ist davon bislang nichts zu spüren. Statt geopolitisches Gewicht in die Waagschale zu werfen, verwaltet Berlin den eigenen Bedeutungsverlust – und das mit einer Gelassenheit, die an Gleichgültigkeit grenzt.

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Krisenwährung unverzichtbar bleiben. Geopolitische Spannungen, schwankende Ölpreise und die Unberechenbarkeit internationaler Konflikte machen deutlich, warum ein breit aufgestelltes Portfolio mit einer soliden Edelmetall-Beimischung zur Vermögenssicherung keine Luxusentscheidung ist, sondern schlichte Vernunft.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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